Der Friedenstempel galt als eines der schönsten Gebäude Roms

Kriegsbeute aus Jerusalem, Schätze griechischer Künstler und die Bibliothek des Friedens beheimatete der römische Friedenstempel, welchen Kaiser Vespasian erbauen ließ. Heute zeugen nur noch Ruinen von dem einst herrschaftlichen Bauwerk auf den Friedensforum.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Rom/Italien – Kriegsbeute des römischen Kaisers Vespasian aus Jerusalem, darunter die silbernen Trompeten aus dem Tempel von Jerusalem, und Schätze griechischer Künstler beherbergte der Friedenstempel, welcher nördlich der Basilika Aemilia gelegen war, die einzige noch sichtbare der großen vier Basiliken, die in den 1930er-Jahren vollständig freigelegt und teilweise restauriert wurde.
Das Friedensforum selbst bestand aus einem großen Platz, welcher von Kolonnaden, einem Säulengang, umringt war und mit dem Betreten fiel der Blick auf den Friedenstempel, der auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes zur Feier der Eroberung Jerusalems erbaut worden war.

Blick auf den Friedenstempel in Rom. Foto: Rheinischer Spiegel

Bis heute ist nur ein Teil des Friedensforums südöstlich der heutigen Via die Fori Imperiali freigelegt worden, welche nach vier Jahren Bauzeit im Jahre 75 nach Christus durch den römischen Kaiser Vespasian eingeweiht wurde. Der römische Gelehrte und Offizier Plinius bezeichnete den Tempel, neben dem Augustusforum und der Basilika Aemilia, als eines der schönsten Bauwerke Roms, welches bis zu seiner ersten Zerstörung durch ein Feuer im Jahre 191 ebenfalls die Bibliothek des Friedens beinhaltete. Über viele Jahre hinweg bot der Tempel der reichen Sammlung des Kaisers Vespasian Schutz, die er nach seinen Eroberungen nach Rom bringen ließ. Der Tempelvorplatz wurde zu einer Gartenanlage mit Brunnen und griechischen Statuen ausgebaut. Bei dem Friedenstempel selbst handelte es sich um eine Säulenhalle mit Altar.
Kaiser Lucius Septimius Severus Pertinax ließ den Friedenstempel nach dem verheerenden Brand erneut aufbauen, es wird vermutet, dass der Tempel zu dieser Zeit als Standort des Grundbuchamtes der Stadt Rom genutzt wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel

Ebenfalls nach seiner Wiedererrichtung zählte der Tempel zu den schönsten Bauwerken der Stadt, welcher dem vierten städtischen Bezirk seinen Namen gab. Bis heute konnte nicht geklärt werden, wodurch und wann der Tempel zerstört wurde. Bereits 408 nach Christus kam es zu Erdbeben an sieben aufeinanderfolgenden Tagen innerhalb des Gebietes. Einen Hinweis gibt der griechische Historiker Prokopios von Caesarea, welcher in seinen Schriften im 6. Jahrhundert berichtete, dass der Tempel durch einen Blitzschlag zerstört worden sei.
Heute können die Fundamente und einige Säulen des Tempels frei besichtigt werden. Das Gebiet, welches direkt an der Straße und umgeben von weiteren Sehenswürdigkeiten sowie dem Friedensforum liegt, bietet einen hervorragenden Blick auf die erhaltenen Stücke römischer Baukunst. (ea)


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