Botticelli Baby: Bei diesem Sextett wurde Jazz zur Party-Musik

Für die Kulturbühne am Hohen Busch war der Abend mit den sechs Charakterköpfen aus dem Ruhrpott ein besonderer Programmpunkt. Während das Auto zum privaten Jazz- oder Bluesclub wurde, hätten die Besucher gerne zu dieser Musik das Tanzbein in der Gemeinschaft geschwungen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Blues, Gypsy-Swing, Punk, Balkan-Beat und Jazz. Stile, die zunächst scheinen, als ob sie nicht miteinander verbunden werden können. Das Ensemble Botticelli Baby zeigte wie es geht und rund um Frontman und Kontrabassist Marlon Bösherz formten sich private Jazz- und Bluesclubs in den jeweiligen Fahrzeugen der begeisterten Zuhörer. Professionell und rotzig der Auftritt der Sechs auf dem Ruhrpott und es blieb kein Zweifel, dass jeder von ihnen nicht erst im Studium zur Musik gefunden hatte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Aus den Fahrzeugen hallte die Melancholie des Blues ebenso wie Hott Jazz – ein Stil fernab des Mainstreams, zu dem kaum ein Zuhörer ruhig sitzen bleiben konnte. Ekstatisch hätte die Stimmung sein können ohne die vorgegebenen Corona-Einschränkungen. Die Töne rissen mit, während das Sextett auf der Bühne nochmals eine Show in der Show bot. Fast schon poetisch und frisch aus dem Theaterdrehbuch gefallen wirkte ihr Miteinander, während sie das Unterste nach oben kehrten und doch alles fest miteinander verbunden war. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming