DGB: 12.111 Menschen im Kreis Viersen arbeiten zu Niedriglöhnen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor gut und das trotz sich abschwächender Konjunkturprognosen. Doch obwohl der Fachkräftebedarf ständig steigt, hat Deutschland einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa.

Kreis Viersen – Laut einer DIW-Studie sind inzwischen – unter Berücksichtigung der Teilzeit- und Nebenjobs – bundesweit mehr als 9 Millionen Menschen davon betroffen. Der Bruttolohn von 10,80 Euro ist die nach internationalen Standards in Deutschland geltende Grenze für Niedriglohn.

,,Im Kreis Viersen waren 2017 im Jahresdurchschnitt 12.111 Menschen in Vollzeit beschäftigt zu Stundenlöhnen von weniger als 10,80 Euro. Das sind 21,1 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten. Besonders hoch ist der Anteil bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss (42,5 Prozent) und bei Menschen mit Migrationshintergrund (44,9 Prozent)‘‘, so DGB-Sekretär Klaus Churt.

Der Gegensatz von Reichtum Weniger, deren Einkommen immer weiter steigt, und Millionen von Menschen, die trotz Arbeit keine Chance auf ordentliche Entlohnung haben, muss viel wirksamer bekämpft werden. Niedriglöhne schüren soziale Ängste und Unsicherheiten und verhindern eine armutsfeste Alterssicherung.

,,Zentraler Punkt ist die Stärkung der Tarifbindung, denn immer mehr Arbeitgeber sind ohne Tarifvertrag – auch durch so genannte Mitgliedschaften ohne Tarifbindung – in den Arbeitgeberverbänden. Stärkung heißt vor allem Erleichterung von Erklärungen zur Allgemeinverbindlichkeit, Verbesserung der Nachwirkung von Tarifverträgen, sowie die Einführung von umfassenden Tariftreueregelungen im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe.

Zugleich muss die Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen erleichtert werden. Denn gerade in den Branchen, die Niedriglöhne zahlen, ist die Tarifbindung extrem gering, wie z.B. Tourismus, Gastronomie, Reinigung. Außerdem muss der gesetzliche Mindestlohn perspektivisch auf ein existenzsicherndes Niveau angehoben werden‘‘, so Churt abschließend. Quellen: Statistik Agentur für Arbeit, DIW-Studie