In Süchteln brannte das Josefshaus bereits zum 24. Mal

Es ist das erste Live-Festival des Jahres, es ist längst ein Muss für alle Fans und es war auch am vergangenen Wochenende, mittlerweile übrigens zum 24. Mal, ein voller Erfolg. Das Rockfestival „Süchteln brennt“ ist weit über die Grenzen des grünen Viersener Stadtteils bekannt und die Gäste nehmen gerne teilweise große Anfahrtstrecken in Kauf.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Süchteln – Im ausverkauften Josefshaus erwartete die Gäste erneut in diesem Jahr ein „Rundum sorglos Rockpaket“. Der Saal hatte sich fein gemacht, Ton- und Lichttechnik waren gekonnt abgestimmt und das Line-Up versprach bereits im Vorfeld einen Abend der Extraklasse. Das Organisationsteam hatte gewohnt erfolgreich geplant und konnte am Samstagabend stolz auf die engagierte Arbeit blicken.

Bereits kurz nach Einlass hatte sich das Josefshaus gefüllt mit Gästen, die gemeinsam feiern wollten. Gemeinsam den Abend genießen wollten, fast schon in familiärer Atmosphäre und entspannt – soweit dies beim Tanzen möglich war. Denn die Bühne eröffnete an diesem Abend die Erkelenzer Rock-, Pop- und Metallband Ghosther. Wie gut, dass die Oropax zur Hand waren – nein, nicht wegen dem mitreißenden Sound und der begeisternden Stimme, die Frontfrau Jenny in die Halle schmetterte, sondern eher für den Hall der zahlreichen Stimmbänder, die gerade erst warmliefen. Ein perfekter Starter für die bereits hervorragende Stimmung, in der sich die Zuhörer von der ersten Minute an befanden, denn die vier Rheinländer wissen wie legendäre Partys gefeiert werden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Großzügigen Ska mit einem Schuss Swing und einer Prise Reggae versprachen die Damen und Herren aus Köln, die als Scruffyheads bekannt sind und die nicht zu viel versprochen hatten, als sie all das in einen Cocktailshaker geschmissen hatten. Herausgekommen war eine „partytaugliche Mischung garniert mit Zuckerrand, Schirmchen und Punkrockattitüde“, völlig anders als der erste Act des Abends, aber nicht weniger mitreißend und tanzbar.

Im Scheinwerferlicht waren zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Trompete, Saxophon, Posaune sowie ein mehrstimmiger Gesang zu Hause und die sieben Bandmitglieder wussten genau, wo Stilbrüche sich zu einer Musik verbanden, die selbst das größte Spagat verbanden. Hinzu kam, dass die Band in Süchteln bereits keine unbekannte Größe mehr war, stand sie doch in den Jahren zuvor bereits an diesem Ort und Veranstalter Markus Heines hatte auch für dieses Jahr das richtige Händchen bei der Planung bewiesen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ebenfalls keine Unbekannten auf dieser Bühne waren die Musiker aus Wetterau in Hessen, meist eher als Elfmorgen bekannt. Elfmorgen berichten von sich selber als eine der ältesten Newcomer-Bands Deutschlands und eigentlich den letzten Dinosauriern im Hessischen Newcomer-Treiben. Alt und dinosaurierhaft wären allerdings keine Eigenschaften mit denen diese Band zu beschreiben ist. Ihre war, nach Auftritten in 2016 und 2018 im Josefshaus, geprägt von deutschen Texten – geradeaus und ehrlich. Bereits beim Eier mit Speck-Festival hatten sie überzeugt und nicht anders war es, als der Saal brannte zu Klängen zwischen Indie, Punk, Deutschrock und Reggae.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Kultstatus pur eben und der Saal kühlte auch nicht ab, als die letzte Band des Abends das begeisterte Publikum übernahm. Die Bandmitglieder der Kapelle Petra aus Hamm hatten zwar eine lange Süchtelner Pause eingelegt, waren aber nicht untätig im Kreis Viersen. Beim EmS-Festival hatten die sympathischen Jungs bereits bewiesen wie man die Massen begeistert und auch sonst bei Konzerten und Festivals einen ansehnlichen Fanstatus erreicht. Über zwanzig Jahre Erfahrung und sechs Alben mit einer eigenen Mischung aus Mitsingmelodien – eben echte Showprofis mit bekannten Hits wie „Geburtstag“ oder „Seitdem ich Johnny Cash bin“ und den passenden Klängen um einen Abend abzurunden, der musikalisch nicht besser hätte sein können und „Süchteln brennt“ so einzigartig macht. (dt)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming