Brand in der kunststoffverarbeitenden Industrie gut gemeistert: Feuerwehr Brüggen übt bei Peter van Eyk

So könnte ein Einsatz auch in der Realität beginnen: Am Samstag um 13.06 Uhr löst die Gefahrenmeldeanlage der Firma Peter van Eyk an der Stiegstraße aus. Sekunden später haben die Mitglieder des Löschzugs Bracht diese Alarmierung auf ihren Meldern. Allerdings in diesem Fall mit dem Zusatz „Übung“.

Brüggen – Normalerweise treffen sich die Feuerwehrleute zu festgelegten Zeiten, um gemeinsam zu üben. Manchmal geht es aber auch um etwas, das die Freiwillige Feuerwehr auszeichnet – alarmiert zu werden, sofort alles stehen und liegen zu lassen und loszufahren.
Das Szenario, das sich die Führungen der Löschzüge Bracht und Brüggen ausgedacht hatten, geht so weiter: Zwei Minuten später ruft ein Mitarbeiter, der zufällig am Samstag in der Firma ist, hustend an und bestätigt, dass es wirklich ein Feuer gibt. Daraufhin wird der Löschzug Brüggen auch sofort alarmiert.
Als das erste Fahrzeug am Brandort eintrifft, wartet der Mitarbeiter aber nicht wie verabredet an der Tür – er ist verschwunden. Irgendwo in dem Industriekomplex.

Für insgesamt 36 Wehrleute aus den beiden Löschzügen beginnt ein Kampf gegen die Zeit. Menschenrettung hat immer oberste Priorität, der Mann muss aus dem Rauch heraus. Wie ist der beste Zugang zum Brandherd? Wie müssen die Fahrzeuge stehen, damit von den richtigen Seiten her gearbeitet werden kann? Was ist bei dieser Firma besonders zu beachten?
Blitzschnell werden Entscheidungen getroffen, beginnt die Suche nach dem Mann und das Löschen des Feuers. Zeitgleich sorgen die Wehrleute mit einem Wasserwerfer auch dafür, dass keine giftigen Dämpfe in die Umgebung ziehen. Denn wenn es dort wirklich brennen würde, entstünden Salzsäuredämpfe, die für eine Gefahr für die Menschen ringsum sorgen würde.
Nach knapp zwei Stunden Arbeit ziehen die Übungsleiter ein positives Fazit. Zusammenarbeit und Kommunikation haben gut funktioniert, der Mann ist gefunden und das Feuer gelöscht worden.
Auch Peter-van-Eyk-Geschäftsführer Frank Büschgens blickt zufrieden in die 36 erschöpften Gesichter. Für ihn ist es eine Beruhigung, dass die Zusammenarbeit zwischen der Firma und der Feuerwehr so gut funktioniert. Alle zwei Jahre übt die Feuerwehr dort verschiedene Szenarien.

Weil van Eyk ein energieintensives Unternehmen ist – wenn der Betrieb unter Volllast fährt, dann wird dort genauso viel Strom verbraucht wie zeitgleich im gesamten Rest der Burggemeinde – können auch Gefahren durch Strom auftreten. Am Wochenende, wenn dort nicht gearbeitet wird, ist allerdings alles stromlos.
Der Abschied fällt herzlich aus – auch wenn sich alle gegenseitig versichern, dass sie sich nicht für einen Ernstfall an gleicher Stelle wieder sehen möchten.

Foto: Feuerwehr Brüggen