Parteien bereiten Wahlkampf vor: Genenger und Hopp stellten sich den Fragen der CDU-Mitglieder

In das Dülkener Bürgerhaus hatte die Viersener CDU ihre Parteimitglieder zusammengerufen. Für diese bestand die Möglichkeit in einem „Speed-Debating“ die beiden Bewerber Wolfgang Genenger und Christoph Hopp kennenzulernen, die für die CDU Viersen innerhalb des kommenden Bürgermeisterwahlkampfes antreten wollen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Kommentar – Mit Blick auf ihre Lebensläufe könnten die beiden Kandidaten nicht unterschiedlicher sein. Wolfgang Genengers Werdegang weist Erfahrungen in der Verwaltung und der Wirtschaft auf, gestartet als Kfz-Mechaniker hat er seinen beruflichen Weg als Verwaltungsfachangestellter im öffentlichen Dienst mit einer Befähigung für leitende Funktionen fortgesetzt. Er war lange in der Wirtschaft als Betriebsleiter tätig und betreut mittlerweile alleinverantwortlich die Bau- und Liegenschaften der Katholischen Kirchengemeinde St. Remigius.

Wolfgang Genenger setzt sich bereits seit vielen Jahren für den Erhalt des Sommer- und Winterbrauchtums ein, kann dabei auf seine ehrenamtliche Arbeit als stellv. Bundesschützenmeister im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ebenso verweisen wie auf die 5. Jahreszeit, in welcher er als Sitzungspräsident der KG Roahser Jonges immer die Förderung des närrischen Nachwuchses im Blick hat, oder die Momente, in denen er als Wortgottesdienstleiter tätig ist. Ebenfalls politisch ist er seit mehr als zwei Jahrzehnten aktiv, ist bereits seit 2004 Vorsitzender des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses und setzt sich seit Anfang 2019 für die Belange des grünen Viersener Stadtteils als Ortsbürgermeister ein. Immer mit einem offenen Ohr nah an den Problemen der Bürger zu sein, könnte ihm ein starkes Fundament bei der Stimmvergabe verschaffen, wenn im kommenden Jahr das Kreuz auf dem Wahlzettel erfragt wird.

Foto: Rheinischer Spiegel

Christoph Hopps Kandidatur ist auf den ersten Blick erst einmal unwöhnlich, denn er kann auf keine Erfahrung innerhalb der CDU verweisen, obwohl er für sie antreten will. Erst mit seiner Bewerbung für den Kandidatenplatz hat er den Eintritt in die CDU beantragt. Geboren in Viersen, war er vielen an diesem Abend als Schulleiter des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums bekannt, der in seinem Lebenslauf ebenfalls darauf hinweist, dass er neben den für einen Rektor geforderten Fähigkeiten im Schul-, Dienst- oder Beamtenrecht, zudem Vorstandsmitglied im Rotary-Club Viersen-Schwalm-Nette ist oder den Vorsitz in Staatsprüfungen für Lehrämter in Schulen innehält. Er war Vorstandsassistent bei der Trienekens AG, heute ist er Vorstandsmitglied in der Rheinischen Direktorenvereinigung. So unterschiedlich die Lebensläufe der beiden Bewerber sind, Borussia Mönchengladbach-Fans sind sie beide und ebenfalls am Herd fühlen sie sich in ihrer Freizeit zu Hause. Wer für die CDU den Wahlkampf bestreiten darf, darüber entscheiden die CDU-Mitglieder Anfang Dezember.

Doch bevor es dazu kommt, mussten sich die Bewerber den durchaus kritischen Fragen im Beisein der über hundert CDU-Mitglieder stellen, die vorab Genenger und Hopp kennenlernen wollten. Das Dülkener Bürgerhaus bot für das neue offene Format den passenden Rahmen. Nach der Vorstellungsrunde etwas warmgelaufen, ging es aber auch darum, welcher Traumberuf als Kind geplant war oder die Frage, wie die Bewerber zur Kommunalpolitik gekommen sind. Hopp hat mit seiner Bewerbung den Weg in die Politik beschritten, habe vorher aufgrund vielfältiger Aufgaben nie die Zeit gefunden, so seine Aussage, Genenger ist über 30 Jahre aktiv in der Partei und verschiedenen Ausschüssen tätig. Christoph Hopp lag es bei den Fragen immer wieder am Herzen auf seine Bildungsarbeit hinzuweisen, schließlich brenne er für seine Schule. Mit Leib und Seele dabei sei auch Wolfgang Genenger, der auf sein jahrzehntelanges, unermütliches Engagement innerhalb der Vereine und der Politik verwies.

