Kempen hat den Frühling mit einem ebenso lebhaften wie vielschichtigen Fest eingeläutet. Am vergangenen Wochenende verwandelte sich die Innenstadt, allen voran der Buttermarkt, in ein offenes Forum für Mode, Handel und Begegnung.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman und Leo Dillikrath
Kempen – Organisiert vom Kempener Werbering in Zusammenarbeit mit den Veranstaltungsspezialisten von X-DREAM Events, bot das erste große Stadtfest des Jahres ein breit gefächertes Programm, das Besucher aus der Region anzog und die Innenstadt über drei Tage hinweg spürbar belebte, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte.
Bereits am Freitagabend setzte sich das Geschehen mit musikalischer Energie in Bewegung. Zwischen Marktständen und illuminierten Fassaden sorgten DJ Kossimo, mit bürgerlichem Namen Jörn Kossizin, sowie am darauffolgenden Abend DJ Dani alias Daniel Lohmüller für eine Atmosphäre, die zwischen entspanntem Flanieren und ausgelassener Feier pendelte. Aktuelle Titel mischten sich mit bekannten Klassikern und verliehen dem Buttermarkt eine klangliche Kulisse, die bis in die Abendstunden hinein zahlreiche Besucher hielt.

Am Samstag und Sonntag rückte das Geschehen stärker in den Fokus des Einzelhandels und der Präsentation. Zweimal täglich wurde die zentrale Bühne zum Schauplatz der Moden- und Produktschauen, die in diesem Jahr erneut von der City Dance School Krefeld gestaltet wurden. Unter der Leitung von Simon Turnwald verband die Tanztruppe choreografierte Darbietungen mit der Präsentation aktueller Trends aus den Kempener Geschäften. Kleidung, Accessoires und ausgewählte Produkte wurden dabei nicht statisch gezeigt, sondern in Bewegung inszeniert – begleitet von Musik, die das Publikum unmittelbar einband.
Der Buttermarkt fungierte währenddessen als Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Rund um die Bühne reihten sich gastronomische Angebote, die von klassischen Imbissständen bis hin zu ausgewählten Getränkespezialitäten reichten. Besucher nutzten die Gelegenheit, zwischen den Programmpunkten zu verweilen, miteinander ins Gespräch zu kommen oder das Treiben aus der Distanz zu beobachten.
Doch das Fest beschränkte sich nicht auf den zentralen Platz. Von dort aus erstreckte sich die frühlingshafte Gestaltung in die umliegenden Straßen der Innenstadt. In der Judenstraße spannten sich farbenfrohe Blumeninstallationen über die Köpfe der Passanten, während die Peterstraße durch flatternde Sträuße auffiel, die sich im leichten Wind bewegten. Die Kuhstraße wiederum zeigte sich mit floralen Arrangements geschmückt, die dem Straßenbild eine durchgehend saisonale Prägung verliehen.
Zwischen diesen dekorativen Elementen präsentierten Händler und Aussteller ein vielfältiges Angebot. Feinkoststände luden zum Probieren ein, während handgefertigte Produkte – von Kinderkleidung über individuell gestaltete Grußkarten bis hin zu dekorativen Artikeln – das Sortiment ergänzten. Die Mischung aus kulinarischem Genuss und handwerklicher Vielfalt sorgte für ein entspanntes Einkaufserlebnis, das bewusst auf persönliche Begegnungen und individuelles Stöbern setzte. Auch für jüngere Besucher hielt das Wochenende eigene Anreize bereit. Damit blieb das Fest seinem Anspruch treu, ein generationenübergreifendes Ereignis zu sein.

Parallel zu den Eindrücken des Wochenendes richtete sich der Blick bereits auf die kommenden Monate. Mit dem bevorstehenden Start des Feierabendmarktes, der nach der Winterpause ab Mai wieder regelmäßig stattfinden wird, knüpft Kempen an das Konzept an, den Buttermarkt auch unter der Woche als Treffpunkt zu etablieren. An jeweils jedem ersten Mittwoch im Monat bis September sollen dort regionale Produkte, kulinarische Angebote und persönliche Begegnungen erneut im Mittelpunkt stehen.
Die Resonanz auf das Frühlingsfest fiel entsprechend lebhaft aus. „Man merkt sofort, dass die Stadt wieder aufblüht – es ist nicht nur das Wetter, sondern die ganze Stimmung hier“, sagte eine Besucherin, die eigens aus der Umgebung angereist war. Ein anderer Gast zeigte sich vor allem von der Verbindung aus Präsentation und Unterhaltung beeindruckt: „Die Modenschauen sind keine klassische Werbung, sondern wirklich eine Show. Das macht es interessant, auch wenn man eigentlich gar nichts kaufen wollte.“ (ea)





