Eier mit Speck, Schützenfest oder Mühlentag – Der Veranstaltungskalender bleibt leer

Bis zum 31. August wird es keine Großveranstaltungen geben, darauf einigte sich der Corona-Gipfel. Damit können zunächst zahlreiche Veranstaltungen nicht stattfinden, nicht wenige davon werden den Herbst bunt gestalten.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Die Hoffnung war da, doch die Gesundheit geht vor. Am Mittwochabend beschlossen Bund und Länder ein Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August beim Corona-Gipfel, der als eine Videokonferenz abgehalten wurde.

Noch gestern Abend schrieben die Veranstalter des Eier mit Speck-Festivals auf ihrer Seite: „Alles Bangen und Hoffen in den letzten Wochen hat leider letzten Endes nichts genutzt und somit müssen wir schweren Herzens und mit vielen Tränchen im Auge unsere geliebte Grillparty 2020 absagen. Mit der heutigen Entscheidung der Bundesregierung alle Großveranstaltungen bis zum 31. August komplett zu verbieten ist auch für uns leider Schicht im Schacht.
Doch wie heißt es so schön? Don`t look back in anger: Wir können Euch jetzt schon versprechen die frei gewordene Zeit ins nächste Jahr zu pumpen und dann am 23. – 25 Juli 2021 amtlich abzuliefern.“ Zurzeit arbeitet das Team an den Formalitäten der Rückabwicklung, die bereits gekauften Tickets werden dann erstattet.

Foto: Rheinischer Spiegel

Hart trifft es ebenfalls die Schützenfeste in der Region. Alleine in Viersen selbst fallen durch die Verordnung neun Schützenfeste aus. Ein Blick zu den Nachbarn im Brauchtum zeigt, der Bezirksverband Mönchengladbach, Rheydt, Korschenbroich begrüßt das Veranstaltungsgebot. „Der Schutz der Gesundheit muss Vorrang haben vor dem Wunsch nach Festfreude“, erklärte am Mittwochabend Bezirksbundesmeister Horst Thoren für die 38 Bruderschaften und Vereine in Mönchengladbach und Korschenbroich. Zwar träfe die nun unvermeidliche Absage von Traditionsfesten wie Unges Pengste in Korschenbroich viele Freunde bis in Herz, doch bestehe eine allgemeine Zustimmung zu den strengen Maßnahmen. Die Schützen hatten Anfang April bereits in der Landespolitik um eine klare Entscheidung gebeten: Zum Schutz der Menschen, aber auch um Rechtssicherheit zu erlangen. Ursprünglich war eine Untersagung bis Ende Juni im Gespräch gewesen, die Ausweitung bis Ende August führt jetzt dazu, dass die Schützen-Festzeit fast vollständig ausfällt. Der Bezirksbundesmeister warb darum, jetzt auch die wichtigen Partner des Brauchtums nicht zu vergessen, für die die Absage der Feste existentiellen Folgen haben könne. Diese Unternehmen bräuchten staatliche Hilfe, sagte Thoren. In Richtung der Schützen bat der Bezirksbundesmeister um zumindest virtuellen Erhalt des Miteinanders. „Unser Brauchtum lebt von der Begegnung. Wenn wir uns nicht persönlich treffen können, dann sollten wir zumindest über die sozialen Medien Kontakt halten.“

Wenn möglich wollen Veranstalter die Events verlegen, weshalb nun geprüft wird, wie es in diesem Jahr vielleicht noch mit der Dülkener Bierbörse weitergehen kann und auch die Billard-WM, welche bereits verschoben wurde, könnte eventuell ohne Zuschauer Ende August stattfinden. Der Dülkener Kindertag oder das Mühlenfest, das Hochsprungmeeting oder der Stadt-Land-Markt und viele weitere Veranstaltungen – hierauf werden sich die Besucher hoffentlich im kommenden Jahr freuen dürfen. (nb)


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