Corona – Stadt Viersen informiert über Notfallpläne und Schließungen

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Weisungen verschärft, mit denen die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamt werden soll. Die Stadt Viersen hat darum am Samstag, 14. März 2020, eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Mittlerweile ist die Zahl der Infizierten im Kreis Viersen auf 27 angestiegen. 

Viersen – Die Stadtverwaltung gibt dazu eine Übersicht mit Stand vom 14. März, 18 Uhr:

Schulen: Alle Schulen schließen von Montag, 16. März, bis einschließlich Sonntag, 19. April (Ende der Osterferien). Am Montag und Dienstag, 16. und 17. März, wird in den Schulen eine Betreuung der Schülerinnen und Schüler angeboten. Dieses Angebot besteht für Schülerinnen und Schüler, die nicht anderweitig betreut werden können. Damit soll den Eltern Zeit gegeben werden, eine Betreuung zu organisieren. Das Betreuungsangebot umfasst auch die OGS-Zeiten. Unterricht findet nicht statt.

Ab Mittwoch, 18. März, zunächst bis zum 3. April werden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 betreut, deren Eltern zu den „unentbehrlichen Schlüsselpersonen“ gehören. Die Details regeln die Schulen in Absprache mit der Stadt. Informationen dazu gibt es bei den Schulleitungen.

Kitas, Tagespflege: Das Land hat die organisierte Kindertagesbetreuung ab Montag, 16. März, verboten. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 19. April. Weder Kinder im Vorschulalter noch Schülerinnen und Schüler oder deren Erziehungsberechtigte und Betreuungspersonen dürfen die Betreuungseinrichtungen betreten. Auch hier gelten Sonderregeln für Kinder, deren Eltern zu den „unentbehrlichen Schlüsselpersonen“ gehören.

Im Stadtgebiet Viersen gilt: Alle Kitas sind am Montag, 16. März, zu den üblichen Öffnungszeiten besetzt. Eltern, die zu den „unentbehrlichen Schlüsselpersonen“ gehören, erhalten dort weitere Informationen und ein Formular, mit dem sie erklären, zu der Ausnahmegruppe zu gehören. An drei Kitas stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt ab 7:30 Uhr als Ansprechpersonen für Fragen zur Verfügung. Das sind: Kita Steinkreis, Flämische Allee 10 (Viersen); Kita Friedrichstraße, Friedrichstraße 6 (Dülken); Kita Heidweg 21 (Süchteln).

In den städtischen Kitas werden die Kinder in Kleingruppen betreut. Die Zusammensetzung dieser Kleingruppen ergibt sich aus den normalen Kita-Gruppen. Höchstens fünf Kinder nutzen dabei einen Raum. Pro Kita werden höchstens 20 Kinder betreut.

„Unentbehrliche Schlüsselpersonen“: Das Land hat festgelegt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Eltern das Betreuungsangebot für „unentbehrliche Schlüsselpersonen“ nutzen können.

Zunächst darf es keine Möglichkeit der privaten Betreuung insbesondere durch Familienangehörige geben. Hier gilt natürlich, dass besonders schutzbedürftige Menschen wie Großeltern nicht als Betreuungspersonen in Frage kommen. Auch Alternativen wie flexible Arbeitszeiten, Home Office und ähnliches dürfen nicht bestehen.

Die Sonderregelung gilt für alle Berufsgruppen, die arbeiten müssen, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten, die medizinische oder pflegerische Versorgung der Bevölkerung sichern oder zentrale Funktionen des öffentlichen Lebens gewährleisten. Dazu nennt das Land in seinem Erlass Beispiele:

„Alle Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung), der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen.“

Der Landes-Erlass schreibt vor, dass die Eltern entsprechende Bescheinigungen ihrer Arbeitgeber vorlegen müssen. Hier reicht aber zunächst die selbst ausgefüllte Erklärung. Die Bescheinigung kann nachgereicht werden.

Elternbeiträge für OGS und Kita/Tagespflege: Wir prüfen eine Erstattungsregelung. Die Stadt bittet Eltern darum, keine Rückbuchung von eingezogenen Beiträgen zu veranlassen. Das erhöht den Aufwand und verursacht unnötige Kosten.

