Die Narrenmühle ist das Herz der Dülkener

Es ist jetzt langsam wieder soweit, die Dülkener Narrenmühle ist vom Schrott befreit. Nun sieht sie prächtig von außen wieder aus und jeder möchte mal gerne die Treppe rauf. Von innen dauert es noch eine Weile, aber die Senatoren haben schnelle Beine.
Von RS-Redakteur Leo Dillikrath

Viersen-Dülken – Der Ritt um die Mühle wird schon eine Wonne werden, selbst das Holzpferd müsste man ehren. Für die ganze Welt wirkt es wie eine Idylle, selbst der Papst wäre er da, betete hier in Stille. Und ganz Europa spricht dann laut, wer hat wohl die Narrenmühle dahin gebaut. Im Rheinland kennen alle den Karneval wie in Dülken pur, da wird selbst der Stutzige nicht mehr stur. Drum halten die Dülkener ihre Mühle in Ehren, selbst der Viersener möchte sie nicht verwehren.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Bereits 1809 wurde die heutige Narrenmühle von dem Pächter der Tränk(en)mühle Holtz errichtet, die als Kornmühle genutzt wurde und im Jahr 1906 in städtischen Besitz überging. 1912 wurde die Mühle um 1,80 Meter gehoben und ein Museum eingerichtet. Die Mühle gilt als Wahrzeichen von Dülken. 1937 wurde die Mühle an die Narrenakademie der „Berittenen Akademie der Künste und Wissenschaften“ („Academia Equestris Artium et Scientiarum“) abgegeben, die von da an im unteren Teil weiterhin ein Narrenmuseum unterhält und im oberen Teil, im sogenannten „Weisheitssaal“, ihre Sitzungen abhält.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Am 11. November jedes Jahres treten die Mitglieder der Narrenakademie (früher vornehmlich Akademiker, Kaufleute und Stadträte) ihren Narrenritt auf hölzernen Steckenpferden um die Windmühle an und eröffnen damit die Dülkener Karnevalssession. Der Ritt um die Narrenmühle kann als Tradition bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden, wird aber bereits von Anbeginn Praxis der Berittenen Akademie gewesen sein. Alte Orden, Fahnen, Hüte und Bücher, die dies belegen, werden im Museum der Mühle aufbewahrt. (dt/nb)

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