Gesperrte Niersbrücken: „Solche maroden Zustände entstehen nicht eben von heute auf morgen.“

Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger will in Abstimmung mit der CDU-Fraktion die Verwaltung und die Bürgermeisterin umissverständlich in der nächsten Ratssitzung auffordern, schnellstmöglich eine einvernehmliche Lösung für die gesperrten Niersbrücken in Viersen zu finden. 

Viersen-Süchteln – „Um diese Jahreszeit ist mit den Süchtelner Bürgern eigentlich gut Möhrenessen“, so Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger, „aber das was wir Süchtelner von der Stadtverwaltung nun in der Presse dargereicht bekommen, ist für uns und die sonst so friedlichen Bürger nicht zu schlucken! Eine Mitteilung über die plötzlichen und drastischen Sperrungsmaßnahmen beider Niersbrücken haben wir erst auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung und aus der Presse erfahren“, erläutert Genenger verärgert.

„Dass die Sperrung zur Gefahrenabwehr notwendig und richtig ist, wird nicht bestritten, aber dass man es hat soweit kommen lassen ohne große Vorwarnung und dann plötzlich nichts mehr geht, trifft auf großes Unverständnis. Solche maroden Zustände entstehen wie von der Stadtverwaltung selbst beschrieben nicht eben von heute auf morgen und sind kein Virus, der sich landesweit ausgebreitet hat!“, so Genenger. „Mit besserem Vorwissen hätte man längst Fördermittel beim Land beantragen und die entsprechenden Posten im Haushalt einstellen können, um die zeitlich lange Planungsphase für die Erhaltung oder Erneuerung verkürzen zu können. So ist die Angelegenheit erst einmal vor die Wand gefahren!“

Erst im Sommer hat die Bürgermeisterin mit der feierlichen Eröffnung des Süchtelner Stadtteilbüros das laufende innerstädtische Entwicklungskonzept für Süchteln im großen Rahmen bekannt gemacht. Ein wichtiger Aspekt im Konzept ist unter anderem ein vernünftiges Radwegekonzept, das insbesondere die ehemalige Schluffstrecke und die zugehörige Niersbrücke als besonders wertvoll für die Innenstadt berücksichtigt und aufführt. „Wer nun mit dem Fahrrad den großen Bogen und Umweg Richtung Fritzbruch in Süchteln nimmt, wird den Weg in die Innenstadt unter Umständen gar nicht mehr nehmen!“, erklärt CDU Ratsfrau Susanne Sartingen.

Als besonders ärgerlich empfindet Susanne Sartingen die Tatsache, „dass wir diesen Fall bereits mit der maroden Friedhofsbrücke erlebt haben. Man hätte daraus lernen können! Auch hier wurden die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt und die Verwaltung hat nicht auf eine Erhaltung hingearbeitet oder aufmerksam gemacht, dass zukünftig der Verlust der Brücke droht. Durch Sperrung anderer Niersbrücken, beispielsweise am Neersener Weg vor vielen Jahren, hätte man alamiert sein müssen.“

Bezugnehmend auf die Brücke am Rader Weg weist die Süchtelner CDU noch auf ein anderes Problem hin: „Hier drohen erhebliche Schwierigkeiten für die Landwirtschaft. Durch die Sperrung der Brücke am Rader Weg wird dem zuständigen Süchtelner Landwirt zur Bewirtschaftung der Zugang zu den Feldern erheblich erschwert. Bisher nahm er die Einschränkung klaglos hin und konnte die Brücke nur mit leerem Fahrzeug benutzen, hatte aber wenigstens mit einer Fahrt den direkten Zuweg zu seinen Feldern. Den hiesigen Landwirt trifft dies ebenfalls unvermutet und hart. Er muss zukünftig umständlich eine weitaus größere Fahrtstrecke in Kauf nehmen. Ein größerer zeitlicher und kostenintensiver Aufwand, mehr CO2 Ausstoß, den er nun auf sich zukommen sieht.“

„Und hier“, so CDU Ratsfrau Sartingen, „fängt der Klimanotstand vor der Haustüre an! Die Bürgermeisterin hat in ihrer Neujahrsansprache auf 50 Jahre Viersen, der Vierstadt, hingewiesen. Wenn wir das wirklich feiern wollen, müssen wir dem entgegentreten, was die Kritiker der Gemeindereform vor 50 Jahren angeführt haben: Es darf kein Stadtteil mit seinen Belangen hintenangestellt werden. Süchteln hat einige Probleme, dazu zählt vor allem das Verkehrsproblem, was sich nicht von Grund auflösen lässt, aber Probleme, die sich lösen lassen, müssen rechtzeitig und vor allem angepackt werden.“

Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger kündigt daher an: „In Abstimmung mit meiner CDU-Fraktion werden wir die Verwaltung und die Bürgermeisterin umissverständlich in der nächsten Ratssitzung auffordern, zügig dafür Sorge zu tragen, hier schnellstmöglich einvernehmliche Lösungen zu finden und finanzielle Mittel auch auf Landes- und Bundesebene im Rahmen von Fördermitteln zu beantragen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine endgültige Schließung, wie am Neersener Weg in Viersen, wird die Süchtelner Bevölkerung nicht hinnehmen!“