DGB spricht sich gegen weitere Sonntagsöffnungen im Kreis Viersen aus

Auf erhebliche Zweifel an der Neuregelung zur Sonntagsöffnung weist der DGB hin. Hintergrund ist die neue Corona-Schutzverordnung des Landes, die vorsieht an vier Sonntagen vor Weihnachten und am 3. Januar 2021 Sonntagsöffnungen zu erlauben. Dies soll die Besucherströme wegen der Corona-Krise entzerren.

Kreis Viersen – Für den DGB ist diese Argumentation nur ein Vorwand und verweist auf ein Urteil des OVG Münster, dass der Stadt Gütersloh eine Sonntagsöffnung am 06. Dezember untersagt. In der Begründung wird aufgeführt, dass die Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags durch die Corona-Pandemie nicht geringer geworden ist. Die Kommunen im Kreis Viersen sollten nach Meinung des DGB bei dieser unsicheren Rechtslage keine weiteren verkaufsoffenen Sonntage mehr genehmigen.

„Abgesehen davon, dass der Sonntag als arbeitsfreier Tag ein Familientag ist und kein Einkaufstag, bringt dies dem Handel nichts, steigert nur die Kosten, die dann woanders wieder reingeholt werden müssen, verlagert nur den Umsatz und belastet vor allem die überwiegend weiblichen Beschäftigten und ihre Familien unnötig. Wenn viele Menschen gerade wegen Corona weniger Geld zum Einkaufen haben oder keine Lust dazu haben, weil sie eine Maske tragen müssen, dann wird sie auch eine Sonntagsöffnung nicht in die Läden treiben. Die Befürworter von Sonntagsöffnungen in Wirtschaft und Politik, wollen offensichtlich den Kern des vom Grundgesetz geforderten Sonn- und Feiertagsschutzes nicht verstehen“, so der Vorsitzende des DGB Kreisverbandes Viersen Klaus Neufeldt.

Der DGB fühlt sich durch eine Umfrage die im Auftrag der FDP-Landtagsfraktion erstellt wurde, in seiner Meinung bestätigt. So haben nur gut 14 Prozent der Befragten gesagt, Sonntagsöffnungen würden sie dazu bewegen, öfter im örtlichen Einzelhandel einzukaufen. Viel wichtiger sind laut Umfrage für die Kunden günstigere oder kostenlose Parkmöglichkeiten (34,5 Prozent) und ein attraktives Stadtambiente (23,7 Prozent).

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming