CDU Viersen: Wenn der Viersener Grüngürtel zum Angstraum wird

Spätestens wenn die Straßenlaternen in den Abendstunden leuchten, wächst die Angst im öffentlichen Raum auch in Viersen. Angestoßen von den Kölner Ereignissen in der Silvesternacht hatte die CDU Viersen gemeinsam mit der Frauen Union im vergangenen Jahr die Sicherheit in den Blick genommen, in dieser Woche konnten die Ergebnisse und Planungen für die weiteren gemeinsamen Schritte präsentiert werden.

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Hochkarätigen Besuch hatte die CDU Viersen gemeinsam mit der Frauen Union ins Süchtelner Josefshaus eingeladen. Zur Präsentation der im letzten Jahr gestarteten Umfrage „Keine Angst im öffentlichen Raum“ war Dieter Schürmann als ranghöchster Kriminalbeamter des Landes NRW nach Viersen gereist.
Trotz des heißen Sommerwetters hatten viele Interessierte den Weg ins Josefshaus gefunden. „Ein Zeichen dafür, wie sehr die Viersener dieses Thema interessiert“, resümierte unter Beifall der Vorsitzende der Viersener CDU, Sebastian Achten. Die Veranstaltung schloss zwar an diesem Abend die von der CDU gestarteten Umfrage des individuellen Sicherheitsgefühls der Viersener ab, CDU-Vorstandsmitglied Henriette Gehse appellierte bei der Vorstellung der Ergebnisse allerdings engagiert an alle Anwesenden auch weiterhin eine Rückmeldung an die CDU zu geben. Nur so könnte auch weiterhin gehandelt werden, nur so könnte gemeinsam an einem sicheren Viersen gearbeitet werden. „Es ist meine tiefste Überzeugung, dass man Bedenken von Bürgerinnen und Bürgern in diesem Bereich immer ernst nehmen muss“, so Gehse. „Denn die persönliche Sicherheit ist existenziell für den Menschen. Es ist deshalb entscheidend, dass dieses Thema immer wieder angesprochen wird. Auch wir werden immer wieder darüber sprechen und weitere Veranstaltungen planen.“ Sicherheit im öffentlichen Raum sei ein Thema, welches sich CDU Viersen und Frauen Union weiterhin ganz oben auf die Agenda setzen werden. Die Umfrageflyer, die rund ein Jahr lang in Viersen auslagen, waren so nur ein erster Schritt zur Erfassung der aktuellen Situation und die Viersener gaben zahlreiche Rückmeldungen. Die Viersen betreffenden Zahlen griff der Landeskriminaldirektor (LdsKD) Dieter Schürmann als Kriminalbeamter des Landes NRW in seinem Vortrag auf, der inhaltlich nicht nur die Situation in Nordrhein-Westfalen darstellte, sondern ebenfalls auf die sinkende Kriminalitätsrate hinwies.

Besonders der Casinogarten, in den Abendstunden der Jubiläumsgarten, der Alte Ev. Friedhof, der gerade erst vollständig eröffnet wurde nach der Neugestaltung, und alle Spielplätze in der Dämmerung wurden in den Rückmeldungen als „unsichere Ecken“ benannt. Dazu gesellten sich der Gereonsplatz, der Bahnhofsvorplatz, die Busbahnhöfe in allen Stadtteilen, die Hauptstraße und die Grevenbroicher Straße im Rahser als Bereiche in denen sich die Viersener nicht wohlfühlen, Angst haben und ihre Sicherheit bedroht sehen.
Zu viele Plätze, die mit Vandalismus, Alkohol- oder Drogenkonsum oder gar Einbruchskriminalität begleitend bezeichnet wurden und die CDU handeln lassen. Letztlich hätte sich auch durch die Alkoholverbotszone in der Viersener Südstadt der Angstraum der Viersener nur verlagert und keine zufriedenstellende Lösung erbracht. Die nötigen Rahmenbedingungen wurden durch die Stadt nicht geschaffen und so ist der Casinogarten mit seinem gut besuchten Spielplatz zur neuen Heimat derer geworden, die ebenfalls zu unserer Gesellschaft dazugehören, die jedoch das bröckelnde Sicherheitsgefühl unterstützen. Ein Verdrängungseffekt kann dabei nicht die Lösung sein, warf Ratsfrau Anne Bieler ein.

„Es ist mir wichtig hervorzuheben, welche gute Arbeit die Polizei Viersen jeden Tag leistet. Gerade mit Blick auf den sinkenden Respekt den Einsatzkräften gegenüber“, so Sebastian Achten, der in diesem Zusammenhang nochmals die sinkende Kriminalitätsrate in Viersen ansprach, aber auch das subjektive Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen. „Für uns als Politik muss es der Auftrag sein die Ängste und Bedürfnisse der Menschen ernst zu nehmen. An der Sicherheit in Viersen möchten wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern arbeiten, damit man in Viersen keine Angst im öffentlichen Raum haben muss.“
Die CDU Viersen und die Frauen Union fordern aufgrund der Umfrageergebnisse die umgehende Instandsetzung von Vandalismusschäden ebenso wie den Ausbau adäquater Beleuchtungskonzepte mit Bewegungsmeldern. Auch die Forderungen nach mehr Präsenz von Ordnungsamt und Polizei an Hotspots sowie der Einsatz von Kameraüberwachung an neuralgischen Punkten werden die Anträge der CDU in den kommenden Monaten begleiten. Forderungen, für die zunächst die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden müssen. (dt)