Crossover aus Klassik? „Uwaga!“ präsentierte eine Liebeserklärung der besonderen Art

Auf dem Hohen Busch wurde das Auto am Freitagabend zum Konzertsaal. Das Kammermusikensemble „Uwaga!“ trieb Crossover auf die Spitze, überschritt Grenzen und wurde mit begeistertem Applaus belohnt.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Unter dem ungewöhnlichen Namen „Uwaga!“ haben sich seit 2007 vier Musiker einen Namen gemacht, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Christoph König, Maurice Maurer, Miroslav Nisic und Matthias Hacker haben zuvor auf den großen Bühnen bewiesen, dass ihr Mix überzeugt und ebenfalls in Viersen fanden sich schnell neue Liebhaber ihrer ungewöhnlichen Crossover-Musik.

Lebenslust pur und ein ekstatisches Vergnügen, welches den Zuhörern in ihren Fahrzeugen sichtlich Freude bereitete. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nach Möglichkeit ergänzt durch den jungen Percussionisten Max Klaas, der in Viersen allerdings nicht mit dabei war, präsentierte die Kulturbühne das Programm „Mozartovic – Amadeus goes Balkan Groove“, mit welchem die vier Musiker Mozarts ausschweifende Reise von Wien aus entlang der Donau in Richtung Balkan hörbar machten. Auf seiner Reise erwarteten ihn wilde Partys, lange Nächte und ungewöhnliche Tänze – man erzählt sich, dass Mozart in der dortigen Kultur so sehr aufgegangen sei, dass ihm der Spitzname „Mozartovic“ verpasst wurde.

„Seine damals entstandenen Werke wurden lange unter Verschluss gehalten – zu radikal war der Bruch mit der Wiener Klassik, zu ungewöhnlich die Instrumentierung. Er komponierte in dieser Phase ausschließlich für die Besetzung zwei Violinen, Akkordeon, Kontrabass und Percussion“, so „Uwaga!“, die sich den wilden Jazz-Improvisationen stellten und die Energie einer Rockband mit der Detailverliebtheit eines Kammermusikensembles verbanden.

„Uwaga!“ trieb Crossover auf die Spitze, überschritt Grenzen und wurde mit begeistertem Applaus belohnt. Foto Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Lebenslust pur und ein ekstatisches Vergnügen, welches den Zuhörern in ihren Fahrzeugen sichtlich Freude bereitete. Wie gut, dass Mozarts Stücke wiedergefunden wurden, denn sie passen tatsächlich wie angegossen zu „Uwaga!“. Eine musikalische Reise nicht nur über Landesgrenzen hinweg, sondern auch über die sonst geschlossenen Bereiche musikalischer Genre und der Beweis, dass ein klassischer Violinist, ein Jazzgeiger, ein Akkordeonist und ein Bassist mit ihrer so ungewöhnlichen Mischung und kultureller Offenheit einen Vulkan musikalischer Überraschungen entfachen können. (nb)