Brüggen: Sein Wort hat Gewicht bei den Menschen

Nach über 20 Jahren als Bezirksdienstbeamter in Brüggen geht Heinz Tappeßer Ende August in den Ruhestand.

Foto: Polizei Viersen

Brüggen – Sie werden ihn vermissen, denn Ende August ist tatsächlich Schluss. Seit 42 Jahren ist Polizei-Hauptkommissar Heinz Tappeßer Polizist, über 20 Jahre davon als Bezirksdienstbeamter in Brüggen und Bracht. Zwei Jahre länger, als er musste, ist er schon geblieben. „Ich würde auch gerne immer noch weitermachen, aber ich möchte mich jetzt mehr meiner Frau und meiner Familie widmen, daneben habe ich mehrere interessante Hobbys – ich habe gar keine Zeit mehr zum Arbeiten“, sagt er lachend. Er arbeitet viel im Wald und in der Landwirtschaft, ist leidenschaftlich gerne mit dem Traktor unterwegs, auch gerne schon mal über weitere Strecken.

Am 1. Oktober 1976 hat der inzwischen knapp 64-Jährige seinen Werdegang bei der Polizei begonnen. Nach Ausbildung und verschiedenen Lehrgängen kam er 1979 zum Polizeipräsidium Mönchengladbach, von wo aus er im „Schutzbereich Viersen“ eingesetzt wurde. 1983 wurde er zur Kreispolizeibehörde Viersen versetzt, tat bis Mai 1998 Dienst in der Polizeistation in Nettetal-Kaldenkirchen. Und dann wurde er Bezirksdienstbeamter in Brüggen. „Ich habe bis zum Ende Spaß an der Arbeit gehabt“, sagt er.
Und die war abwechslungsreich und hat ihn nah zu den Menschen gebracht. Egal, ob jung oder alt, der „Dorfsheriff“ ist ein geachteter Mann, dessen Wort Gewicht hat. Zu seinem umfangreichen Aufgabenfeld gehörte die Begleitung und Verkehrsregelung bei Brauchtumsveranstaltungen, wie St. Martin, Dorf- und Schützenfeste. Er war Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger in seinem Bereich. Die dadurch entstandenen Kontakte waren meistens sehr hilfreich bei der täglichen Arbeit.

Und auch zu den Jugendlichen, die vielleicht sogar auf die schiefe Bahn geraten sind, hat er einen guten Draht. Er findet den Zugang zu ihnen, wo andere schon lange aufgegeben haben.
Ebenfalls zu seinen Aufgaben gehörte das Radfahrtraining, die Vorbereitung der Grundschüler auf die Radfahrprüfung. Wenn Eltern keine Möglichkeit haben, mit dem Nachwuchs nach der Schule für die Prüfung zu trainieren, dann übernimmt er das schon mal. Für die Grundschüler ist sein Wort das Gesetz. So, wie er es ihnen beigebracht hat, so wollen sie Fahrradfahren.
Wenn er morgens am Brachter Schulzentrum an der Kreuzung Südwall/Alster Kirchweg steht und den Verkehr beobachtet, dann rufen die Schulkinder „Hallo“ und winken. Hier grüßt ein Autofahrer mit der Hand, da schnallt sich eine Autofahrerin blitzschnell an und wird knallrot im Gesicht.
Von allen, für die er in den über 20 Jahren eine Stütze, eine Hilfe, ein Ratgeber war, wird er sich in den letzten Arbeitstagen, die vor ihm liegen, nicht mehr persönlich verabschieden können. Aber die Menschen werden ihn in guter Erinnerung behalten. (opm)