Der Biber ist zurück im Kreis Viersen: Das gilt es zu beachten

Er ist zurück im Kreis Viersen: der Biber. Er galt als nahezu ausgerottet, aber inzwischen sind an den Gewässern im gesamten Kreisgebiet wieder Hinweise auf den Biber zu finden. „Die ersten Spuren gab es in Waldgebieten. Inzwischen haben wir festgestellt, dass er auch in Siedlungsbereichen Dämme und Burgen baut“, so Philippe Niebling vom Kreis Viersen. Als Artenschutzbeauftragter des Kreises erklärt er, was Anwohner über das Nagetier wissen müssen.

Kreis Viersen – „Grundsätzlich begrüßen wir, dass der Biber wieder da ist: Der fleißige Baumeister renaturiert durch seine Arbeit viele begradigte Flusslandschaften. Er schafft damit wertvolle Biotope, von denen auch andere Tiere und Pflanzen profitieren“, weiß Niebling. Der Biber ist vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Er fällt Bäume, um daraus Dämme und Biberburgen zu bauen. Mit den Dämmen kann der Biber das Gewässer aufstauen und damit seine Burgen schützen. Auch die Eingänge der Burgen, die unter Wasser liegen, sind so vor Fressfeinden gesichert. Für den Kreis Viersen ist der Biber eine wertvolle Unterstützung, wie Rainer Röder, Leiter des Amts für Technischen Umweltschutz im Kreis Viersen, ergänzt: „Es gibt eine EU-Wasserrahmenrichtlinie. Danach müssen an allen Gewässern gewisse ökologische Standards wiederhergestellt werden.“ Genau dabei helfe der Biber: „Ohne den kleinen Landschaftsgestalter müssten hierfür mehr öffentliche Gelder ausgegeben werden.“

Foto: Rheinischer Spiegel

Dass der Biber im Kreisgebiet wieder aktiv ist, könnten auch Gartenbesitzer bemerken. Niebling weist darauf hin, dass es gesetzlich verboten ist, dem Biber nachzustellen, ihn zu fangen, zu verletzen oder zu töten. „Er ist eine streng geschützte Art. Genauso ist es verboten, seine Bauten oder Dämme zu betreten, zu beschädigen oder zu zerstören.“ Gartenbesitzer, die einen Biber zu Gast haben, können ihre Bäume dennoch ohne großen Aufwand schützen: „Wertvolle Einzelgehölze kann man beispielsweise durch Drahthosen oder einen Anstrich mit einem Verbiss-Schutzmittel schützen. Bei Gärten, Wald- und Ackerflächen haben sich auch Elektrozäune bewährt. Sie verhindern, dass Biber Dämme und Burgen an problematischen Stellen bauen.“
Oft sei es aber noch einfacher, abzuwarten und nichts zu tun: „Wer vom Biber gefällte Bäume immer gleich beseitigt, zwingt ihn dadurch, weitere Bäume zu fällen. Besser ist es deswegen, die Bäume liegen zu lassen, wenn das möglich ist“, so Niebling weiter. Dämme zu entfernen oder zu drainieren, sei nur in Ausnahmefällen erlaubt, und: „Dazu braucht man eine Genehmigung.“

Für Fragen oder Beratung steht der Kreis Viersen zur Verfügung: Auskunft geben die Untere Naturschutzbehörde unter Tel. 02162 / 39-1406 und das Amt für Technischen Umweltschutz unter Tel. 02162 / 39-1242. Fragen beantworten auch die Biberexperten der Biologischen Station Krickenbecker Seen.