Die Kleine Karnevalsgesellschaft Dülken 2011 feierte im ausverkauften Kolpinghaus

Für einen erfolgreichen Kappenabend braucht die närrische Welt keinen riesigen Saal oder die Stars aus den jecken Hochburgen. Bei der Kleinen Karnevalsgesellschaft Dülken war nicht nur kein Platz mehr frei, sie präsentierte zudem eine kleine und feine Kappensitzung, bei der die Karnevalisten gemeinsam feiernd auf den Stühlen standen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Sie ist gewachsen, die Kleine Karnevalsgesellschaft Dülken 2011, die ins ausverkaufte Dülkener Kolpinghaus am vergangenen Samstag eingeladen hatte. Selbst den Weg aus dem „verbotenen“ Viersen hatten die Jecken auf sich genommen und einen Tagespass für die Dülkener Narrenstadt beantragt, um den traditionellen Kappenabend der KKG Dülken beiwohnen zu können.
Präsident Ingo Brietzke begrüßte mit großer Freude nicht nur die verschiedenen Vereine, sondern ebenfalls das Dülkener Kinderprinzenpaar, welches den Abend für die Gesellschaft reserviert hatte und Iris Kater, die Ehrensenatorin der ersten Stunde der KKG Dülken.
Das bunte Programm des Abends eröffneten an diesem Abend die Minis der Ki Ka Kai a – zuckersüß, wie spätestens einstimmig feststand, als Brietzke eine 3-jährige rot-weiße Tanzmaus nach vorne holte.

Foto: Rheinischer Spiegel

An ihre Tänze schlossen sich das Kinderprinzenpaar der Narrenstadt mit seinem rockig-traditionellen Tanz sowie die Crazy Kids an. Emil I. lüftete hierbei direkt noch das Geheimnis seiner langen Haare. Wer nicht dabei war, geneigter Leser, dem will der feiernde Schreiber diese Neuigkeit tatsächlich jedoch vorenthalten. Am Karnevalssamstag wird Prinz Emil I. selbst die Auflösung in die Öffentlichkeit tragen und das Warten wird sich gelohnt haben – ganz ohne „Spoiler“.

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Selbstverständlich hatte die Gesellschaft zudem wieder eigene Darbietungen vorbereitet und eröffnete den heimischen Reigen mit einem Sketch in Büttenredenform, natürlich nicht ohne den Viersenern den einen oder anderen kleinen Seitenhieb zu verpassen. Tänzerisch wurden sie durch die Vierscher Mispelblüten abgelöst, die in diesem Jahr orientalisch verzaubern. Energiegeladen und mitreißend nicht nur ihr Tanz, sondern ebenfalls das sich einreihende Medley der KKG Dülken-Damen, welches von 99 Luftballons bis Cordula Grün vom Publikum mitgefeiert wurde.

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Aus Mönchengladbach eroberten danach die Lecker LaLaBoys die Bühne. In Mönchengladbach sind sie bereits bekannt wie „ein bunter Hund“. Sie sind die Botschafter der KG De leckere Jecke e. V. und präsentierten keine Coversongs – ganz im Gegenteil, eigene Texte und Melodien zum Mitschunkeln waren angesagt. Ihr Mottolied für Mönchengladbach „Jeckes Narrennest, du bist die Stadt, die uns zu Herzen geht“ oder „Meine Perle“ sorgten für eine ausgelassene Stimmung, bevor die Damen der Gesellschaft ein letztes Mal an diesem Abend die Bühne eroberten.

An die gekonnten Michael Jackson-Tanzschritte schloss sich, nach einer kurzen Pause für die Ziehung der Tombola, welche sozialen Projekten zugutekommt, die Schlussnummer des Abends an. Zumindest eigentlich, denn Vereinspräsident Ingo Brietzke nutzte die entstehende Pause dazu selbst gesanglich tätig zu werden. Take Me Home Country Roads von John Denver hatte es ihm angetan und so schmetterte er kurzerhand den Titel a capella in das Kolpinghaus, unterstützt von zahlreichen, feiernden Gästen.

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Kult im Kilt brachten die Garderottis der Großen Rheydter Prinzengarde nach Dülken mit und bildeten bei der Kappensitzung einen gelungenen Abschluss. In Schottenröcken präsentierten sie bewährte Stimmungslieder und Neues aus eigener Komposition.

Dabei ist diese Gruppe keine, die sich gesucht hat, jedoch eine, die gefunden wurde, denn rund fünf Monate hatte der Ausleseprozess aus verschiedenen Kandidaten für die Große Rheydter Prinzengarde gedauert, zu denen die Garderottis mittlerweile seit 15 Jahren gehören und somit in diesem Jahr ein Jubiläum feiern. Die Gagen fließen dabei an die Prinzengarde und finanzieren das Einspielen der Lieder, Kostüme und mehr. Ohne eine mehrfache Zugabe kamen sie nicht von der Bühne und auch als das Licht im Kolpinghaus bereits wieder angegangen war, sammelten sich an der Theke kleine Gruppen, bei denen selbst die Viersener herzlich aufgenommen wurden. (dt)

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