Die Badewannenkapitäne maßen sich auf der Niers

Stromaufwärts und stromabwärts starteten mittlerweile zum 32. Mal die Badewannenkapitäne auf der Niers. Heute wie damals ein Event der besonderen Art, welches über tausend Zuschauer zum Feiern und Jubeln an das heimische Wasser zog.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen/Willich – Der eine oder andere kommt bereits seit 1988 an die Niers, wenn die Badewannen ins Wasser gelassen werden, und schwelgt gerne in den Erinnerungen der ersten Badewannenrennen der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Anrath. Auch an diesem Wochenende zog die beliebte Veranstaltung erneut über tausend Interessierte an, die die Badewannenkapitäne unterstützten. Mitmachen durfte jeder, der die allgemeinen Anforderungen der internationalen Vereinbarungen für Badewannen auf öffentlichen Gewässern (IVB) einhielt. Die Badewanne musste deshalb in allen fantasievollen Boot-Bauten vorhanden sein, höchstens 1,50 Meter breit und max. 50 cm tief im Wasser liegen um nicht auf Grund aufzulaufen, viel tiefer ist die Niers in diesem Bereich sowieso nicht.

Foto: Rheinischer Spiegel

In diesem Jahr hatten sich neun Mannschaften angemeldet, etwas weniger als in den Vorjahren. Der guten Stimmung tat dies allerdings keinen Abbruch, denn die Veranstaltung hat sich mit der Zeit zu einem festen Event in den Terminkalendern der Fans gemausert. Immer am zweiten Sonntag im August zieht es deshalb ganze Gruppen quer durch alle Altersstufen zum Feiern und natürlich Mitfiebern an die Niers.

Die Angst vor verendeten Enten oder dem Wildvogelbotulismus, der in den vergangenen Tagen bekannt geworden war, stand hier im Hintergrund. Zum einen fließt die Niers Richtung der bekannten Fundstellen der Tiere, zum anderen ist das Wasser der Niers gerade erst durch den Niersverband geprüft worden und weißt keine Botulismus-Erreger (Clostridien) auf. Positiv, denn zu diesem ungewöhnlichen Rennen gehört nicht nur viel Spaß an der Freud, sondern auch jede Menge Nierswasser dazu. Das ist im Laufe der Jahre zum Glück immer sauberer geworden, wie auch der aktuelle Fischbestand sichtbar zeigt. Diese allerdings hielten sich verständlicherweise lieber fern von den Wettkämpfern, die sich mal stromaufwärts und mal stromabwärts maßen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die KLJB Waldniel war stylisch mit einem schwimmenden Trecker angetreten und auch die KLJB Anrath hatten sich als „Blaubär Piraten“ einiges für ihre schwimmende Wanne einfallen lassen. Mit einer Ente als Maskottchen und einem fahrradähnlichen Gebilde auf einer Rohrkonstruktion trat die Rheinische Landjugend Süchteln an, die direkt beim ersten Rennen zeigte, dass sie sich als starker Gegner an diesem Tag gegen die weiteren Teilnehmer, die Allee-Piraten, die Deutz-Wanne, die Grenzweg Rocker, HIV Aladin, RLJ Tövö Beer Since 2019, Tauchiii und die KLBJ Breyell-Schaag, behaupten würden und so ziemlich jede Disziplin gewinnen würden. Gefeiert wurde der Sieg natürlich mit der Süchtelner Stadthymne.

Erstaunlicherweise lagen die Zeiten über 200 m in beide Richtungen nicht wirklich viel auseinander, noch vielmehr erstaunlicher: Gegen den Strom ging es sogar schneller. Wettkämpfe, bei denen spätestens beim „KO“-Rennen alles erlaubt war, was bei anderen Sportarten nicht unbedingt gerne gesehen wird – aber eine Gaudi, die an der Niers nur schwer zu übertreffen ist. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel