Der große Hundesteuer-Vergleich für NRW: Viersen im hinteren Mittelfeld

Ob Mops, Schäferhund oder Bulldogge – der geliebte Vierbeiner kann teuer werden, je nachdem wo er mit Herrchen wohnt. In diesem Jahr hat der Bund der Steuerzahler (BdSt NRW) erstmals die Hundesteuer in 396 NRW-Kommunen verglichen. Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen hält Bagatellsteuern für nicht zeitgemäß und fordert eine Abschaffung.

Viersen/Region – Schon im 15. Jahrhundert mussten die Bauern das so genannte „Hundekorn“ an ihre Lehnsherren entrichten. Im Jahr 1807 wurde in Offenbach am Main erstmalig eine Hundesteuer erhoben. Diese war zweckgebunden und diente zur Tilgung der städtischen Kriegsschulden. Nach und nach beschlossen weitere Städte und Gemeinden, eine Hundesteuer einzuführen. Der Grund hierfür war die Verbreitung von Tollwut. Man wollte die Zahl der Hunde reduzieren, um so eine Ansteckung der Menschen zu verhindern.

Heutzutage hat sich die Hundesteuer so etabliert, dass seit dem Jahr 2011 alle 396 Kommunen in NRW eine Hundesteuer erheben. Bis zum Jahr 2010 war Hörstel über einen langen Zeitraum die einzige Kommune, die keine Hundesteuer erhoben hat. Heute ist die Hundesteuer eine Bagatellsteuer. Sie dient keinem Zweck und wird meist mit der Begrenzung der Zahl der Hunde im Gemeindegebiet erklärt. Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen hält Bagatellsteuern für nicht zeitgemäß und fordert eine Abschaffung.

In diesem Jahr hat der Bund der Steuerzahler erstmalig alle 396 Kommunen in NRW verglichen. 55 Kommunen sind neu hinzugekommen. In der Gemeinde Lienen hält man mit 24 Euro im Jahr seinen Hund am günstigsten. Die Stadt Hagen langt mit 180 Euro pro Hund am kräftigsten zu. Elf Kommunen haben die Hundesteuersätze erhöht, davon haben acht auch die Steuer für die gefährlichen Hunde erhöht. Erfreulicherweise polarisiert die Stadt Monheim durch eine deutliche Reduzierung aller Hundesteuersätze in Höhe von 36 Euro.

Wer in Wuppertal zwei Hunde hält muss 576 Euro bezahlen, in Verl hingegen nur 62 Euro. Bei drei Hunden zahlt man in Bedburg mit 1.050 Euro am meisten und in Verl mit 111 Euro den günstigsten Steuersatz, während in Viersen 432 Euro fällig werden – günstiger ist es in Brüggen oder Grefrath (360 Euro). Die Höchstsätze sind neunmal so hoch wie der günstigste Steuersatz. Auch bei den Steuersätzen für gefährliche Hunde gibt es eine enorme Spannbreite: Heimbach verlangt für zwei gefährliche Hunde 3.600 Euro. Recke dagegen nur 280 Euro. Bei dem dritten gefährlichen Hund zahlt man in Heimbach 5.400 Euro, in Recke nur 420 Euro.

Foto: Sven Lachmann

304 Kommunen sehen in ihrer Satzung einen gesonderten Steuersatz für gefährliche Hunde vor. Kommunen bieten eine Vergünstigung bei bestandenem Wesenstest auf die normale Hundesteuer an. Elf Kommunen bieten eine separate Vergünstigung mit einem separaten Steuersatz bei bestandenem Wesenstest an. In Legden ist der günstigste Steuersatz für gefährliche Hunde mit 120 Euro zu finden, in Heimbach und Solingen mit 1.200 Euro der teuerste. Heimbach hat aber auch den höchsten Steuersatz für den dritten gefährlichen Hund mit 1.800 Euro pro Jahr. Acht Kommunen (Neuss, Schwalmtal, Bergkamen, Büren, Korschenbroich, Marsberg, Salzkotten und Werdohl) halten in ihrer Satzung einen gesonderten Hundesteuersatz für Hunde laut § 10 des Landeshundegesetzes vor. Dieser ist deutlich höher als der normale Hundesteuersatz, weil er sich auf als besonders gefährlich eingestufte Hunderassen wie z. B. Rottweiler und American Bulldog bezieht.

Eine Steuerbefreiung für Hunde, die aus einem Tierheim übernommen werden, wird von vielen Kommunen angeboten ‒ meist für ein Jahr. Arnsberg, Marsberg, Nörvenich, Salzkotten und Wenden haben in diesem Jahr eine Steuerbefreiung für Hunde aus dem Tierheim beschlossen. 

310 Kommunen bieten sozial schwachen Einwohnern (Empfänger von Leistungen zum Lebensunterhalt) eine Vergünstigung an. Meist gilt die Vergünstigung nur für einen Hund. Alfter und Nörvenich haben in diesem Jahr die Beschränkung auf einen Hund aufgehoben, Bergneustadt, Netphen und Rosendahl sie eingeführt. In fast allen untersuchten Kommunen wird auf Antrag Steuerbefreiung gewährt für Hunde, die ausschließlich zum Schutz und der Hilfe Blinder, Gehörloser und sonstiger hilfloser Personen dienen. Ausnahmen: Die Stadt Bonn bietet hier keine Steuerbefreiung an. In Dinslaken und Köln wird die Steuerbefreiung nur unter diversen Voraussetzungen gewährt. Der gesamte Vergleich ist einsehbar unter steuerzahler-nrw.de