Das Leben der vergessenen Wahlplakate

Zahlreiche Wahlplakate hängen auch einen Monat nach der Bundestagswahl noch im Viersener Stadtgebiet. Eigentlich hätten diese bereits Anfang Oktober entfernt werden müssen. Doch was passiert nun mit ihnen?
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Mitte August waren sie eigentlich fast über Nacht da: Die tausenden Wahlplakate zur Bundestagswahl. Nun ist diese allerdings seit einem Monat vorbei, die Ergebnisse wurden bestätigt, die gewählten Volksvertreter haben ihre Ämter bereits besetzt.

Nur die Plakate, die fanden nicht alle zurück nach Hause. Immer noch hängen sie vereinzelt, meist allerdings lassen sie bereits den Kopf hängen und fristen aktuell ihr Leben als vergessene Überbleibsel zahlreicher Werbeversprechen. Die Sondernutzung der öffentlichen Fläche wird zumindest in Viersen nicht teuer. Ein Blick in Nachbarkommunen zeigt, dass in Köln schnell einmal 1.000 Euro Strafe fällig werden und auch die Stadt Dortmund entfernt seit Anfang Oktober die Plakate auf Kosten der jeweiligen Partei. Die Höhe der Geldbuße richtet sich dabei immer nach dem Einzelfall und der Menge der Plakate. In Düsseldorf werden die Parteien mit einer Frist zur Abnahme angeschrieben, erst danach ist ein Bußgeld nicht mehr weit.

Ja und in Viersen? Hier ist die Frist für das Abhängen der Wahlplakate am 4. Oktober 2021 abgelaufen. „Das Ordnungsamt erreichte bislang keine Meldung darüber, dass noch eine Vielzahl an Plakaten an Straßen im Stadtgebiet nicht abgenommen wären“, informiert ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Wen allerdings das Plakat vor der Haustüre oder an einem anderen Ort zu sehr stört, der kann sich an die Ideen- und Beschwerdesteller der Stadt Viersen wenden. Das ist möglich per Mail (beschwerdemanagement@viersen.de) oder telefonisch unter der Nummer 02162 101-4444. In Einzelfällen entfernen Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes Viersen (KOV) dann das Plakat, welches im Verwaltungsgebäude in Dülken gelagert wird. Die Partei wird aufgefordert, das Plakat abzuholen. Erfolgt dies nicht, wird es entsorgt. Da es sich um Einzelfälle handelt und das Abhängen im laufenden Dienstbetrieb stattfindet, erhalten die Parteien keine Rechnung. (ea)

Mit Füßen getreten … ein Wahlplakat am Montag dieser Woche auf der Viersener Bahnhofstraße. Foto: Rheinischer Spiegel

3 Kommentare

  1. Wenn mich der Wahlplakatemüll vor meiner Haustüre stört,
    und das haben die Dinger mich auch schon vor dem 4.Oktober,
    da bin ich ganz pragmatisch veranlagt, hole den Seitenschneider
    aus dem Keller und sorge selber für eine Lösung des Problems!

    1. Kann ich verstehen, ist aber sicherlich nicht Sinn der Sache.
      Es hagelt Ordnungsgelder, wenn sie irgendwo ihren Müll ablegen und „vergessen“.
      Wenn der Entsorger ihren Sperrmüll nicht vollständig räumt, müssen sie das selbst übernehmen. Wehe, wenn nicht!

      Schausteller, Marktbeschicker und dergleichen mehr würden auch mit Bußgeld belegt werden, wenn sie sich nicht um die Entsorgung der Hinterlassenschaften bemühen.

      Diese „Möchtegernparteien“, die sich meist über Gerechtigkeit, Umweltschutz, Klimawandel etc. definieren, dürfen ungestraft ihren Müll liegen lassen.

      Ach ja, wir sind alle gleich, bis auf jene, welche gleicher sind.

  2. Ist doch logisch, wir Bürger haben die Wahlplakate Bezahlt, und dann nach der Schmutzigen Wahl, hat doch ein Anteil der Gewählten kein Interesse mehr an die falsche Wahlversprechen. Denn das wenigste wird eingehalten.

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