Die Corona-Krise hat auch die Schützen fest im Griff

Wir sind in Woche 3 der Kontaktsperre. Die Corona-Krise hat uns fest im Griff. Ein Ende der Pandemie ist nicht absehbar. Wir können davon ausgehen, dass zumindest bis Mitte Juni alle Veranstaltungen ausfallen. Das betrifft auch unser Fest am Dicken Turm am 1. Mai und den Königsehrenabend am 19. Mai. Ich bemühe mich derzeit durch Kontakte im politischen Raum um Rechtssicherheit für unsere Bruderschaften und Vereine. Erst ein Veranstaltungsverbot durch Stadt oder Land schützt vor Regressforderungen, wie sie unter anderem den Westendern drohen.
Text: Bezirksbundesmeister Horst Thoren

Mönchengladbach-Korschenbroich – Die Schützen in Stadt und Land sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Die Sorge um die Gesundheit hat Vorrang vor dem Wunsch nach Festfreude. Da sind sich alle einig. Kaum einer glaubt daran, dass vor Mitte Juni größere Feste möglich sein werden. Und selbst danach bleibt das Feiern wegen der zu erwartenden strengen Regeln und der bleibenden Furcht vor Ansteckung belastet. Vielleicht können wir erst 2021 wieder unbeschwert feiern.

Zwar haben einige Vereine/Bruderschaften (Giesenkirchen, Kleinenbroich und zuletzt Dahl und Lürrip) ihre Feste bereits aus eigenen Stücken abgesagt, andere zögern noch, weil sie Regressforderungen ihrer Vertragspartner fürchten müssen. Deshalb benötigen wir schnellstmöglich Rechtssicherheit, die nur eine Untersagung von größeren Veranstaltungen durch Stadt oder Land geben kann.

Bezirksministerin: Barbara Kremer, Bezirkskönig Jens Schmidt (Rupp), Bezirksminister: Michael Verbocket

Zwar gibt es größere Sorgen als die Frage, ob ein Schützenfest stattfinden kann oder nicht, aber den Bestand unserer Vereine dürfen wir keinesfalls gefährden. Auch sehen viele Vereine eine Verantwortung gegenüber den wirtschaftlichen Partnern, für die der Ausfall der Festzeit eine existentielle Bedrohung sein kann.

Noch besteht die Hoffnung, dass Veranstaltungen – wenn auch unter Einschränkungen – im zweiten Halbjahr möglich sein werden. In jedem Fall wird eine Entscheidung – in der Regel vier Wochen vor dem Termin – unter dem Gesichtspunkt größtmöglicher Fürsorge zum Schutz der Gesundheit getroffen werden müssen.

Wie groß das Verantwortungsgefühl der Bruderschaften und Vereine ist, zeigt sich in Zeiten der Corona-Krise nicht zuletzt an den vielfältigen sozialen Projekten und Hilfsaktivitäten für Menschen in Not. Dafür gebührt den Mitstreitern im brüderlichen Dienst Dank und Anerkennung. Der Einsatz für Alte und Kranke, für Bedürftige und Familien unterstreicht unser Verständnis des „Bruder sein ist mehr“.

Unser Schutzpatron Sankt Sebastianus wird auch als Nothelfer gegen Krankheit und Seuchen angerufen. Unser Schützengemeinschaften, aus den Pestbruderschaften des Mittelalters entstanden, haben bis heute ihre soziale Kraft bewahrt und sind im Dienst für den Nächsten tätig. Unser Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Krise macht uns zu Helfern des heiligen Sebastian. Wir beten dafür, dass die Krankheit uns verschont. Bleiben wir gesund.

Ich gehe davon aus, dass allgemeine Zustimmung besteht, die für den 23. April geplante Delegiertenversammlung auszusetzen, bis wieder Zusammenkünfte dieser Größenordnung möglich sind. Weitere Informationen folgen je nach Sachlage.

Es grüßt in bruderschaftlicher Verbundenheit HORST THOREN, Bezirksbundesmeister