Bistumsweiter Aussendungsgottesdienst der Sternsinger fand in Viersen statt

Etwa 220 Königinnen und Könige versammelten sich am Freitag in der Kirche St. Notburga der Pfarrei St. Remigius in Viersen, um an der bistumsweiten Aussendungsfeier der Aktion Dreikönigssingen teilzunehmen. Gemeinsame Träger der Aktion sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Das diesjährige Motto der Aktion ist: „Segen bringen – Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit.“

Viersen-Rahser – Zusammenhalten, gemeinsam etwas erreichen, Benachteiligten helfen, das war ebenfalls das Thema der Aussendungsfeier. Im feierlichen Gottesdienst betonte Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, wie wichtig die Arbeit der Sternsinger in den kommenden Tagen sei. Durch ihren Beitrag würde die Welt wieder ein Stückchen zusammenwachsen, denn die Mädchen und Jungen helfen mit ihrer Sammelaktion benachteiligten Kindern weltwelt. Nach dem Gottesdienst luden der BDKJ und die Pfarrei St. Remigius die Sternsinger bei Getränken und Muffins zu einem Mitmachprogramm ein.

Foto: BDKJ

Kinder mit Behinderung stehen im Mittelpunkt der kommenden Aktion Dreikönigssingen. Sie haben ein Recht auf besondere Unterstützung und Förderung, um ein menschenwürdiges Leben zu führen, das legt die UN-Kinderrechtskonvention fest. Viele Länder der Welt erkennen die Kinderrechte an, aber gerade in Ländern des globalen Südens werden viele Kinder mit Behinderungen benachteiligt und sind von Armut betroffen. Nur wenige von ihnen erhalten eine Betreuung und Förderung, die ihren Bedürfnissen entspricht. Nach Angaben der Vereinten Nationen gehen neun von zehn Kindern mit Behinderung nicht zur Schule.

Sie werden als Last oder Schande empfunden, leiden unter Gewalt oder werden von ihren oft überforderten Eltern versteckt und vernachlässigt. Die Sterblichkeitsrate von Kindern mit Behinderung unter fünf Jahren liegt 80 Prozent höher als die von Kindern ohne Behinderung. Mit Bildungsangeboten, Hilfsmitteln und sozial-psychologischer Begleitung setzen sich die Partner des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘ weltweit dafür ein, dass Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung geschützt, gefördert und in die Gesellschaft integriert werden. Das Ziel ist es, allen Kindern die Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

„Als mich Anfang des Jahres die Nachricht erreichte, dass dieses Jahr die bistumsweite Aussendungsfeier der Sternsinger in Viersen stattfinden sollte, ahnte ich noch nicht, was da so alles an Arbeit und logistischen Herausforderungen auf mich (und uns) zukam.
Da die Sternsinger sich in Viersen völlig selbstständig organisieren, brauchte ich als Pastoralreferent einige Zeit, bis ich begriff, wie hier die Rädchen ineinandergreifen, wer wo zuständig ist und vieles mehr“, so Pastoralreferent Tobias Kölling. Schon früh im Jahr kamen die interessierten Vorbereiter zum ersten Mal an einem Tisch zusammen. „Knapp 20 Ehrenamtler planten hochmotiviert, teilten sich in Logistikgruppen auf und brachten ihre Erfahrungen mit ein. Im Lauf des Jahres wurde ich durchaus nervöser, weil die Dimension des Großprojektes für mich greifbarer wurde, aber auch, weil ich als studierter Theologe zwar oft Sachen mache, die ich nicht gelernt habe, aber diesmal an den (natürlich notwendigen) Formularen fast verzweifelt bin. In mehreren Runden beantragte ich bei Ordnungsamt, Schulamt und Bauamt einen „Passierschein B“ nach dem anderen – und führte zugleich To-Do-Listen, Material-Listen und glich den aktuellen Stand immer wieder ab – und wusste dabei mit diversen Ehrenamtlern hilfreiche Menschen an meiner Seite.“

Am Tag der Aussendungsfeier waren dann über 80 Ehrenamtler im Einsatz, bezogen Posten an Straßenkreuzungen, Bahnhof, Busbahnhof, halfen in der Anne-Frank-Gesamtschule bei der Technik, in der Küche, bewachten Räume im Trichter, im Nelkenweg, ordneten in der Kirche. „Ich vermute, um die 100 Ehrenamtler haben auf unterschiedlichste Arte und Weise diese Aktion getragen. Und der Ablauf war im Wortsinn reibungslos. Es sind Erfahrungen wie diese, die für mich auch die vielen Ehrenamtler sichtbar machen, die man sonst im „Tagesgeschäft“ unfreiwillig übersieht. Es sind Erfahrungen wie diese, die mich ahnen lassen, wie Kirche in einigen Jahren aussehen wird. Vielleicht braucht es ja das: Eine gemeinsame Vision – und genug Freiraum, dass jeder ausreichend individuell am großen Gemeinsamen mitwirken kann. An dieser Stelle darum aus vollem Herzen und in der Hoffnung, dass es möglichst alle erreicht: Danke allen Ehrenamtlern, allen Unterstützern für diesen Tag. Ich hätte das alleine überhaupt nicht hinbekommen. Und ich hoffe Sie alle können jetzt auch ein wenig stolz und zugleich entspannt gut ins neue Jahr starten.“

Im Bistum Aachen werden in den kommenden Tagen rund 18.000 Kinder und Jugendliche unterwegs sein. Nachdem sie im Aussendungsgottesdienst die gesegnete Kreide erhalten haben, werden sie mit ihren bunten Gewändern und Kronen, ihrem Stern, einer Spendenbüchse und der Kreide von Haus zu Haus wandern, um den Menschen den Sternsingersegen zu bringen und den Segenswunsch „20*C+M+B+19“ über die Türen zu schreiben. Das bedeutet „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“. Zugleich bitten sie um eine Spende zur Unterstützung von Projekten, die sich in Peru und weltweit für Kinder mit Behinderung einsetzen. Bei der letzten Aktion zum Jahresbeginn 2018 kamen bundesweit etwa 48,8 Millionen Euro zusammen. Das ist bisher das höchste Sammelergebnis in der Geschichte der Aktion. Davon sammelten die 331 Gruppen des Bistums Aachen 1,6 Millionen Euro. Von dem Erlös werden rund 2.200 Projekte in 112 Ländern in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. (BDKJ/St. Remigius/cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming