Cannabidiol (CBD) – Ein Naturheilmittel mit Tradition

Das Cannabinoid Cannabidiol (CBD), ein Wirkstoff aus der weiblichen Hanfpflanze (Cannabis), ist auch in Deutschland seit einigen Jahren voll im Trend.

Service – Besonders beliebt sind CBD-Produkte, die unter anderem in Apotheken, Drogerieketten und beim CBD-Öl-Online-Shop Justbob legal erworben werden können, als Genuss- und Entspannungsmittel. Vielen Menschen nutzen den pflanzlichen Wirkstoff etwa nach einem anstrengenden Arbeitstag oder um besser einschlafen zu können. Eine Reihe von Studien zeigt jedoch auch, dass CBD unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin hat.

Cannabis als Heilpflanze

Cannabis gehört zu Nutz- und Heilpflanzen mit der längsten Tradition. Laut einer Studie der Universität Lausanne wurde die Hanfpflanze in China bereits in der frühen Jungsteinzeit vor 12.000 Jahren im Nordwesten des Landes angebaut. Als Heilmittel genutzt wird Cannabis laut Überlieferungen seit etwa 6.000 Jahren.

In der jüngeren Vergangenheit hat vor allem die westliche Schulmedizin die Cannabispflanze mit ihren zahlreichen Cannabinoiden jedoch aus dem Blick verloren. Zudem hat die psychoaktive Wirkung des Cannabinoids Tetrahydrocannabinol (THC) dazu geführt, dass Cannabis in vielen Ländern unter die Drogengesetzgebung fällt und daher verboten worden ist.

Foto: Julia Teichmann/Pixabay

Erste Extraktion von CBD

Auch der aktuell besonders beliebte Wirkstoff CBD hat schon eine lange Tradition. Erstmals extrahiert wurde das Cannabinoid aus der Hanfpflanze bereits im Jahr 1940 durch Wissenschaftler der Universität Illinois. Zeitgleich extrahierten die Wissenschaftler auch THC erstmals. Leider wurde CBD zu diesem Zeitpunkt fälschlicherweise noch aus toxisch eingestuft, weil noch keinerlei Studiendaten über die Wirkung des Cannabinoids im menschlichen Körper existierten.

Erneut extrahiert wurde CBD dann erst im Jahr 1964 durch den israelischen Wissenschaftler Dr. Raphael Mechoulam. Im Anschluss erforschte Mechoulam mit seinem Team die chemische Struktur der Cannabinoide THC und CBD. Mechoulam gilt daher noch immer als der wohl wichtigste Pionier bei der Erforschung der medizinischen Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis.

Wissenschaftlich belegt wurde die Wirksamkeit von CBD auf den menschlichen Körper jedoch erst im Jahr 1992. Wissenschaftler entdeckten in diesem Jahr das sogenannte Endocannabinoidsystem (ECS), das im Körper des Menschen direkt mit Endocannabinoid-System interagiert und so die medizinische Wirkung von CBD und die berauschende Wirkung von THC auslöst.

Unterschiede zwischen THC und CBD

Die Cannabinoide THC und CBD unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer psychoaktiven Wirksamkeit. THC versucht das typische Rauschgefühl, das Cannabis als Suchtmittel so populär gemacht hat. Der Gegenspieler CBD ist hingegen nicht psychoaktiv und wird vom Europäischen Gerichtshofs (EuGH) deshalb auch nicht als Droge angesehen. Die Wirkung auf den menschlichen Körper wird bei beiden Cannabinoiden hingegen gleich ausgelöst, nämlich dadurch, dass sie an die entsprechenden Rezeptoren andocken.

Anwendungsmöglichkeiten von CBD in der Medizin

CBD ist ein breites Wirkungsspektrum. Laut zahlreichen Studien eignet sich das pflanzliche Mittel vor allem zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Nervosität. Laut Erfahrungsberichten von Nutzern und wissenschaftlichen Untersuchungen gehen die  Anwendungsmöglichkeiten von CBD in der Medizin aber noch weit darüber hinaus.

  • Wissenschaftler der Ribeirao Preto Medical School der Universität von Sao Paulo stellten fest, dass CBD die Aggressivität hemmen kann. Entscheidend war dabei vor allem die richtige Dosierung, mit der zwei wichtigen Rezeptoren aktiviert werden konnten.
  • Ein Team des LMU Klinikum München konnte im Jahr 2021 überdies belegen, dass CBD auch bei der Behandlung von Krebs helfen kann. Bei bestimmten Tumortypen kann der pflanzliche Wirkstoff laut der Studie Krebszellen abtöten. Dies kann laut den Entdeckern als Grundlage für eine neue Glioblastomtherapie dienen.
  • Eine Kooperation des Department of Biomedical Sciences und des Research Centre of optimal Health entdeckte im Jahr 2020, dass CBD die Wirksamkeit von Antibiotika erhöhen kann. Dies ist laut ihrer Untersuchung möglich, weil das Cannabinoid und die Medikamente unterschiedliche antibakterielle Eigenschaften besitzen, die gemeinsam ihre Wirkung entfalten.

Neben diesen drei besonders beeindruckenden Beispielen gibt es noch mehrere tausend weitere Studien, die die Wirksamkeit von CBD bei unterschiedlichen Krankheitsbildern belegen. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass das Cannabinoid auch in der Schulmedizin in den kommenden Jahren immer mehr Anwendung finden wird. Dafür spricht auch die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, die inzwischen durch zahlreiche Umfragen belegt wurde. (opm)

 

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