CDU Viersen wählt Bürgermeisterkandidaten – Christoph Hopp will „das rote Rathaus stürmen“

In der Generatorenhalle waren die Tische voll besetzt, ging es doch um den nächsten Bürgermeisterkandidaten der CDU Viersen, mit dem die Partei die langjährige SPD-Stadtführung ablösen will. Zum Abschluss des Abends stand fest, die CDU schickt mit Schulleiter Christoph Hopp ein frisches Parteimitglied ins Rennen, der nun in den Wahlkampf starten wird.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Parteivorsitzender Sebastian Achten konnte direkt eine ganze Halle voller Mitglieder zur Wahl des nächsten CDU-Bürgermeisterkandidaten willkommen heißen. „Es ist ein positives Gefühl, dass wir als CDU so viel Aufmerksamkeit im Vorfeld erzeugt haben“, so Achten, der von dem neuen Kandidaten erwartete Visionen für die Stadt mitzubringen und nicht nur Akzente zu setzen. Es bräuchte einen Masterplan im Bereich der Wirtschaftsförderung und Mobilität, schließlich ginge es nicht darum zu verwalten, sondern zu gestalten. In seinem Rückblick auf die vergangenen Jahre und die letzte Bürgermeisterwahl zeigte sich Achten stolz, dass die CDU besser als zuvor dastehe und sah eine „reelle Chance den Stillstand in dieser Politik endlich zu beenden“. „Unsere Partei lag am Boden“, so Achten, der zu einem starken Zusammenhalt aufrief.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Zur Wahl stellten sind für die CDU in diesem Jahr zwei Kandidaten mit dem langjährigen CDUler Wolfgang Genenger und Neumitglied Christoph Hopp, die mit der CDU den Wahlkampf um den Verwaltungsvorsitz bestreiten wollten. Genenger, der auf über drei Jahrzehnte aktive Arbeit innerhalb der Partei verweisen konnte, unterlag bei der Abstimmung jedoch dem rhetorisch besseren Mitkandidaten, der mit 120 von 167 stimmberechtigten Mitgliedern „ins Rennen geschickt“ wurde. Unter den ersten Gratulierenden fand sich auch Wolfgang Genenger, der dem 50-jährigen Oberstudiendirektor Glückwünsche aussprach.

Für den Kandidaten ein eindeutiges Ergebnis, denn im Vorfeld waren die Kandidaten fast gleichauf gehandelt worden. Genenger hatte an diesem Abend das erste Wort, der in seiner Rede die Themen der aktuellen Bürgermeisterperiode aufgriff, mit denen das engagierte Ratsmitglied fast täglich zu kämpfen hatte, darunter Sicherheit, Wirtschaftsförderung, der Zustand der Schulen oder die Organisation der Verwaltung. Seine Rede wurde mit lautem Beifall belohnt, als der 57-Jährige „Viersener Kosmopolit“ unterstrich, dass er sich in keine Ecke drängen ließe oder dass jeder Stadtteil seine eigene Identität behalten müsse, wenn es um das Zusammenwachsen der Stadt ginge.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Christoph Hopp betonte in seiner Rede, dass er über die nötige Verwaltungserfahrung verfüge, sei er doch Manager einer großen Einrichtung. Auch eine Schule sei eine große Behörde. „Ich trage bereits Gesamtverantwortung für ein großes System“, so Hopp, der zudem von einer guten Vernetzung mit Vereinen und bis hin in die Ministerien sprach. „Visionen brauchen Fahrpläne. Der Bürgermeister muss der Agent des Wandels sein“, ergänzte Christoph Hopp. In seiner Rede ging er dabei die Bürgermeisterin direkt an, die mit ihrer Stimme die Besserstellung der Wirtschaftsförderung verhindert hätte. Wirtschaftsförderung, die laut Hopp eng an das Bürgermeisteramt verknüpft sein sollte.

Die Probleme in Schulen brachte Hopp ebenso zur Sprache, wie die Frage, ob es nicht eine Dependance der Hochschule Niederrhein in Viersen geben könnte. Digitalisierung, Radwegenetz oder heimatbindende Angebote für Jugendliche, Hopp konnte mit seiner Rede überzeugen als er davon sprach, dass Viersen einen „frauenfreundlichen, nein, einen frauenenthusiastischen Bürgermeister“ brauchen würde und zum Abschluss seiner Rede in eine Feldherren-artige Körperhaltung verfiel und von sich in der dritten Person sprach. Er sei ein Macher, kein Aktionist – so der Abschluss einer Rede, mit der er jetzt zeigen muss, dass er umsetzen kann, denn nur so wird er sich gegen den „Amtsinhaberbonus“ behaupten können, der der amtierenden SPD-Bürgermeisterin für die Wahl im kommenden Herbst einen ansehnlichen Vorsprung verschaffen wird. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

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