Brüggener Herrensitzung begeisterte mit „Salü mit Ü und Tschau mit Au“

Mit einer abwechslungsreichen Herrensitzung zum närrischen Jubiläum von 2 x 11 Jahren brillierte die Brüggener Karnevalsgesellschaft in der Burggemeindehalle.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Brüggen – „Nur für Herren“ hieß es am vergangenen Sonntag in der Brüggener Burggemeindehalle. Eingeladen zu ihrer beliebten Herrensitzung mit närrischen Gästen aus der ganzen Region hatte die Brüggener Karnevalsgesellschaft, die für die Karnevalisten ein buntes musikalisches Programm zusammengestellt hatte. So richtig anheizen musste man die Stimmung von der ersten Minute an nicht, doch was wäre eine Sitzung ohne die schwingenden Beine der Damen oder die karnevalistischen Highlights von den großen Bühnen der fünften Jahreszeit.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Den Auftakt machte deshalb die Tanzgarde des Karnevals-Komitee-Hinsbeck in rot-weiß mit akrobatischen Tanzdarbietungen, die mit Beifall die Bühne für Remmi von Demmi räumten. Gerne schenkten die Jecken dem quirligen Wirbelwind mit seiner rasanten One-Man-Show ihre Aufmerksamkeit, denn den bekannten Stimmungskrachern und eingängigen Partyhits konnte sich niemand entziehen. An die erst Trainingsstunde für die Stimmbänder schloss sich Dave Davis „Motombo“ an. Seit 2008 tourt er mit seiner Bühnenfigur Motombo Umbokko, einem Toilettenmann aus dem fiktiven afrikanischen Land Nfuddu mit nicht zu bändigender guter Laune durch Deutschland und stellt Fragen, die eben nur stellen darf: Kann man sich als Maximalpigmentierter weiß ärgern? Kann man auch ohne helles Köpfchen schlau sein? Und gibt es ethnologisch bedingtes Schwarzfahren? Na, und spätestens seit diesem Tag wissen die Herren ebenfalls: „Wenn Du sitzt in Lehmhütte, darfst Du nicht gegen die Wand pinkeln!“ – ein gut gemeinter Rat seines stummen Großvaters.

Auf eine kürzere Anfahrt konnten die Gardegirls der Großen Rheydter Prinzengarde verweisen, die mit ihrem ganz eigenen Stil traditionelle Schritte mit begrüßenswert frischer Show verbanden und nochmals die Stimmung im Saal anfachten für den Bauchredner Klaus Rupprecht mit seinem berühmten Affen Willi. Dabei ist Willi aber nicht einfach nur ein Affe, sondern eine Art „eierlegende Wollmilchsau“ für die Bühne, der einen Lacher nach dem nächsten ebenso für sich verbuchen konnte wie der Duisburger Kabarettist Horst Trepper, der an diesem Tag die Karnevalisten für sich einnahm.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Ein solch abwechslungsreiches Programm zeichnet sich aus durch den Wechsel von Büttenreden und tänzerischen Darbietungen oder Musik und auch die BKG war dieser guten Tradition gefolgt. Tänzerisch überzeugten auf der Bühne die Funkengarde aus Erkelenz zu gewohnt traditionellen Klängen und hervorragend einstudierten Tänzen, einen Showtanz dagegen hatte die Karnevalsgesellschaft Husaren Schwarz-Weiß aus Siegburg im Gepäck, die ein karnevalistisches Feuerwerk in der Burggemeindehalle zündeten, bevor der Startschuss für den letzten Act des Abends fiel.

De Boore, eine Band, die man den Jecken nicht noch einmal vorstellen musste, rockte, riss die Herren von den Stühlen, brillierte mit kölscher Musik und mehr als 20 Jahren Bühnenerfahrung. Ein Garant für eine fantastische Stimmung und für den Ohrwurm „Hallo mit O, Tschö mit Ö, Bye mi I, Salü mit Ü, Tschau mit Au“ der auch noch Stunden nach dem Ende der diesjährigen Herrensitzung der Brüggener Karnevalsgesellschaft nicht verklungen war. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller