Caritas wächst auch im Corona-Jahr

Der Caritasverband Region Mönchengladbach hat das Pandemiejahr 2020 gut bewältigt. Es war eine kräftezehrende, herausfordernde und manchmal traurige Zeit – aber auch ein aktives Jahr mit neuen Projekten.

Mönchengladbach – Eine Weltmeisterin ziert die Titelseite des Jahresberichts 2020, den der Caritasverband Region Mönchengladbach jetzt vorgelegt hat: Ina Menzer, in Mönchengladbach aufgewachsene ehemalige Profiboxerin, zog im vergangenen Jahr noch einmal die Handschuhe an und trainierte mit Auszubildenden der Caritas.

Das war, bevor die Corona-Pandemie zu Lockdowns führte und auch Einrichtungen der Caritas zeitweise nur eingeschränkt arbeiten konnten oder sogar geschlossen werden mussten. „Es war ein sehr herausforderndes Jahr. Corona hat auch unseren Caritasverband fest im Griff gehabt“, sagt Vorsitzender Dr. Christof Wellens rückblickend. Auch in Einrichtungen des Verbandes gab es infizierte und erkrankte Menschen. Wellens: „Einige haben das Virus leider nicht überlebt. Wir betrauern den Tod von Bewohnerinnen und Bewohnern, die an oder mit Corona verstorben sind.“ Die Pandemie habe bis in das Jahr 2021 viel Schmerz in einige Familien gebracht – auch in die Familien von Mitarbeitenden.

Christof Wellens und Geschäftsführer Frank Polixa danken allen Mitarbeitern, die den ihnen anvertrauten Menschen „so viel Zuwendung und Unterstützung wie nur möglich gegeben haben und bis heute geben“. Sie bedanken sich auch bei zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, die sich meldeten. „Es gab sehr viel Hilfsbereitschaft und Solidarität. Noch nie haben wir über unser Freiwilligen-Zentrum in einem Jahr so viele Menschen in eine ehrenamtliche Tätigkeit vermittelt“, so Christof Wellens.

Um das freiwillige Engagement auch digital zu fördern, hat der Caritasverband die „Anpacker-App“ für Mönchengladbach gestartet. Sie enthält Dutzende von Engagement-Angeboten und kann in den App-Stores von Apple und Google kostenlos heruntergeladen werden. Für junge Menschen, die ehrenamtlich tätig werden möchten, gibt es nun auch in Mönchengladbach „youngcaritas“. Hier können Jugendliche und junge Erwachsene ihre Ideen einbringen und sich für andere einsetzen. Erste Aktionen gab es bereits für obdachlose Menschen oder für Senioren.

Die Caritas habe alles darangesetzt, um für die Menschen in der Region da zu sein, beispielsweise auch mit einem kurzfristig geschalteten Sorgentelefon sowie einer Sozialberatung in der Jugendkirche. „Bei uns haben sich Menschen gemeldet, die buchstäblich nichts mehr zu essen hatten“, berichtet Frank Polixa. Gleichzeitig habe Corona auch deutlich gemacht, wie wichtig manche Dienste der Caritas in der Krise sind. Wellens und Polixa nennen beispielhaft die Senioren-Tagespflegen sowie die im letzten Jahr erneut stark gewachsenen Angebote Hausnotruf und Mobiler Mahlzeitendienst.

Trotz aller Einschränkungen und Zusatzbelastungen durch die Corona-Pandemie war 2020 auch ein sehr aktives Jahr für den Caritasverband, betont Geschäftsführer Polixa. Mehrere große Projekte wurden vorangetrieben. Dazu gehörte das neue Zentrum für frühe Hilfen und Inklusion an der Urftstraße 265. Das Frühförderzentrum Rheydt ist bereits vor wenigen Tagen in das von der städtischen Wohnbau errichtete Gebäude eingezogen. Mitte August folgt der inklusive Caritas-Kindergarten mit fünf Gruppen.

Nur wenige hundert Meter davon entfernt entstehen die vierte Tagespflege des Verbandes sowie 23 Seniorenwohnungen mit Service: Die Caritas baut die entwidmete Kirche St. Johannes an der Urftstraße um. 14 der 23 Wohnungen werden für ältere Menschen mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung stehen. „Wir schaffen auch hier dringend benötigten sozialen Wohnraum und erweitern unser Wohn- und Serviceangebot für Senioren“, sagt Frank Polixa.

Ebenfalls ausgebaut hat der Verband sein Angebot für wohnungslose Menschen. Sie können zweimal in der Woche in der Jugendkirche einen kostenlosen Mittagstisch erhalten. Außerdem vermietet die Caritas inzwischen sechs Wohnungen nach dem „Housing-First“-Konzept. Dabei erhalten Wohnungslose zuerst eine Wohnung und packen danach weitere Probleme an, wie etwa Arbeitslosigkeit oder Drogensucht. Caritas und Verein Wohlfahrt setzen dieses Konzept gemeinsam um.

Im vergangenen Jahr begannen 20 angehende Pflegefachleute beim Caritasverband die neue generalistische Pflege-Ausbildung. Insgesamt erlernten hier 63 Auszubildende ihren Beruf – acht mehr als noch Ende 2019. Die Caritas bildet neben Pflegefachkräften auch Köche und Kaufleute im Gesundheitswesen aus. Bei der Trainingsaktion mit Ina Menzer konnten die Azubis nicht nur etwas für ihre Fitness tun, sondern erfuhren von der 17-fachen früheren Boxweltmeisterin auch, wie wichtig es ist, klare Ziele zu haben und zu verfolgen. Der Jahresbericht 2020 ist unter www.caritas-mg.de abrufbar. (opm/paz)

Caritas-Vorsitzender Dr. Christof Wellens (r.) und Geschäftsführer Frank Polixa blicken auf ein herausforderndes, aber auch aktives Jahr 2020 zurück. Foto: Caritas

Ein Kommentar

  1. Jaaa, die Caritas hat viel erreicht. Bei all den „guten“ Dingen darf aber auch nicht vergessen werden:

    „Was du auf dem Rücken anderer erreicht hast, bricht dir irgendwann das Genick!“

    Denn genau das ist der wahre Hintergrund:
    BuFD, FsJ, Ehrenamtler`innen Teilzeitkräfte und Minijobber sind die, welche den Erfolg bewerkstelligen und von Institutionen wie Caritas und Co ausgebeutet werden. Mitarbeitende so billig wie irgendmöglich….

    Schlecht bezahlt und mies behandelt fristen diese Mitarbeitenden ihr berufliches Dasein und üben ihren Job, trotz allem mit idealistischer Hingabe und viel Herzblut aus.

    Das sollte von Geschäftsführung und Vorgesetzten erwähnt werden und nicht dieses hier dargestellte, heuchlerische „Dankeschön“.

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