Burgort Oedt in Grefrath wird Teil des Rheinischen Städteatlas

Der vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) herausgegebene Rheinische Städteatlas umfasst mittlerweile 187 Städte, Dörfer und Gemeinden. Nun gehört im Zuge einer digitalen Buchvorstellung auch der Burgort Oedt in der Gemeinde Grefrath dazu.

Grefrath – Der vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) herausgegebene Rheinische Städteatlas umfasst mittlerweile 187 Städte, Dörfer und Gemeinden. Seit heute (24.06.2021) gehört im Zuge einer digitalen Buchvorstellung auch der Burgort Oedt in der Gemeinde Grefrath dazu. Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, überreichte dem Bürgermeister der Gemeinde Grefrath, Stefan Schumeckers, den Städteatlas digital.

Die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte hat heute einen hohen Stellenwert in einer Region, die zu den dichtesten Städtelandschaften Europas zählt. In vielen Fällen, so auch in Grefrath-Oedt, haben die Mitarbeiter des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte (LVR-ILR) stadtgeschichtliche Pionierarbeit geleistet.
Das 1170 erstmals erwähnte Oedt gehörte zunächst zur Abtei Mönchengladbach. Die bei Oedt liegende Burgruine Uda diente im 14. Jahrhundert als Verwaltungszentrum der damals eigenständigen Landesherrschaft. Im Jahr 1349 wurde Oedt an den Erzbischof von Köln weiterverkauft und somit nach Kurköln eingegliedert. Die nun kurkölnische Landesburg erlangte bis zum 17. Jahrhundert ihre Bedeutung als Grenzfestung gegen die Herzogtümer Geldern und Jülich. Die 1879 gegründete Textilfirma Girmes bestimmte die Siedlungsgeschichte maßgeblich im 19. Jahrhundert, da sie die Industrialisierung und Urbanisierung stark vorantrieb.
Auf diese Weise gewinnt der Rheinische Städteatlas einen unmittelbaren Gegenwartsbezug, da er die vielfältigen strukturellen Veränderungen der rheinischen Städtelandschaft in ihrer Gesamtentwicklung bis in die Gegenwart hinein berücksichtigt. Auch der Kartenteil gibt vielfältige Informationen, die nicht nur für Fachleute, sondern für ein breites Publikum, insbesondere für Schulen, Heimatforschung, Stadtplanung und Architektur interessant sind.

Der Rheinische Städteatlas ist einer der inhaltsreichsten und innovativsten Atlasprojekte. Mit den für alle bisher erschienenen Atlanten gültigen einheitlichen Standards ermöglicht er auch vergleichende Studien und macht die Städtelandschaft Rheinland als solche greifbar und verständlich. (opm/paz)

Am Rande des Grefrather Ortsteils Oedt ist der Rundturm der mittelalterlichen Burg Uda erhalten. Um 1300 erbaut, diente sie als Verteidigungsanlage gegen die Herzogtümer Jülich und Geldern. Foto: Rheinischer Spiegel