Brachter Altenheim und ZAPUH festigen die Zusammenarbeit

Am Geburtstag des Namenspatrons des Brüggener Altenheims St. Franziskus in Bracht geben die Pflegeeinrichtung und der Hospizdienst bekannt, dass sie eine Kooperation schriftlich vereinbart haben.
Erste positive praktische Erfahrungen der Zusammenarbeit in der Begleitung sterbender Bewohnerinnen und Bewohner gibt es schon seit den Anfängen von ZAPUH.

Brüggen-Bracht – Bewohnerinnen und Bewohner bzw. deren Angehörige hatten immer mal wieder um Begleitung durch den Hospizdienst aus Brüggen gebeten. Und auch Hausärzte der Region oder Mitarbeiterinnen des Altenheimes kamen auf den Hospizdienst, um die letzten Tage von Heimbewohnern begleitet zu wissen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an Veranstaltungen im Zentrum für ambulante Palliativversorgung und Hospizarbeit in der Borner Straße 32 in Brüggen teil. Gemeinsam verfolgte man das Ziel, Palliativversorgung zu verbessern.

Im Altenheim hat sich die Leitung des Sozialen Dienstes, Janine Reidenbach, in Gesundheitlicher Versorgungsplanung fortbilden lassen; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in PalliativeCare qualifiziert.
Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass eine Kooperation die beiden Institutionen intensiver miteinander verbinden und die Zusammenarbeit zum Wohl von Bewohnerinnen und Bewohnern verbessern kann. Jetzt sind Zuständigkeiten geklärt, regelmäßiger Austausch sichergestellt und die Hospizbegleiter gut eingebunden ins Altenheim. Zukünftig finden auch Fortbildungen zu hospizlichen Fragen (also rund um Sterben und Trauer, um Hochaltrigkeit und Demenz) der Ehren- und Hauptamtlichen beider Einrichtungen gemeinsam statt. „Und wir vom Altenheim bringen unser fachliches Knowhow in Altersfragen in die Arbeit des Hospizdienstes ein“, erläutert Janine Reidenbach.

„Im Altenheim wird sich nicht nur unglaublich liebevoll für Sterbende eingesetzt, sondern auch an der Verbesserung der Palliativversorgung gearbeitet. Da sind wir mit dabei“, sagt Birgit Reimsbach, eine der für Bracht zuständigen Koordinatorinnen von ZAPUH überzeugt. Die beiden Institutionen wollen sich gegenseitig in dem Anliegen unterstützen, ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen und das Knowhow der Palliativversorgung immer aktuell zu halten.
„Es geht nicht nur ums praktische Tun der Sterbebegleiterinnen, sondern auch um die Befähigung aller zur Auseinandersetzung mit Leben, Kranksein, Leiden, Sterben und Trauer. Und um die Kommunikation darüber mit allen“, sagt Bettina Leweke, die als Koordinatorin einen weiteren Brückenkopf zum Altenheim bilden wird. So planen die Kooperationspartner auch Fortbildungen gemeinsam abzuhalten und als Referentinnen und Trainerinnen füreinander zur Verfügung zu stehen.

„Wenn Kooperation keine gelebte Praxis wird, ist sie das Papier nicht wert, auf dem sie steht“, erklärt Ida Lamp, Leitende Koordinatorin des Zentrums für ambulante Palliativversorgung und Hospizarbeit. Ihre Vision ist es, dass sich alle im Gesundheitswesen gut vernetzen, damit trotz der Alterspyramide und allem gesellschaftlichen Wandel würdevolles, solidarisches Leben bis ins hohe Alter und begleitetes Sterben gelebt werden. Die Zeichnung des Papiers ist nur der Anfang. Jetzt wird die konkrete Zusammenarbeit intensiviert werden. Und davon wird noch zu hören sein.