Corona: Situation von Reinigungskräften – Acht Minuten um ein Klassenzimmer zu säubern

Zum Schulstart in Nordrhein-Westfalen an diesem Mittwoch hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf die hohe Arbeitsbelastung von Reinigungskräften im Zuge der Coronakrise hingewiesen. „Acht Minuten – so viel Zeit hat eine Reinigungskraft im Schnitt, um ein Klassenzimmer zu säubern.“

NRW – „Diese Zeit war schon vor der Pandemie viel zu kurz bemessen“, sagt Antonia Kühn, Regionalleiterin der IG BAU im Rheinland. Umfassender Infektionsschutz sei unter solchen Bedingungen kaum möglich.

Dreck in der Schule sei für Schüler und Eltern in NRW kein neues Thema, so die Gewerkschaft. In den letzten Jahren hätten die Beschwerden deutlich zugenommen. „Es geht so weit, dass Schüler in Putzdienste eingeteilt und Eltern zum Fensterputzen beordert werden. Um die stark verschmutzten Schultoiletten zu säubern, gibt es mancherorts private Spendenaufrufe für zusätzliches Reinigungspersonal“, berichtet Kühn.

Die Beschäftigten litten unter einem wachsenden Zeitdruck. In immer kürzerer Zeit seien immer größere Flächen zu reinigen. Die IG BAU spricht von „Turbo-Putzen“. In der Corona-Pandemie spielten Sauberkeit und Infektionsschutz in Schulen nun eine herausragende Rolle. „Allerdings wollen die meisten Kommunen die bestehenden Aufträge für Reinigungsfirmen nicht der neuen Lage anpassen“, kritisiert Kühn. Für das Personal sei es nicht machbar, in der knappen vorgesehen Zeit den gestiegenen Ansprüchen zu genügen.

Die Gewerkschaft fordert vor dem Hintergrund der Pandemie, vorhandene Kräfte mit mehr Stunden zu beauftragen und wo nötig zusätzliches Personal einzustellen. „Außerdem muss die Gesundheit der Reinigungskräfte selbst noch besser geschützt werden“, betont Kühn. Es sei richtig, dass Land und Kommunen spezielle Maßnahmen zum Schutz der Schüler, Lehrer und anderer Schulbeschäftigten ergriffen hätten. Allerdings dürften das Reinigungspersonal hier nicht vergessen werden. „Saubere Schulen gibt es nur mit sauberen Arbeitsbedingungen“, macht Kühn deutlich. Die Umsetzung der Hygiene- und Arbeitsschutzstandards in Schulen sei ein zentraler Faktor zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

3 Kommentare

  1. Nun ja, nach jeder Lohnerhöhung kommt in vielen Firmen dann die Zeit Kürzung.
    So bleibt alles beim alten für die Firma. Es ist nicht nur in Schulen so sondern in vielen öffentlichen Ämtern so. Alles was zur Stadt gehört z. B. Rathaus, Sozialgericht usw. müssen den billigsten Anbieter nehmen….Da denke ich liegt das Problem☝☝☝.
    Da bleibt die Hygiene auf der Strecke, in Schulen geht das überhaupt nicht!!

  2. Soviel zu den Hygiene Vorschriften. Aber Hauptsache MNS und Hände waschen, um dann die vermutlich nicht sauberen Türklinken anzufassen.
    Sollen die Verantwortlichen doch bitte einmal vormachen, wie man in 8 Minuten sauber und hygienisch einen Klassenraum reinigt. Traurig ist sowas!!!!

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