Sportplätze und Sporthallen: Alle städtischen Sportplätze und Sporthallen sind ab Montag, 16. März, geschlossen. Das gilt zunächst bis zum 19. April.

Stadtbibliothek: Die Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek und ihre Zweigstellen sind ab Montag, 16. März, geschlossen. Das gilt zunächst bis zum 19. April. Die Online-Angebote stehen aber zur Verfügung.

Städtische Galerie im Park: Die Galerie im Park ist ab Montag, 16. März 2020, geschlossen. Das gilt zunächst bis zum 19. April. Die für Sonntag, 29. März, geplante Eröffnung der Ausstellung „Schwarz-Weiß II“ ist abgesagt.

Schwimmbäder: Das Stadtbad Viersen und das Bad Ransberg sind ab Samstag, 14. März, geschlossen. Das gilt zunächst bis zum 19. April.

Stadtverwaltung: Alle Dienststellen der Stadtverwaltung Viersen sind ab Montag, 16. März, für den Publikumsverkehr geschlossen. Das gilt auch für Personen, die bereits einen Termin vereinbart haben. An allen größeren Standorten der Verwaltung stehen am Eingang Mitarbeitende eines Sicherheitsdienstes und der Verwaltung als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Ab sofort sollen alle Vorgänge und Vorsprachen soweit möglich telefonisch oder auf elektronischem Weg oder postalisch bearbeitet werden. Nur wenn das persönliche Erscheinen erforderlich und die Angelegenheit dringend ist, vereinbaren die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter telefonisch Termine. Dann wird dafür gesorgt, dass die Betroffenen zum Termin Zutritt erhalten. Online-Terminvereinbarungen ohne Rücksprache sind vorübergehend nicht möglich.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind unter ihren Telefondurchwahlen und E-Mail-Adressen erreichbar. Zusätzlich wird die Telefonzentrale der Stadtverwaltung (02162 1010) personell verstärkt.

VAB: Weil der Zugang zum Foyer des Stadthauses geschlossen ist, schließt auch die VAB ihr Kundenzentrum. Die VAB ist zu den üblichen Öffnungszeiten unter der Telefonnummer 02162 37820 zu erreichen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.vab-viersen.de. Auch bei der VAB sind persönliche Termine nach entsprechender vorheriger Vereinbarung möglich.

Gremiensitzungen: Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montag, 16. März, 18 Uhr, wird in den Ratssaal im Rathaus Bahnhofstraße verlegt. Es steht nur eine begrenzte Zahl von Zuschauerplätzen zur Verfügung, die nach der Reihenfolge des Eintreffens vergeben werden. Über die Regelungen für weitere Sitzungen wird noch entschieden. Die Sitzung des Integrationsrates am Dienstag, 17. März, wurde abgesagt.

Veranstaltungen: Alle Veranstaltungen werden bis auf Weiteres untersagt. Das gilt auch für private Veranstaltungen. Ausgenommen sind nur notwendige Veranstaltungen. Darunter versteht der Landes-Erlass „insbesondere solche, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und –vorsorge“ dienen.

Alle städtischen öffentlichen Veranstaltungen bis zum Ende der Osterferien sind abgesagt.

Schulen der Pflege- und Gesundheitsfachberufe schließen vom 16. März bis 19. April. Die Auszubildenden sollen in ihren Ausbildungsbetrieben eingesetzt werden.

Krankenhäuser sind angewiesen, Besuche auf das Notwendigste einzuschränken. Kantinen und Cafeterien sollen für Patienten und Besucher geschlossen werden. Alle öffentlichen Veranstaltungen fallen aus. Das gilt zunächst bis zum 19. April.

Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen sollen Besuche auf einen pro Tag und Bewohner und höchstens eine Stunde begrenzen. Die Besuche sollen auf den Zimmern stattfinden. Wer die Häuser betritt und verlässt, wird registriert. Gemeinschaftsaktivitäten mit Externen sind untersagt. Wer in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet oder in einem besonders betroffenen Gebiet nach den Festlegungen des Robert-Koch-Instituts war oder wer als Corona-Kontaktperson der Kategorien 1 und 2 gilt, darf nicht in die Einrichtung. Das gilt zunächst bis zum 19. April.

