Das Vierscher Ratpack formte eine Hommage an Wild West & Co.

Mit Swing und Jazz ist das Vierscher Ratpack bereits seit Langem ein gefeierter Gast auf den Bühnen. Zwei Sänger, ein Komiker – ein Konzept, welches aufgeht und für stetige Standing Ovations sorgt. Sonst Zuhause in den 1960er-Jahren überzeugten sie am Freitag mitsamt einem stimmgewaltigen Überraschungsgast vom ersten Moment an auf der Vierfalt-Bühne mit ganz neuen Tönen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Country? Western? Und das Vierscher Ratpack? Nein … oder doch? Wissen Sie, es gab eine Zeit, als der Fabulöse Roland, einigen vielleicht besser bekannt als Roland Zentgraf, plante einen Abend zu gestalten, der so gar nichts mit seiner üblichen Gute-Laune-Musik zu tun hatte. Kein Karneval, dafür aber New York, New York. Lieder, die bisher so gar nicht in seinem Programm enthalten waren und so kam es, dass aus dem Solo kurzerhand ein Duett mit Achim „Onkel Dean“ Bardohl“ seinen Anfang nahm.

Foto: Martin Häming/Rheinischer Spiegel

Zwei Sänger und wo kommt der Komiker nun her? Zu derselben Zeit und an demselben Ort meldete sich kurz vor dem geplanten, eigentlich einmaligen Abend, ein junges Ausnahmetalent – Cäcky Francis senior, auch bekannt als Claus Backes. So ganz anders als das Vorbild aus vergangenen Zeiten.

„In der Hoffnung, einen kleinen farbigen begnadeten Entertainer, Tänzer und Sänger gefunden zu haben stimmten Achim und der Fabulöse ein fröhlich Liedchen an, freuten sich und erwarteten gespannt die dargebotene Performance“, erinnern sich die Drei. „Nun … wir machen es kurz: Statt des kleinen Farbigen bekamen wir einen großen Blassen, der leider nicht singt, aber stattdessen einen erstklassigen Conférencier darstellt.“ Das Vierscher Ratpack war geboren, den auch das Original bestand aus einer sehr unterschiedlich zusammen gewürfelten Truppe.

Foto: Martin Häming/Rheinischer Spiegel

Einige Jahre später sitzen die Drei zusammen und das Schicksal gibt ihnen einen erneuten kleinen Stoß, als sie auf Don Jenver, Verzeihung, Markus Jacobs, trafen. Der Abend wurde spät und die längst untergegangene Sonne mit Liedern von einsamen Cowboys und depressiven Truckern verabschiedet.

Eine Begegnung mit grandiosen Folgen, denn ohne sie hätten die zahlreichen Zuschauer in und vor ihren „Blechpferden“ am vergangenen Freitag keinen Grund gehabt den gesamten Abend hindurch mit tosendem Beifall Johannes Bargeld, Unlucky Luke, Don Jenver und Gars Brucks zu belohnen. Unbekannte Namen? Nur auf den ersten Blick und wer sich für Country und Western interessiert, der wird im Internet schnell fündig.

Foto: Martin Häming/Rheinischer Spiegel

Bereits der Beginn des Abends auf der Viersener Kulturbühne gestaltete sich spektakulär, als das Quartett auf der Ladefläche eines Pickups mitsamt Holzpferd und zu „Spiel mir das Lied vom Tod“ ihr außergewöhnliches Programm eröffneten. Ein unvergesslicher Abend von einsamen Cowboys und weiter Prärie – das Vierscher Ratpack kann auch Country, und ein Abend der viel zu schade war für nur eine einzige Show. So bleibt zu hoffen, dass die Legende gerade erst ihren Anfang genommen hat. (nb)

Foto: Martin Häming/Rheinischer Spiegel