Budo-Club Viersen e. V.: Leere Räume an der Clörather Straße – Im Lockdown leiden besonders die Kinder

Seit Mitte Dezember herrscht Stille in den Räumen der Kampfsportschule des Budo-Clubs Viersen e. V. an der Clörather Straße. Dass sich die Mitglieder nicht zum gemeinsamen Training treffen können, hat Vorsitzender Freddy Bär seit der Gründung des Vereins 1979 noch nicht erlebt.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Die Corona-Pandemie hat bereits in vielfältigen Bereichen einen Tribut gefordert. Immer häufiger stehen Firmen vor dem Aus. Doch ebenfalls die Vereinslandschaft ist zum Erliegen gekommen und driftet in eine ungewisse Zukunft. Zu ihnen zählt der Budo-Club Viersen e. V., der im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Bestehen ursprünglich mit einem großen Jubiläum feiern wollte. Mit online Angeboten versucht der Vorsitzende Freddy Bär die Gemeinschaft zu erhalten, kein leichtes Unterfangen.

Herr Bär, seit Mitte Dezember mussten auch die Kampfsportschulen schließen. Zu dieser Zeit, war der Budo-Club-Viersen gerade einmal vor einem Jahr in die neuen Räume eingezogen. Wie ist der Kontakt zu den Mitgliedern während der Krise?
Wie alle anderen Vereine leiden auch wir sportlich, finanziell unter diese Situation, was aber noch noch wichtiger ist, ist der Verlust der Kontakte zu unseren Schülern und Eltern, die mittlerweile auch Freunde sind.

Aufnahme wurde vor Corona gemacht! Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Haben Sie andere Möglichkeiten für das Training Zuhause geschaffen?
Mit unserem Online-Training in allen Altersklassen und den Vereinchats versuchen wir weiterhin, Kontakt zu unseren Schülern und Eltern zu halten und wenigstens ein kleines Angebot im Sportbereich zu bieten.

Wie sind die Erfahrungen mit solchen Angeboten? Nehmen viele Ihrer Mitglieder die Kurse von zu Hause aus wahr?
Wir haben festgestellt, dass jetzt im 2. Lockdown das Interesse am Online-Training immer mehr abnimmt. Eine Erklärung dafür ist wohl auch die Situation im Schulwesen, die ja auch diesen Weg gehen muss. Auch ist Online-Training mit unseren kleinsten Mitgliedern, die im Alter von 3-6 Jahren sind, ist extrem schwierig und die Kinder verlieren schnell das Interesse.

Es werden aber jetzt schon Aktivitäten für die Zukunft geplant und in die Wege geleitet, wie z.B. Outdoor-Training mit vom Verein und noch vorhanden Sponsoren finanzierten bzw. gesponsorten Regenjacken, sobald dies möglich sein wird.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Wäre ein Online-Training auch eine Idee über die Corona-Pandemie hinaus?
Das Online-Training nach dem Lockdown soll vor allem im Tai-Chi weitergeführt werden und für die Menschen, die auch nach der Krise nicht oder nur sehr schwer das Haus verlassen können oder sollen.

Haben Sie Kontakt zu anderen, ähnlichen Einrichtungen? Wie sieht es bei Ihren Kollegen aus?
Allen unseren befreundeten Kampfsportschulen unseres Verbandes geht es leider ganz genauso.

Das Traurige ist, das überall nur von den Fitness-Studios gesprochen wird. Wir und viele andere Vereine arbeiten aber zum Großteil mit Kindern, die in den Fitness-Studios gar keinen Zutritt haben!
Der Vorstand und die Trainer arbeiten allesamt ehrenamtlich, sodass wir keinerlei Hilfen beantragen können. Der Budo-Club Viersen e.V. überlebt im Moment nur deshalb, weil wir tolle Mitglieder und Eltern haben, die trotz Schließung alle ihre Vereinsbeiträge zahlen, damit Miete und Nebenkosten gezahlt werden können.
Die größten Verlierer sind aber wieder einmal die Kinder und Jugendlichen in unserem Verein! (dt)