Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat kein Verständnis für AOK-Modellversuch

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein kann nicht nachvollziehen, warum Apotheken beim Thema Grippeschutzimpfung künftig eine Rolle spielen sollen.

NRW – Konkret geht es um ein Modellprojekt, das die AOK Rheinland/Hamburg und der Apothekerverband Nordrhein gemeinsam umgesetzt haben. Daran haben sich laut AOK 250 Apotheker beteiligt – mit dem Ergebnis, dass von September 2020 bis Januar 2021 insgesamt 400 Grippeschutzimpfungen erfolgt sind. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann, hat man mit dem Angebot viele Menschen erreicht, die sich sonst nicht hätten impfen lassen.

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, kann solche Aussagen überhaupt nicht nachvollziehen und zweifelt an der Sinnhaftigkeit dieses Modellprojektes: „Die verschwindend geringe Zahl von 400 Menschen, die das Angebot genutzt haben, zeigt, dass offenbar kein Bedarf für Grippeschutzimpfungen in Apotheken besteht. Dagegen sprechen diese Zahlen eine andere Sprache: 1,5 Millionen Grippeschutzdosen haben die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte von April bis Dezember 2020 in Nordrhein verimpft. Daten für das erste Quartal 2021 sind hier für die Grippesaison 2020/2021 noch nicht einmal eingerechnet. Dies mag aus Sicht der AOK Rheinland/Hamburg selbstverständlich sein, betrachtet man aber die damit einhergehenden organisatorischen Anforderungen, ist es keineswegs selbstverständlich, was die Praxen während der Grippesaison leisten“, so Bergmann.

Und weiter: „Auch die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie zeigt, wie groß und vor allem wichtig das Engagement unserer niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein ist. Ohne sie wäre ein erfolgreiches Durchimpfen der Bevölkerung überhaupt nicht denkbar. (opm/paz)

Foto: qimono/Pixabay

Ein Kommentar

  1. Die AOK sollte lieber für moderate Beiträge experientieren, als so einen Blödsinn zu verzapfen, der uns Beitragszahlern am Ende auf der Tasche liegt.
    Statt Zuschläge und Beiträge zu erhöhen, könnte sie ja beides, als Experiment, senken. Ausgleichen könnte man das durch Ausgabenreduzierung bei Managergehältern und Palastbauten.

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