Die KG Helenabrunn feierte mit geballter Geistlichkeit

Auf der traditionell letzten Sitzung der Session in Alt-Viersen bei der Karnevalsgesellschaft Helenabrunn wurde bis zum frühen Morgen bei bester Stimmung gefeiert.

Viersen – Für die engagierte Karnevalsgesellschaft war der Abend ein närrisches Jubiläum. Schließlich feierte sie 44 Jahre, vergaß dabei jedoch nicht sich auch an ihre Ursprünge zu erinnern. Tatsächlich ist die Gesellschaft viel älter, pausierte jedoch und fand sich 1974 wieder zusammen. Dass das Programm zu diesem Jubiläum etwas besonders werden musste, da waren sich auch die zahlreichen Karnevalisten sicher, die aus der ganzen Region in das Ev. Gemeindehaus an der Königsallee gekommen waren.

Nach dem Prinzenpaar der Narrenherrlichkeit Viersen Dirk II. und Betina I., die mit ihrem Gefolge und der Prinzengarde zu Gast waren, eroberte die Kindertanzgarde der KG De Üüle gekonnt die Bühne. Die Förderung des Nachwuchses wird bei der Dülkener Gesellschaft groß geschrieben und auch in diesem Jahr konnte eine gewachsene Tanzgarde präsentiert werden. In ihren lilafarbenen Outfits war der Höhepunkt des Auftritts das Tanzpaar der Üüle, welches synchron einen Blick auf einen hervorragenden Gardetanz präsentierte. Angeheizt von Beifall und Jubel übernahm im Anschluss „Et Röschen von de Hardt“, die für Tränen in den Augen sorgte. Ihre Anton-Geschichten, die aus perfekt aus dem Leben gegriffen waren und ihre Auswahl an selbstgestrickten Liebestötern brachten eine Lachsalve nach der anderen, bevor des dann musikalisch mit „De Altreucher“ wurde. Geklatscht wurde dabei natürlich im Stehen, es wurde geschunkelt und mitgesungen. Die aus Dormagen stammenden „De Altreucher“ sind unter den Karnevalisten bereits seit einigen Jahren ein Begriff und aus dem Karneval der Region nicht mehr wegzudenken.

Das geballte Programm der Helenabrunner sorgte für Zeitnot, weshalb in diesem Jahr die Pause gestrichen wurde. Dafür hatte die Gesellschaft zwei besondere Punkte eingeplant. Mit viel Charme und begleitet von begeistertem Beifall präsentierten die Laudatoren, die Lenebürscherin Iris Kater und Senator Hans-Joachim Baumbach direkt zwei neue Senatoren für die KG. Keine Geringeren als Timm Wankum, der letztjährige Prinz der Narrenherrlichkeit Viersen und Filialleiter der Sparda-Bank Carsten Zint erhielten an diesem Abend die besondere Ehre einer neuen Narrenkappe.

Getoppt wurde jedoch der bisherige Verlauf der Veranstaltung von einem ganz besonderen Auftritt. Aus Heinsberg war das erste ökumenische Dreigestirn in der Geschichte des Bundes Deutscher Karneval zu Besuch in Viersen – und mittendrin der Viersener „alt“-Pfarrer Markus Bruns. Dem Heinsberger Karneval ist damit eine kleine Sensation geglückt, denn in dieser Session regiert die Narren ein Dreigestirn aus zwei katholischen Priestern und einem evangelischen Pfarrer. Der Aachener Bischof Helmut Dieser gab persönlich seinen Segen, denn so etwas hat es noch nicht gegeben. Pfarrvikar René Mertens (44/Jungfrau Reni), Propst Markus Bruns (50/Prinz) und Pfarrer Martin Jordan (54/Bauer) brachten ihre Heinsberger Tanzgarde mit, für deren bemerkenswerten Auftritt die Höhe des Gemeindesaals leider nicht ausreichte. Besonders Propst Markus Bruns wurde mit viel Beifall begrüßt. Viele Jahre war er in der Mispelstadt tätig, von März 1995 bis August 2000 an St. Josef und an St. Helena, von August 2000 bis Oktober 2006 als Regionaljugendseelsorger der Region Kempen-Viersen. Bis 2006 unterstützte er als Pfarradministrator an St. Helena, im Juni 2006 wurde er Leiter der GdG Viersen, war als Pfarrer in St. Helena, St. Peter und Pfarradministrator in St. Marien tätig. In 2010 ging es für ihn nach Heinsberg, wurde 2015 zum „nichtresidierenden Domkapitular“ am Hohen Dom zu Aachen ernannt. Neben ihnen waren ebenfalls die Viersener Pfarrer Helmut Finzel sowie Roland Klugmann und der aus Helenabrunn stammenden Matthias Goldammer zu Gast, der zurzeit als Kaplan in Schwalmtal tätig ist. Noch mehr Geistlichkeit konnten die Karnevalisten kaum erwarten und so macht sich die Gesellschaft nun gestärkt auf den Weg zum nächsten närrischen Jubiläum.

Ein guter Grund also um die Pause in diesem Jahr ausfallen zu lassen und so konnte die Tanzgarde der GKG 1878 Krefeld e. V. in einen vollen Saal mit bester Stimmung einziehen. Nicht anders erging es  „Frau Kühne“ aus Xanten und Jens Ohle, der im zweiten Teil des Abends mit feuriger artistischer Comedy noch einmal die Stimmung anheizte, bevor dann die kölsche Kultband „De Boore“ weit nach Mitternacht der Jubiläums-Galasitzung die Krone aufsetzte. (cs)

Foto: Martin Häming