10 Kommentare

  1. Klasse. Aber ich darf Montag mit 27 anderen Leuten in einem kleinem Klassenraum sitzen. Mache eine Umschulung beim MEK in Krefeld. Habe jeden Tag Kontakt mit meinem 79 jährigen Vater. Was soll ich machen? Ich kann ja nicht einfach dem Unterricht fern bleiben.

  2. ‎Sonntag, ‎15. ‎März ‎2020 11:35:08 Uhr

    An die Stadt Viersen

    In Sachen Corona.

    Hallo zusammen.

    Es werden Schulen geschlossen.
    Öffentliche Veranstaltungen werden geschlossen Schwimmbäder und so weiter.
    Das ist auch gut so.

    Man soll Publikumsverkehr Meiden
    Publikumsverkehr ist auch in den Arbeitsämtern Sozialämtern und Jobcenter.
    werden diese nicht geschlossen ?
    man kann ja auch Sachen per
    Postweg Fax oder
    E-Mail regeln.

    Ich finde es unverantwortlich diese Einrichtungen offen zu halten.
    In diesem Sinne.

  3. Ich habe kein Verständnis für diese halben Sachen. Alles schließen außer Apotheken und Lebensmittel-Handel. So bringt es nicht mehr als Verschleppung.
    Armes Deutschland weil die Politik mal wieder versagt!!!

  4. Wie sieht es aus mit geschäfte hab da was gelesen das montags auf ist von 08-10 Uhr dann zu und Donnerstag wieder aus ?!

    1. Das gehört in die Gattung Fake-News – Geschäfte dürfen (momentan) normal öffnen. Es steht selbstverständlich jedem frei seine Öffnungszeiten einzuschränken.

  5. Jeden Tag fahre ich mit dem Bus und bin verwundert:
    Die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist derzeit das Gebot der Stunde.
    So eine Pressemiteilung eines Verkehrsunternehmens aus Mönchengladbach.
    Man beklagt einen Krankenstand von rund 20 % beim Fahrpersonal wegen einer Erkältungswelle………
    Sieben Vertreter der Coronaviren verursachen beim Menschen Atemwegserkrankungen, etwa auch Schnupfen oder Husten. In welchem Umfang auch weitgehend oder ganz symptomfreie Menschen infektiös sein können, ist noch nicht klar.
    Während SWK mobil , Busverkehr Rheinland nebst Subunternehmer bereits zur Eindämmung der Virusübertragung und zum Schutz des unverzichtbaren Fahrpersonals entsprechende Massnahmen veranlasst haben, ist es unverständlich aber auch unverantwortlich das mit dem Linienverkehr für Mönchengladbach und Viersen beauftragte Verkehrsunternehmen bis dato keinerlei präventive Vorkehrungen getroffen hat. Lediglich sieht man ein Desinfektionsspray am Fahrerplatz des Busses. Klar ist, dass sich das Virus durch Tröpfcheninfektion – etwa beim Husten und Sprechen – verbreitet. Und klar ist auch, dass der Erreger deutlich infektiöser ist, als anfangs angenommen.
    Mir stellt sich die Frage: sind sich die Verantwortlichen ihrem nicht handeln bewusst und können sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren die Gesundheit des höchsten Gutes eines Unternehmens , den Mitarbeitern aufs Spiel zu setzen?
    Allen Busfahrer/innen welche ich zu einer Risikoberufsgruppe zähle, zolle ich meinen grössten Respekt die täglich mit der Sorge einer möglichen Infektion Menschen dennoch Menschen sicher ans Ziel bringen.

  6. Mein Sohn geht in die Werkstatt für behinderte Menschen….. Warum wird dort nicht geschlossen?
    Wenn dort ein Fall auftritt, dann ist der Verteilerradius riesig. Da sie aus der Werkstatt in ihre Wohnheime kommen, wo sie auf ihre Mitbewohner aus wieder anderen Werkstattstandorten treffen. Und diese Menschen haben oft ein nicht so gutes Immunsystem….. Oder sind vorerkrankt.
    Bitte, denken Sie mal drüber nach.

Kommentare sind geschlossen.