Die Herren feierten mit der Prinzengarde Niederkrüchten ein tempogeladenes Programm

Mittlerweile zum 6. Mal hatte die Prinzengarde Niederkrüchten in die Begegnungsstätte eingeladen und im Vorfeld nicht zu viel versprochen. Das Programm strotzte vor mitreißenden Darbietungen, die für beste Stimmung sorgten.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Niederkrüchten – Während drinnen die Gäste der bereits 6. Krüchtener Herrensitzung ihre Plätze einnahmen, wurde es draußen plötzlich voll, denn der erste Act des frühen Tages war direkt mit zwei Bussen angereist. Nicht verwunderlich, denn die Kölsche Funken rut-wieß vun 1823 sind nun wahrlich nicht klein und das älteste Traditionscorps im Kölner Karneval. Sie eröffneten das Programm auf der Bühne, welches Schlag auf Schlag zu den bekannten Stars der närrischen Hochburgen und zu Hastenraths Will, der zurzeit mit seiner Show „Die Welt ist ein Dorf“ durch die Lande tourt. Seit er vor gut zehn Jahren mit einem Vorstellabend beim Festkomitee Kölner Karneval gestartet war, avanciert er in kurzer Zeit zu einem gefragten Nachwuchsredner. Mittlerweile ist er Mitglied im Klub Kölner Karnevalisten 1950 e.V. und eine feste Größe im rheinischen Karneval.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Er gab die Bühne ab für die Kölsch Adler, die in der Region bereits mehrfach auf den Bühnen standen. Ein kölsches Jeföhl, verstärkt mit einer Bläser-Sektion und moderner Besetzung ideal für das Publikum, welches nicht auf den Stühlen sitzen blieb, während die Stimmung kochte und bereit machte für Oli, den Köbes, der mit seinen Brauhausgeschichten übernahm. Mit seinen Geschichten „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“, setzte er gekonnt rhetorische Pointen, die vorbereiteten auf die Tanzgruppe Eclipse Showdance aus Kleve, die in diesem Jahr unter dem Motto „In the name of science“ ihre gekonnten Schritte und akrobatischen Hebefiguren begleitet vom Jubel der Herren darbrachten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

An die hübsch anzusehenden Damen schloss sich die „schönste Boygroup der Welt“, die Big Maggas an. Vier Freunde, ein Unterhaltungsroboter, eine Mission – wo andere Bands an ihre Grenzen stoßen, setzen die Big Maggas erst an. Mit ihrer eigenwilligen und darum erfrischend anderen Mischung aus Welthits, Schlagern und musikalischen Katastrophen trafen sie den Nerv des Publikums. Ein Spektakel mit schrägen Showeinlagen – eben nicht 08/15, aber das war an diesem Nachmittag sowieso nichts.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

In die Reihe der fantastischen Tanzdarbietungen des Tages trat ebenfalls die Tanzgruppe der KG Grün Weiß Schlebusch von 1934 aus Leverkusen. 1989 als Schautanzgruppe gegründet entstanden sie aus den Mitgliedern der Stadtgarde Opladen, seit 2001 ist die Gruppe als „Die Schlebuscher“ auf den karnevalistischen Bühnen bekannt, trainiert werden sie von ihrer Ex-Marie, Sabrina Djuritschin. Ihren Auftritt krönte sie mit dem kraftvollen Wurf des Kommandeurs und 1. Vorsitzenden der Prinzengarde Niederkrüchten, Carsten Scholz, der an diesem Abend „fliegen“ durfte. Dieser strahlte auch dann noch freudig, als die Krefelder Band „Oedingsche Jonges“ mit kölschen Klassikern, zu denen der Saal nicht nur tanzen konnte, sondern die ebenfalls im Chor mitgeschmettert wurden, den Abschluss einer tempogeladenen Herrensitzung einleitete, die für die Prinzengarde Niederkrüchten von 1987 e.V. zudem die Ehrung von Heinz-Willi Dohmen als neuen Oberleutnant der Reserve bereithielt. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming