BUND Kreis und Stadt Viersen: Aussitzen durch „Gülle-Greenwashing“

Der BUND Kreis und Stadt Viersen fragt nach der aktuellen Studie des Kreises Viersen und dem EUGH- Urteil: „Sinneswandel oder Verzögerungstaktik bei den Verantwortlichen im Kreis Viersen beim Streit um die Gefahren für unser Trinkwasser durch massiven Gülleeinsatz?“

Foto: Myriams-Fotos

Kreis Viersen – „Was der BUND seit Jahren immer wieder durch Gutachten und durch eigenen Recherchen belegt und veröffentlicht hat und was von der lokalen Politik, Verwaltung und von den Bauern nahestehenden Verbänden und und von Landwirtschaftskammer immer wieder geleugnet und als böswillige Verleumdung hingestellt wurde, wird jetzt urplötzlich vom Kreis Viersen, vom Landrat und von einigen Landwirtschaftsfunktionären als eigener Warnruf aus ihrem Hut gezaubert: die Güllemassen aus den Mastställen im Kreis Viersen könnten eine Gefahr für unser Grund- und Trinkwasser sein“, so Almut Grytzmann-Meister, 1. Vorsitzende des BUND Stadt und Kreis Viersen. „Was ist der tatsächliche Grund für diesen plötzlichen, angeblichen Sinneswandel?“

Der Druck des EUGH (Europäischen Gerichtshofes) auf die Bundesregierung in Sachen Gülle-Schwemme habe seit über 10 Jahren nichts bewirkt, führt sie weiter aus, weshalb die Bundesregierung gestern vom EUGH verurteilt wurde – mit einer möglichen Milliardenstrafe. Aber auch danach wird das übliche Spielchen weiter gespielt ist sich Grytzmann-Meister sicher: „Die Bundesregierung übt Druck auf die Landesregierungen aus und diese auf die Kreise. Resultat: da wo man jahrzehntelang geschwiegen und weggeschaut hat, anstatt die allen bekannten Probleme zu lösen, ist man nun gezwungen tatsächlich irgendetwas zu tun. Aber was? Erst mal werden hier die niederländischen Bauern verdächtigt, Gülle in Massen auf deutsche Äcker im Kreis Viersen abzukippen.“
Der Kreis Viersen, die Landwirtschaftskammer und die Bauernverbände würden sich aber auch weiterhin gegen dringend erforderliche und einschneidende Maßnahmen wehren wie z. B. den Stopp beim Bau neuer Massentierhaltungs-Anlagen und gegen eine konsequente Fachkontrolle aller bereits bestehenden Mastbetriebe, so der BUND in seiner Pressemitteilung und schreibt weiter: Stattdessen führte man lieber gegen Anwohner und Umweltschutzverbände, die sich gegen eine dramatische Zerstörung der Umwelt und der natürlichen Lebensräume wehren, aufwändige und teuere Prozesse – die teilweise vom Steuerzahler finanziert werden würden; wie auch das vom Kreis Viersen bestellte „Gutachten“ mit seinem sehr einseitigen, unvollständigen Blick auf die tatsächliche Gefahrenlage durch die riesigen Güllemengen.

Der BUND Viersen und der BUND Landesarbeitskreis Wasser werden auf Grundlage des neuen EUGH-Urteils detaillierte Ergebnisse seiner Recherchen an die zuständigen EU-Kommission, an die Bundesumweltministerin Svenja Schulze, an das Landesumweltministerium und an die überregionale Presse geben.
„Eine nachvollziehbare Einsicht, dass eine weitere Ausbreitung der Massentierhaltungen auch im Kreis Viersen, eine unumkehrbare Vernichtung von Natur- und Wohnraum bedeuten, ist trotz des derzeitigen Aktionismus der Verantwortungsträger im Kreis Viersen nicht in Sicht“, sagt die BUND-Vorsitzende. „Das Bestrreben des Kreises Viersen ist es, auch weiterhin das gesamte Verfahren im Griff zu behalten – es soll demnach eine neue „Kontroll-Stelle“ eingerichtet werden – für die „schwarzen Schafe aus Holland“? Die Handelnden kontrollieren sich selber!“ Das derzeit pressewirksame Getöse um die angebliche Güllegefahr würde bald wieder verebben, weil die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eines inzwischen gelernt haben so Grytzmann-Meister: AUSSITZEN durch GREENWASHING!