Brandserie auf dem „Rapido-Gelände“ setzt sich fort

Der Rauch zog in die Nachbargärten, die Fenster mussten geschlossen werden. Die Brände auf dem „Rapido-Gelände“ am Rahserfeld sind mittlerweile nicht nur mehr als ärgerlich, sie sind jedes Mal erneut gefährlich – so wie heute Abend.

Foto: Martin Häming

Viersen – Es ist still – überall liegen lose Aktenblätter, ganze Ordner und Überreste verteilt in den Ecken, erinnern an die Produktion, die bis 2002 die riesigen Hallen des alten Rapido-Geländes am Rahserfeld Viersen zum Leben erweckt hatte. Heute erhält das Gelände einen zweifelhaften Ruf durch die ständigen Brände – die sich mittlerweile zu einer ganzen Serie von Feuerwehreinsätzen ausgeweitet haben. Auch am heutigen Abend brannte es erneut in den leerstehenden Hallen, von dem Feuer war das Verwaltungsgebäude betroffen.

Nach dem Weggang der Firma wurden „über Nacht“ Computer, Lieferscheine und Einrichtung zurückgelassen. Irgendwann bauten Einbrecher sogar die Heizungsanlage ab.
Mittlerweile fühlt sich niemand mehr für die Gebäude zuständig, der Eigentümer sitzt nicht in Deutschland. Fensterscheiben sind zerschlagen, die Hallen stehen offen und sind beliebter „Partyraum“ ganz unterschiedlicher Gruppen aus der Region. Das Firmengebiet ist immer wieder Ziel von Einsatzfahrten, in der Vergangenheit fanden Autorennen um die Gebäude auf dem Innengelände statt. „Wir finden regelmäßig morgens ganze Haufen von Flaschen“, so ein Anwohner. Er selber sei in seinen jüngeren Jahren Kampfsportler gewesen: „Trotzdem würde ich mich hier abends nicht ohne meinen Hund vorbeitrauen.“ Dass die Stadt Viersen nicht endlich durchgreift, ist einem anderen Anwohner unverständlich: „Wir fühlen uns allein gelassen, Anfragen werden nicht oder nicht zufriedenstellend beantwortet.“ Immer wieder herrscht Angst durch die Brände, zuletzt erst in der jüngsten Vergangenheit. (nb)

Foto: Martin Häming