Die Herren feierten mit der KG Fidele Heide die letzte eigene Sitzung vor dem Rathaussturm

In den Lobbericher Seerosensaal hatte die Karnevalsgesellschaft Fidele Heide 1936 e. V. Lobberich das durchweg männliche Publikum zur traditionellen Herrensitzung eingeladen. Für die Gesellschaft war es der Abschluss der eigenen, mitreißenden Sitzungen, bevor am Donnerstag die Möhne das närrische Zepter übernehmen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Lobberich – Moderator Marcel Simons hatte es eigentlich leicht an diesem Tag, denn das Programm versprach tempogeladene sowie abwechslungsreiche Darbietungen und die Herren waren bereits bester Stimmung, obwohl es noch nicht einmal zur Mittagszeit geläutet hatte und ebenfalls ohne den ersten Act auf der Bühne des Seerosensaals gesehen zu haben. Umrahmt von passender Schunkel- und Feierlaune gebührte dem Mariechen der Gesellschaft der erste Auftritt mit traditionellen Tanzschritten, akrobatischen „Verrenkungen“ und dem begeisterten Klatschen der Anwesenden, welche zudem mit viel Beifall Kai Kramosta als nächstes auf der Bühne willkommen hießen. „De Pfundskerl“, der auch als „Eifelaner Comedykugel“ bekannt ist, servierte 2 2/1 Zentner Spaß – einfach „lusdick“ pur. Für seine Auftritte wurde er bereits als Künstler des Jahres „Comedy & Kabarett“ vom Deutschen Künstlermagazin ausgezeichnet. Passend zur Herrensitzung konnte er zumindest auch einen Seitenstich nicht verkneifen, schließlich werden die Männer von einer Stadtprinzessin in diesem Jahr angeführt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Die Halle wollte feiern und die laut lachenden Stimmen aus dem Publikum begleiteten seinen Auftritt, bis sie in einem Chor mit der Tanzgruppe Revolution mündeten. In rot-schwarzem Glitzeroutfit riss der temperamentvolle Auftritt der Truppe mit, die fast vollständig aus Mädels bestand, unter die sich allerdings auch der eine oder andere „Hahn im Korb“ gemischt hatte. Der Auftritt wurde neben gekonnten Hebefiguren interaktiv mit den Gästen umgesetzt, damit auch ja keiner auf seinem Platz verblieb. Der „Seerosensaal machte laut“ und wartete gespannt auf die 2 Lausbuben Uwe Hillers und Manfred Schaffrath, ein Parodisten-Duo der Spitzenklasse mit Blödelparodien sowie passendem Gesang aus Wassenberg.

Wer kein Comedyprogramm im Gepäck hatte, der tanzte gerne an diesem Tag – riss das Publikum mit, heimste tosende Beifallsbekundungen ein. Mit traditionellen Schritten überzeugte die Tanzgruppe der Kölschen Harlequins, die seit zehn Jahren die KG Alt-Köllen vun 1883 e. V. ergänzt. Doch auch die akrobatisch beeindruckenden Hebefiguren kamen nicht zu kurz und bereiteten vor auf das Schönste, was die Stadt zurzeit zu bieten hat. Silvia I. hatte direkt das große Gefolge mitgebracht, für die es etwas eng auf der Bühne wurde. Ihr Lied und eine Spende für die Tafel setzten ihrem Auftritt die Krone auf.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Seit den 70er-Jahren ist Fred van Halen gern gesehener Gast nicht nur im Brauchtum. Mit dabei, Super-Vogel Aky mit einem überaus selbstbewussten Auftreten. Er redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt nichts was ihn in Verlegenheit bringen könnte – absolut nichts, wie sich bei der KG Fidele Heide sehr schnell zeigte. Aber wer konnte dem flotten Vogel denn schon böse sein, als er keine Gelegenheit für einen flotten Spruch ausließ. Nicht weniger unbekannt die 3 Colonias, die sich 1976, damals wohl noch unter anderer Besetzung, gegründet hatten. Ihren Durchbruch hatte die Gruppe mit den Liedern „Ja die Oma will nach Palma“ und „Bier und en Appelkorn“. Für Aschermittwoch 2021 planen sie bereits ihren Abschied von der Bühne und eines ist sicher, mit ihren wird ein großes Stück Kölner Tradition enden.

Aus Duisburg angereist eine, wenn nicht sogar die, erfolgreichste Showtanzgruppe in Deutschland. Einen Weltmeistertitel, acht Mal Europameister, zwölf Mal Deutscher Meister und vierundzwanzig Mal NRW-Meister – es gibt wohl kaum einen Titel, denn die Showtanzgruppe Calypso noch nicht errungen hat. Unter tosendem Jubel endete ihr Tanz, der den Abschluss des Tages einläutete. Das letzte i-Tüpfelchen brachte die Karneval-Cover-Band „SO!LALA“ mit, die mit modernen Arrangements die aktuellen närrischen Hits dabei hatten und mit ihrer über 25-jährigen Erfahrung genau wussten, wie sie die feiernden Herren zu nehmen hatten, damit auch ja keiner auf seinem Stuhl sitzen blieb. (cs/Joachim Müller)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de