Foto: Rheinischer Spiegel

Es sei wichtig eine Umweltpolitik zu betreiben, ohne gleich zu modernistisch und grün zu erscheinen, so Hopp auf die Frage zur aktuellen Klimadebatte, der beim Thema Sicherheit der AFD nicht das Feld überlassen wollte. Dunkle Ecken beleuchten, und dass die Bahnhöfe sicherer werden müssen, darauf legte Wolfgang Genenger Wert. Mit Blick auf die gerade erst stattgefundenen Ereignisse der vergangenen Tage in Dülken, müssten die Sicherheitsbehörden an einen Tisch geholt werden. Ebenfalls die Debatte um die S28 müsse endlich ins Rollen kommen, denn die Gespräche mit der Nachbarstadt waren regelmäßig ins Stocken geraten. Ein weiteres wichtiges Thema: die Wirtschaftsförderung. Einig war man sich in der Aussage des CDU-Vorsitzenden Sebastian Achten, dass die SPD-Bürgermeisterin, Sabine Anemüller, große Versprechen gegeben habe, allerdings eher erfolgreich war im Bereich der Gewerbesteuererhöhung oder dem Wegzug von Firmen, darunter Reuter, mit dessen Standortwechsel Viersen eine enorme Chance verpasst hatte.
Hopp wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Viersen eine moderne Stadt wäre. Viersen könne mit den Nachbargemeinden konkurrieren, es käme auf die Ansprache an, so Christoph Hopp, allerdings liefen Dinge seitens der Führung falsch. Bürger gingen zur Bürgermeisterin um eine Entscheidung zu erhalten, doch es ginge nicht voran.
Überhaupt müsse der Bürgermeister nah am Menschen arbeiten, so Wolfgang Genenger, der zudem einen Blick auf die 1.200 Mitarbeiter warf und auf die stetige Mitarbeiterflucht hinwies. Begeistern, mitnehmen, ernstnehmen müsse der Bürgermeister jeden Einzelnen.

Bei dem Schlagabtausch, mit dem ein erster Eindruck zu erhaschen war auf die Inhalte, mit denen die Bewerber beim kommenden Entscheidungsabend punkten wollten, öffnete sich den Zuhörern ein breites Spektrum, bei dem schnellere Entscheidungen bei Bauanträgen, bezahlbarer Wohnraum oder Breitbandausbau ebenso zur Sprache kamen wie der Lieblingsplatz der Bewerber. Zu Hause im vertrauten Kreis und natürlich in der Schule, gab Christoph Hopp zu erkennen, Wolfgang Genenger kommt, neben seiner Familie, auf dem Süchtelner Heiligenberg zur Ruhe und kann seine Gedanken zu den aktuellen Themen ordnen. Passend, denn mit der Vorstellung ihrer Ideen und Ziele müssen die Bewerber überzeugen, kommen doch die Parteimitglieder in zehn Tagen zum Parteitag zusammen. Bis dahin haben die Bewerber Zeit sich zu sammeln, denn dann werden die Fragen nochmals kritischer. Schließlich will die CDU wieder in das Viersener Rathaus einziehen und braucht dafür einen Kandidaten, der nicht nur „Grüßonkel“ ist, sondern eine Führungsperson, die die Aufbruchstimmung auf die Menschen übertragen kann für ein attraktives, zukunftsfähiges Viersen. (dt)

3 Kommentare

  1. Das Hopperle ist hoffentlich die allerletzte Wahl. Gab es keinen anderen Posten womit der sich großtun kann? Meine Tochter war froh als sie den Abschluss hatte.

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