Das AKH Viersen setzt auf eigene Azubis

Über zu wenig Bewerber kann sich das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen nicht beschweren, sagt Nadine Lafontaine, Pflegedienstleiterin im AKH.

Viersen – 20 junge Leute starteten jüngst in die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Es gebe gute Gründe für diese Berufswahl, finden Lafontaine und Azubi Tom Männchen.

„Mir gefällt, dass wir während der Ausbildung alle Bereiche kennenlernen“, betont der Brüggen-Brachter Männchen. Zur Ausbildung gehört die Arbeit in einem Akutkrankenhaus, im Altenheim, einer Pflegeeinrichtung oder Hospiz, im ambulanten Dienst, der Pädiatrie der Kinderklinik, beim Kinderhaus Viersen und in psychiatrischen Einrichtungen. Vorteile für die Azubis nach dem Abschluss: Sie können in der pflegerischen Versorgung vom Kind bis zum Senioren eingesetzt werden. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt. „Die künftigen Pflegefachleute arbeiten in einem interessanten und zukunftsorientierten Beruf“, findet Nadine Lafontaine.

Tom Männchen ist eher ein ungewöhnlicher Auszubildender. Der 28-Jährige hatte schon früh Interesse an medizinischen Themen, entschied sich jedoch für eine andere Leidenschaft: den Frisörberuf. Nach einem Unfall verschlug es den Azubi im zweiten Ausbildungsjahr wieder in den medizinischen Bereich: „Ich finde es total spannend, die Selbstheilungskräfte des Körpers kennenzulernen und zu sehen, was heute medizinisch alles möglich ist“, so Männchen.

Highlight und Motivation für ihn: „Wenn man geholfen hat, einen Schwerkranken wieder gesund zu pflegen, das fühlt sich einfach super an“, erzählt er. Doch natürlich sei der Beruf nicht für jeden etwas. Neben den körperlichen Anforderungen, müsse man mit Menschen umgehen können und seelisch stabil sein. Denn falls einem Patienten einmal nicht mehr geholfen werden kann, müsse man auch damit umgehen lernen, so Männchen.

Etwa 120 junge Leute haben sich auf einen der 20 Ausbildungsplätze beworben. Das AKH Viersen ist stolz auf seinen guten Ruf, unternimmt aber auch einiges dafür: Inzwischen nimmt das Krankenhaus zweimal jährlich junge Menschen in die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann auf. Damit das Mehr an Azubis kompetent betreut werden kann, gibt es extra dafür freigestellte Praxisanleiter und Praxisleiterinnen. Diese erfahrenen und speziell geschulten Pflegefachkräfte kümmern sich intensiv um die praktische Ausbildung und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Ziel des AKH: Möglichst viele Azubis von sich zu überzeugen und direkt nach Abschluss zu übernehmen. Das klappt, weil immer mehr Auszubildende bereits vorher im Rahmen von Schul-Praktika oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr den Kontakt zum AKH hatten. „Sie haben sich bewusst für unser Krankenhaus entschieden und bleiben uns dann in der Regel auch erhalten“, sagt Pflegedienstleiterin Lafontaine.

Die Bewerbungsphase für den Kurs zum 1. März 2022 läuft bereits. Interessierte können sich bei Nadine Lafontaine per Telefon unter 02162 – 104 22 30 oder per Mail unter lafontaine@akh-viersen.de melden. Weitere Informationen gibt es auch unter www.akh-viersen.de. (paz)

Üben die Wundversorgung an einer Puppe: Die Azubis Tom Männchen und Jessi Platzer, die zuvor ein Freiwilliges Soziales Jahr im AKH Viersen absolvierte. Im Hintergrund: Pflegedienstleiterin Nadine Lafontaine. Foto: Carsten Preis

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