Blackout und Koks: Verfahren zum Mord im Casinogarten eröffnet

Mittlerweile ist das Verfahren zum Mord im Casinogarten vor dem Landgericht Mönchengladbach eröffnet worden. Matyu K. hatte im Juni dieses Jahres seine damals 15-jährige Ex-Freundin mit mehreren Messerstichen getötet. Vor dem Gericht spricht der der Verteidiger des Angeklagten von einem Blackout und Kokskonsum.

Viersen – Matyu K. (17) wird vorgeworfen Mitte Juni 2018 die damals 15-jährige Iuliana R. im Casinogarten in Viersen mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper getötet zu haben.
Bis wenige Tage vor der Tat seien sie ein Paar gewesen. Das Opfer rumänischer Herkunft habe sich dann aber vom Angeklagten getrennt und sich von ihm abgewendet, was dieser nicht habe akzeptieren können.

Er habe seine Ex-Freundin unter einem Vorwand in den Casinogarten gebracht, um dort ihr Handy nach Hinweisen auf einen neuen Partner des Opfers zu untersuchen. Als er diese gefunden zu haben glaubte, habe er seine Ex-Freundin unvermittelt und in Tötungsabsicht mit einem etwa 25 cm langen Messer angegriffen. Iuliana (15) verstarb noch am Tatort an ihren Verletzungen. Bei der Tat sei das Opfer arg- und wehrlos gewesen. Zudem habe der bulgarische Angeklagte die Tat begangen, weil er das Opfer als sein Eigentum betrachtet habe, das sich nicht von ihm abwenden dürfe. Damit seien die Mordmerkmale der Heimtücke und der sonstigen niedrigen Beweggründe erfüllt. Mittlerweile wurde das Verfahren vor dem Landgericht Mönchengladbach eröffnet, die Staatsanwaltschaft plädiert auf heimtückischen Mord, die Verteidigung spricht von einem Blackout und Totschlag. Folgt der Richter dem Antrag muss der Angeklagte mit bis zu zehn Jahre Gefängnis rechnen. Dabei ist der Angeklagte kein polizeilich Unbekannter mehr. Drogendelikte und Körperverletzung hätte er bereits begangen, sei jedoch nicht vorbestraft gewesen. Die Schule hatte der 17-Jährige bereits verlassen, einen Job hatte er nicht.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Verteidiger Helmuth Jennrich, der für seinen Mandanten auf Totschlag plädiert, las eine Erklärung des Täters vor, berichtet von der Tat und den Momenten vor dem grausamen Ereignis. Koks habe er an diesem Tag konsumiert, habe dann seine Ex-Freundin zufällig im Bus getroffen. Sie wollten sich aussprechen und hätten den Weg durch den Casinogarten genommen als er auf ihrem Handy bemerkte, dass sie Kontakt zu einem anderen gehabt hätte. Ursprünglich hätte er Iuliana mit dem Messer am Oberschenkel verletzten wollen – als eine Warnung. Der Versuch sei ins Leere verlaufen und so habe er auf ihren Arm gezielt. Ein Moment an den er sich bereits nicht mehr erinnern könne, der Verteidiger verwies auf einen Blackout. Auch der Stich in die Brust und die schwere Verletzung wären ihm nicht bewusst gewesen.

Eine Erklärung, die die Staatsanwaltschaft anders sieht, am Morgen hätte der Angeklagte zwei Freunden erzählt, dass er seine Ex-Freundin töten wollen würde. Per WhatsApp und Facebook hatte er im Vorfeld geschrieben: „Wenn die einen Neuen hat, bringe ich sie um!“ Matyu K. hätte ihr am Busbahnhof aufgelauert – niemand hatte sie oder die Polizei im Vorfeld gewarnt. Drei weitere Zeugen sollen gehört werden, sie stehen im Verdacht dem Angeklagten bei dem Verstecken der Tatwaffe geholfen zu haben. Eine Tat, die verhindert werden hätte können … (dt)