Bundesweiter Einsatz gegen Kinderpornografie – Ein Tatverdächtiger in Viersen

Die Polizei hat seit Dienstag dieser Woche erneut bundesweit Wohnungen von derzeit 65 Tatverdächtigen, darunter 15 aus NRW sowie ein Tatverdächtiger aus Viersen, wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte durchsucht.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Deutschland/Viersen – Auf Grundlage umfangreicher Datenauswertungen der BAO Berg hatte die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW) beim Amtsgericht Köln Beschlüsse für die Durchsuchungen erwirkt.

Es handelte sich um den zweiten bundesweiten Großeinsatz der BAO Berg, die mittlerweile seit 15 Monaten im Einsatz ist. Bereits am 1. September hatte die Polizei in zwölf Bundesländern mit rund 1.000 Einsatzkräften sechzig Anschriften von rund fünfzig Beschuldigten durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Vielerorts waren erneut wieder Spezialeinheiten im Einsatz.
Zu Hintergründen und ersten Ergebnissen der Durchsuchungen haben Oberstaatsanwalt Markus Hartmann als Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW und Kriminaldirektor Michael Esser als Leiter BAO Berg im Rahmen einer Pressekonferenz informiert.

„In diesen Fällen geht es um den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von pornografischem Material“, so Esser. Es handele sich nicht um Hinweise auf aktive Missbrauchstäter, denen in zehn Bundesländern nachgegangen wurde – diese wurden bereits nach Bekanntwerden in den Blick genommen. Unter Führung der Polizei Köln wurden 63 verdächtige Männer und zwei verdächtige Frauen angegangen. Aufgrund von ersten Medienberichten, wurde der Einsatz schneller als geplant durchgeführt.
„Wir haben bei den Durchsuchungen insgesamt 1.000 Asservate sichergestellt, wir sind aber noch nicht am Ende der Durchsuchungen“, erklärte Esser weiter. Gefunden wurden unter anderem neben elektronischen Datenträgern und „Zufallsfunden“, darunter geladene Waffen, auch bei einem Beschuldigten, der selber keine Kinder hat, Kinder- und Sexspielzeuge. Ein weiterer Tatverdächtiger wollte flüchten, zudem wurde ein 13-jähriges Kind in die Obhut des Jugendamtes übergeben.

„Wir haben am Mittag bei einem Objekt bereits den dritten Datenträgerspürhund im Einsatz“, so Kriminaldirektor Esser weiter. Das Gelände sei nicht nur sehr weitläufig, die Verstecke erwiesen sich zudem als sehr kreativ.
Alleine in NRW waren 483 Einsatzkräfte eingesetzt, mit dem Ziel von 21 Durchsuchungsobjekten und 16 Tatverdächtigen. Hierunter ein Objekt in der Stadt Viersen, wie die Polizei bestätigte. Fragen zur aktuellen Ermittlung könnten zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht beantwortet werden.

Insgesamt 52 Kinder wurden seit Beginn der Einsätze befreit werden, sieben Verfahren wurden in andere Staaten abgegeben. Mittlerweile wurden 330 Beschuldigte identifiziert, sieben Personen sitzen in Untersuchungshaft, elf wurden angeklagt, bei zehn wurde das Urteil bereits rechtskräftig.
„Wir als Polizei Köln werden den Kampf gegen Pädokriminelle nicht aufgeben“, berichtete der Kriminaldirektor, „dabei nutzen wir alle technischen Möglichkeiten um das Leiden der Kinder schnellstmöglich zu beenden. Jeder der sich Material aus dem Internet herunterlädt, der ist mit dafür verantwortlich, dass irgendwo ein Kind sexuell misshandelt wurde.“ (wh)