Bundesärztekammer hält Notbremse für richtig und wichtig

Die von Bund und Ländern gefassten Beschlüsse zur Pandemiebekämpfung seien eine wichtige Notbremse, um den aktuell rasanten Anstieg der Infektionszahlen zu verlangsamen.

Corona –  In der Abwägung zwischen erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen einerseits und gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Aspekten andererseits seien die vorgesehenen Einschränkungen angemessen, so ein gemeinsames Statement von BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt und den BÄK-Vizepräsidentinnen Frau Dr. Ellen Lundershausen sowie Frau Dr. Heidrun Gitter zu den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz

Insbesondere sei die Offenhaltung von Kindertagesstätten und Schulen aus infektiologischer Sicht vertretbar und mit Blick auf die körperliche und mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dringend geboten. Bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen in den Bundesländern sei darauf zu achten, weitere gesundheitliche Schäden für die Bevölkerung zu vermeiden: Der Zugang zu notwendigen medizinischen Leistungen müsse zu jeder Zeit sichergestellt sein. Patientinnen und Patienten seien über die vielfältigen Infektionsschutzmaßnahmen in Kliniken und Praxen aufzuklären.

Neben den Maßnahmen zur Begrenzung der Neuinfektionen seien praktikable Schutzkonzepte speziell für Risikogruppen dringend erforderlich. „Es ist zu begrüßen, dass die Kosten der seit kurzem verfügbaren SARS-CoV2-Schnelltests für regelmäßige Testungen der Bewohner bzw. Patienten medizinischer und pflegerischer Einrichtungen, deren Besucher und das Personal übernommen werden sollen“, so die Vertreter der Bundesärztekammer weiter. Parallel seien weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Sensitivität und Spezifität von Antigentests zu fördern. Darüber hinaus wäre es dringend geboten, für Risikogruppen FFP-2-Masken in ausreichendem Maß zur Verfügung zu stellen.

Die gegenwärtige massive Ausbreitung des Corona-Virus entwickele sich zu einer akuten Gefahr insbesondere für die Risikogruppen in unserer Gesellschaft und könnte bei einem ungebremsten Verlauf zu einer Überlastung unseres Gesundheitssystems und damit zu einer Gefährdung der gesundheitlichen Versorgung bei dringend notwendigen Behandlungs- und Vorsorgefällen führen. Deshalb seien die gemeinsam von Bund und Ländern gefassten Beschlüsse aus medizinischer Sicht angemessen und geboten. Die Bundesärztekammer wird sich an der Entwicklung wissenschaftlich begründeter Strategien zur weiteren Pandemiebekämpfung beteiligen.

Quelle: Bundesärztekammer