Die mitreißende Galasitzung der Ki Ka Kai a glich fast einer Proklamation

Es war die letzte Galasitzung der Vierstadt bevor der Straßenkarneval Fahrt aufnimmt. In die Brüggener Burggemeindehalle hatte die „rote Welle“, die Boisheimer Ki Ka Kai a, eingeladen zu einem Abend, der den Sitzungskarneval krönte und zu einer Hommage für das Stadtjubiläum wurde.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Jeckes Brüggen-Boisheim oder närrisches Boisheim-Brüggen? – Wer gemeinsam feiern und den Saalkarneval ausklingen lassen wollte, der hatte sich am „Rußigen Freitag“ absolut richtig entschieden, wenn er den Weg über den „Highway to Helau“ in die „Boisheimer Karnevalsenklave“ Brüggen auf sich genommen hatte. Durch den Abend, der mit einer Vision, nämlich der eigenen Postleitzahl 41750 für Boisheim, begann, führte gewohnt charmant Ki Ka Kai a-Präsident Marko Dillikrath. Ein ausverkaufter Saal begrüßte nicht nur die erneut gewachsene Gesellschaft, die auf der Bühne ein stattliches rot-weißes Bild formte; der Saal jubelte ebenfalls mit Prinz Frank I. und seiner Prinzessin Annabelle I.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ihr Einzug erinnerte an die Proklamation bei der Rosen von glücklichen Damen gefangen wurden, hinzu flogen Wasserbälle, T-Shirts und Schwimmkappen passend zum bevorstehenden Frühjahrsschwimmfest Dülkener Schwimmverein 06 e.V. in die klatschende Menge.
Ja, sie genossen ihren Moment, der für eine stolze Verspätung von dreißig Minuten im Programm sorgte, bevor Marko Dillikrath mit Freude zwei neue Ehrensenatoren mit Egon Winkels und Janou Kajanou aus Dülken ernennen konnte. Als dann mit „Bella Ciao“ und „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ die Minis der Boisheimer Tanzgarde die Bühne eroberten, war der Abend bereits im vollen Gang und die mitreißende Stimmung riss jeden Jecken mit.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Wenn nicht jetzt, wann dann nutzte der Ki Ka Kai a-Präsident zudem die Chance einen majestätischen Programmpunkt einzuschieben, mit welchem er den anwesenden Tollitäten aus Willich, Viersen, Dülken und Süchteln in Begleitung der Weinkönigin die Möglichkeit eröffnete selbst den Einzug durch die jubelnde Halle genießen zu können, an den sich der Auftritt der Karneval-Cover-Band „SO!LALA“ anschloss. Die verteilten Schaumstoff-Leuchtstäbe sorgten im Saal für einen farbenfrohen Rahmen, denn die Gruppe hatte moderne Arrangements der aktuellen närrischen Hits dabei und mit ihrer über 25-jährigen Erfahrung wussten die Musiker genau, wie sie die feiernden Karnevalisten zu nehmen hatten, damit auch ja keiner auf seinem Stuhl sitzen blieb.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

In die Reihe der zauberhaften Auftritte schritten nach ihnen die Ki Ka Kai a-Mariechen mit Jessica Uhing, Angelique Barthelmes sowie Abelina Steffens, die neben ihrem Auftritt und mit ihren Dankesworten für die vergangene Session das Boisheimer Prinzenpaar zu Tränen rührten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Exzentrisch und manchmal wie ein Ausschnitt aus dem Erwachsenenprogramm wirkten dagegen die Darsteller, die Bauchredner Tim Becker mitgebracht hatte. War es nun der Donut, der erklärte, dass er in China als Teig-Ling bekannt ist oder Hengst Dandy Randy mit Gucci Brandzeichen und verlorenem Huf, was nicht zum Programm gehörte oder dem notorisch schlecht gelaunten Karl K. Ninchen mit einer leichten Gremlin-Ähnlichkeit. Schwarzer Humor wurde hier großgeschrieben.

Foto: Rheinischer Spiegel

Klaus Mayr alias „Kaa“ bewies als der sich anschließende Programmpunkt nicht nur, dass er durch einen Tennisschläger passt, der Vielseitigkeitskünstler präsentierte eine Kombination aus moderner Jonglage und Objektmanipulation bis hin zu einer Lichtshow, in die er künstlerisch das Stadtjubiläum eingearbeitet hatte.

Foto: Rheinischer Spiegel

Der nächste Block des Programms avancierte zur Hommage an das Stadtjubiläum, die mit den Showtänzen der Ki Ka Kai a-Frauen begann und ihren ersten Höhepunkt mit der stimmlich hervorragenden Darbietung von Jenny Uhing fand, als durch den Saal hallte: „Nie mih Fastelovend, nie mih rud un wieß, nie mih Fastelovend – Ohne euch“. Von einem Highlight ging es zum nächsten, als der Süchtelner Sänger Detlef Belk zum Mikrofon griff.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit einer La-Ola startend präsentierte er an diesem Abend erstmals seinen eigenen Titel „Mama Mia“, zu dem er alle Mariechen auf die Bühne und zur Unterstützung bat. Der Jubel gipfelte dabei in einem Duett von Detlef Belk und Marko Dillikrath zum Stadtjubiläum und dem selbst komponieren Lied „Vier, vier, vier sind Viersen“, welches die Burggemeindehalle zum Beben brachte. Die Halle wollte feiern, wollte schunkeln und war eigentlich viel zu unruhig für einen Büttenredner.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Kai Kramosta ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und zog mit einem Aufruf zur Toleranz von der ersten Sekunde an die Aufmerksamkeit auf sich. „De Pfundskerl“, der auch als „Eifelaner Comedykugel“ bekannt ist, servierte 2 2/1 Zentner Spaß – einfach „lusdick“ pur. Für seine Auftritte wurde er bereits als Künstler des Jahres „Comedy & Kabarett“ vom Deutschen Künstlermagazin ausgezeichnet.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nun, was wäre eine Galasitzung ohne wenigstens eine riesige Tanzgarde mit traditionellen Schritten und akrobatischen Hebefiguren, für die an diesem Abend die KG Rote Husaren Manheim von 1975 e. V. sorgten. Die große Tanzgruppe ist zu Recht das tänzerische Aushängeschild der Gesellschaft, denn die beeindruckenden Choreografien der bis zu 42 aktiven Tänzern gehören ganz eindeutig zu einem Programm auf höchstem Niveau. Die Karnevalisten feierten gemeinsam und bunt gemischt das Ende der bereits fortgeschrittenen Nacht mit einem weiteren Ehrensenator, Heinz Hohnen dem Initiator des Hammer Show Express der KG Hamm wer net e.V., sowie der Band „HatWat“ aus dem Selfkant – gemeinsam werden sie ebenfalls in den nächsten Tagen den Straßenkarneval begehen, wenn denn Petrus ein Herz für die 5. Jahreszeit hat. (dt)

Weitere Eindrücke der Galasitzung der Ki Ka Kai a gibt es auf facebook.com!

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming