Die Jrön-Wette Jonges ließen die Puppen tanzen

Nach der adventlichen Pause startete am Wochenende der Saalkarneval in Alt-Viersen mit der Galasitzung der KG Jrön-Wette Jonges und einem abwechslungsreichen Programm, welches bis spät in den Abend hinein zum Feiern einlud.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Ihr Jubiläumsjahr erfolgreich abgeschlossen, hat sich die KG Jrön-Wette Jonges 1954 e. V. auch für die neue Session einiges einfallen lassen, um die Karnevalisten bei der ersten Saalveranstaltung in Alt-Viersen im neuen Jahr zu begeistern. Traditionell kamen die Jecken gerne, schließlich überzeugt dieser Abend gewohnt nicht nur mit einem abwechslungsreichen Programm, auch für den einen oder anderen Schnack und ein Prost auf das neue Jahr wurde gerne Zeit gefunden.
Durch den Abend führte mittlerweile zum zweiten Mal alleine Sitzungspräsident Roman Schulz der, begleitet von Allround-Musiker Roland Zetzen, bewies, dass er auf den Brettern, die die Welt bedeuten, auch ohne Flügelmann zu Hause ist.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ebenfalls traditionell als erster Programmpunkt eroberte an diesem Abend zunächst das Viersener Prinzenpaar, Rudi I. und Fabienne I., die Bühne, begleitet von der Prinzengarde, an deren Tanz sich der Prinz gerne anschloss und die natürlich nicht ohne ihre Zugabe ihre Plätze einnahmen. Beim Ruf auf die neuen Ordensträger standen bereits die Vierscher Mispelblüten bereit. In türkis-schwarzen, orientalischen Kostümen präsentierte die dreizehnköpfige weibliche Truppe einen Mix aus närrischen Hits und Showtanz, begleitet von dem rhythmischen Beifall aus dem ausverkauften Saal. Ohne Zugabe kamen die jungen Damen, begleitet von ihrer Trainerin Silke Dückers, nicht von der Bühne, die danach noch zu einem Anschlusstermin eilten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Auf der Bühne wurde es währenddessen tänzerisch etwas ruhiger, denn Achnes Kasulke hatte es darauf abgesehen die Lachmuskeln einem Training zu unterziehen. Mit glitzernden grünen Schuhen und einem frisch „aufgepimpten“, blinkenden Putzkittel gab es das Neuste von ihrer standesamtlichen Zuteilung Erwin, wobei die Männer im Allgemeinen nicht zu kurz kamen und auch die Politik nicht vergessen wurde.
Aus Köln angereist, tanzten die „Dolls Company“ erst einmal auf den Tischen und zeigten, wie aus zwei Mann ein klassisches Dreigestirn wird. Ein Dreigestirn, bestehend aus Vater und Sohn, das auch als Dirty Dancing-Paar immer noch eine gute Figur macht und bei der Polka den Gästen begeisterten Jubel entlockte, bevor Heavy Metall dafür sorgte, dass nur selten noch jemand auf seinem Platz verweilte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Fast als zu klein erwies sich die Bühne des evangelischen Gemeindehauses an diesem Abend, als die Funkengarde Erkelenz 1832 mit Kommandant Marcel Friedrich Pangels und Spieß Dirk Titze einzog. Für die Funkengarde war es der erste Auftritt des Jahres, bei dem das Funkenmariechen Hannah Ryssen in blau-weiß zu klassischen Klängen temperamentvoll die Bühne und die Aufmerksamkeit der Jecken eroberte, an den sich die Garde mit ihrem Tanz und akrobatischen Hebefiguren anschloss. Die tänzerische Höchstleistung wurde mit Standing Ovations belohnt. Beste Stimmung, die das Reitercorps Gerichhausen 1989 e. V. gekonnt aufnahm und Schunkeln den Saal erfüllte, bis Klaus und Willi mit ihrem Zwiegespräch die Bühne übernahmen. Auch in dieser Session schenken sich der Bauchredner Klaus Rupprecht und seine freche Affenpuppe Willi nichts, fanden genügend Anlässe sich gegenseitig „in die Pfanne zu hauen“ und schlossen auch gerne das Publikum mit in ihren Auftritt ein.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit Musik op Kölsch der Band „De Köbesse“, mit Frontmann Roger Moore, Gitarrist Angel Hambach, Bassist Markus Hennig, Keyboarder Erik Meyer und Schlagzeuger Frank Brack, erreichte der Saal Tanzfieber, als ihr Hit Kölsche Mädche erklang und der Abend abgerundet wurde von der Mundart-Band „Cöllner“ die dafür sorgte, dass (angelehnt an ihren bekannten Titel aus 2015) janz Kölle, Verzeihung, Viersche op dem Kopp stond.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit dem Vereinslied der Karnevalsgesellschaft und den Worten: „Wir sind Jrön-Wette Jonges, die Jröne sind enorm! Wir sind Jrön-Wette Jonges und sind immer in Form!“ traten die Gäste bestgelaunt und in Erwartung einer neuen Fußtruppe die Heimreise an. Nachdem sich die ursprüngliche Fußtruppe der Gesellschaft im Laufe der Zeit aufgelöst hatte, wird sie in dieser Session sozusagen reanimiert und erstmals an den Zügen in Viersen sowie Süchteln gemeinsam mit dem Mottowagen teilnehmen. Mit der Intention „Karneval bunter machen“ werben die Jrön-Wette Jonges dafür alles nicht so ernst zu nehmen, damit alle, ob Kleinkind oder Senior, gemeinsam gerne das Brauchtum feiern können. (ea)

Weitere Eindrücke der Jrön-Wette Jonges-Galasitzung gibt es auf facebook.com!

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming