Boisheim und Breyell luden Hand in Hand zu einer stimmungsgeladenen Herrensitzung

Die Herrensitzungen „Im Kreuels“ sind legendär und so war die diesjährige Neuauflage nicht nur ausverkauft, sie bot zudem einen Nachmittag lang ein unterhaltsames Programm mit Tanz, Musik und sogar Akrobatik.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Nettetal/Viersen-Boisheim – Nachdem die KG Die Unverwüstlichen 42 Mal zur Herrensitzung geladen hatten, führten in diesem Jahr diese Tradition das Im Kreuels-Team gemeinsam mit der Boisheimer Karnevalsgesellschaft Ki Ka Kai a 1902 fort. Im Schatten des Wappens der Vierstadt Viersen wurde nicht nur bis in den Nachmittag hinein bei bester Stimmung gefeiert, die Gesellschaft aus Boisheim hatte auch direkt noch die neue Postleitzahl für ihren Stadtteil im Gepäck.

Bereits seit Langem hofft die KG des kleinen Viersener Stadtteils nicht nur auf die eigene Mispel im Stadtwappen, doch nicht nur diese fehlt, weshalb die Karnevalsgesellschaft nun zudem mit der eigenen Postleitzahl 41750 auf sich aufmerksam macht. Nur eines von vielen Details, die bei der Herrensitzung im Breyeller-Saal Im Kreuels für Freude sorgten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Das Bühnenprogramm eröffnete der Einzug des Prinzenpaares aus Boisheim, Frank I. und Annabelle I., sowie der Nettetaler Stadt-Prinzessin, Silvia I., die erstmals alleine die Narren regiert. Gemeinsam wurde auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zum Schunkeln eingeladen, um dann Platz zu machen für Feuerwehrmann Kresse (Klaus Bömeke), der unverkennbar mit Uniform, Blaulicht und Rollschuhen den Saal stürmte. Jede Menge Chaos und Lachsalven waren garantiert – wenn es auch nicht brannte, die Handflächen wurden durch das begleitende Klatschen arg strapaziert und hätten eine Abkühlung gebrauchen können.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Keine weite Anfahrt hatte der nächste Act des Tages, der an diesem Tag im Anschluss noch auf der heimischen Bühne erwartet wurde. Die Damen der großen Süchtelner Tanzgarde wussten, wie sie mit ihren Tänzen begeistern und übergaben das gutgelaunte, durchweg männliche Publikum an die 2001 gegründete Cover-Musikband „Sang und Klanglos“ aus dem westlichsten Zipfel Deutschlands – dem Selfkant.

Kölsche Lieder hallen durch den Saal, die abgelöst wurden von einer eher ungewöhnlichen Darbietung bei einer närrischen Veranstaltung, als Toni Farello mit seinem Einrad über die Bühne eilte und Frau Schmidt mit auffallend bunten Haarclips sowie Omas Küchenkleid die Verfolgung aufgenommen hatte. Akrobatik gepaart mit Humor, das mehrfach preisgekrönte Duo hatte Atemberaubendes zu bieten. An sie reihte sich nahtlos die Showtanztruppe Elipse aus Kleve an, die quer durch den Niederrhein keine Unbekannten mehr sind und deren Auftritte mit energiegeladenen Tänzen begeistern.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Danach eroberte Comedy-Redner Holger Müller als seine Kultfigur „Ausbilder Schmidt“ die Bühne. „Im Idealfall bist du selber intelligenter, als die Rolle, die du spielst“, so Holger Müller und der Idealfall war an diesem Abend eingetreten. Der Comedian verstand es gekonnt sein Know-how mit seiner Rolle als Ausbilder Schmidt in eine erfrischende Kombination aus Information und Entertainment zu verpacken. Übrigens: Auf der ausgewaschenen, eng sitzenden, alten Bundeswehruniform stand früher tatsächlich „Müller“ gehörte sie doch dem älteren Bruder, einem Bundeswehr-Reservisten. Sein Publikum begrüßte er mit dem gebrüllten Spruch „Morgen, ihr Luschen!“ und ließ es strammstehen.

Mit den KG Husaren Schwarz-Weiß 1950 e. V. wurde das Ende der stimmungsgeladenen Herrensitzung eingeläutet, die zu traditionellen Klängen vorbereiteten auf die Krefelder Band Oedingsche Jonges mit kölschen Klassikern, zu denen der Saal nicht nur schunkeln konnte, sondern die zudem im Chor mitgeschmettert wurden – ein gebührender Abschluss, der Lust machte auf das kommende Jahr, dann mit der immerhin bereits 44. Herrensitzung. (dt)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming