„Die Impfung tat überhaupt nicht weh“ – Impfbereitschaft im Altenheim Irmgardisstift war hoch

Am Sonntag hat die Impfaktion gegen das Coronavirus begonnen. Das Altenheim Irmgardisstift des Caritasverbandes in Süchteln ist eine von zwei Pflegeeinrichtungen im Kreis Viersen, deren Bewohner und Mitarbeitende die ersten Dosen bekamen.

Viersen-Süchteln – Tanja Blazetic war die Erste: Um 11.25 Uhr an diesem Sonntag bekam die Leiterin des Altenheims Irmgardisstift die Impfung gegen das Coronavirus. Kurz darauf wurde Maria Dahmen geimpft. Die 96-jährige Bewohnerin nahm’s gelassen: „Es tat überhaupt nicht weh“, lachte sie direkt nach dem kurzen Pieks in den Oberarm. Auch Gertrud Janßen freute sich über die Impfung, die ihr Arzt Markus Wölfel gab: „Ich habe Angst vor Corona, und wenn ich so Glück habe, dass ich es nicht bekomme und noch ein bisschen leben kann, ist alles wunderbar“, sagte die 86 Jahre alte Seniorin.

Um 9.35 Uhr war der Impfstoff der Unternehmen Biontec und Pfizer angeliefert und sofort im Arzneimittelkühlschrank des Altenheims bei 4 Grad Celsius zwischengelagert worden. Gegen 10.45 Uhr traf das Ärzteteam ein. Apothekerin Barbara Eirmbter sowie Dr. Petra Jasker von der Kassenärztlichen Vereinigung verdünnten das Konzentrat mit einer sterilen Kochsalzlösung und zogen die Spritzen auf. Von den 40 Bewohnern des Altenheims Irmgardisstift verzichteten lediglich drei auf die Impfung. Auch bei den Mitarbeitenden war die Impfbereitschaft hoch: 43 der insgesamt 51 Beschäftigten nahmen das Angebot an und ließen sich das Mittel von Dr. Klaus Eirmbter injiizieren. Alle Impflinge waren im Vorfeld aufgeklärt worden. So dauerte jede Impfung nur etwa eine Minute. Komplikationen gab es keine.

Wenige Tage vor Weihnachten hatte Einrichtungsleiterin Tanja Blazetic per Mail die Nachricht erhalten, dass ihr Haus für den Start der Impfaktion im Kreis Viersen vorgesehen war. In kürzester Zeit organisierte sie mit ihrem Team die Impfung im Altenheim. Natürlich hätte sie sich angesichts des hohen Koordinationaufwands etwas mehr Vorlauf gewünscht. „Wir hatten kein Weihnachten“, sagt die 53-Jährige, betont aber auch: „Ich bin sehr froh, dass wir den Impfstoff bekommen haben. Wir hatten bisher keinen Corona-Fall in der Einrichtung und hoffen, dass wir bald wieder ein bisschen mehr Normalität haben können. Danach sehnen sich alle.“

Damit die Bewohner auch nach der Impfung genau auf mögliche Reaktionen beobachtet werden konnten, waren am Sonntag doppelt so viele Mitarbeitende im Einsatz wie sonst. „Viele, die heute eigentlich freigehabt hätten, sind zum Dienst gekommen. Es gab eine hohe Einsatzbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Blazetic. Das würdigte auch der ärztliche Leiter Dr. Arndt Berson, Vorsitzender der Kreisstelle Viersen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. „Die Aktion war von der Einrichtung perfekt vorbereitet. Es lief super, und das an einem Sonntag, dem ersten Tag nach Weihnachten“, erklärte er. Sein Lob für das Team des Altenheims Irmgardisstift fasste er in zwei Worte: „Hut ab!“

In drei Wochen findet die Wiederholungsimpfung statt. Sieben Tage später besteht der Impfschutz. Vielleicht geht somit für die Bewohner und Mitarbeitenden des Altenheims Irmgardisstift ein großer Wunsch in Erfüllung, den Tanja Blazetic stellvertretend für alle so formuliert: „Im Frühjahr ziehen wir wieder den Maibaum hoch und trinken Maibowle wie immer.“

Maria Dahmen (96) erhielt als eine der ersten Bewohnerinnen des Altenheims Irmgardisstift die Impfung gegen das Coronavirus. Arzt Markus Wölfel verabreichte ihr den Impfstoff mit einem Pieks in den Oberarm, assistiert von seiner Ehefrau Kirsten, die Arzthelferin ist, Altentherapeutin Beate Eckert (r.) und Pflegefachkraft David Ewertowski (verdeckt). Foto: Caritas