Die zweite Herrensitzung im Rahser brachte den Notburgasaal zum Beben

Nach einer grandiosen Erstauflage im vergangenen Jahr, versprachen die Roahser Jonges und die Grosse Viersener Karnevalsgesellschaft eine Wiederholung. Sie hielten ihr Versprechen und die Herren rockten bis zur letzten Sekunde der diesjährigen Herrensitzung im Roahser Gürzenich.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Der Elferrat, der sich aus den beiden gastgebenden Gesellschaften gebildet hatte, zog sichtlich gutgelaunt in das Roahser Gürzenich, den Notburgasaal, am vergangenen Sonntag ein. Zur Herrensitzung gerufen hatten die Grosse Viersener Karnevalsgesellschaft und die Roahser Jonges bereits zum zweiten Mal. Ein Erfolg, der sich aus dem letzten Jahr fortsetzte und dem die durchweg männlichen Gäste zahlreich gefolgt waren. Sitzungspräsident Wolfang Genenger war es, der die Ehre hatte eine ganze Reihe von Augenweiden an diesem Tag auf der Bühne willkommen zu heißen, die mit jungen Damen in braunen Stewardesskostümen starteten, denn diese prägten den diesjährigen Auftritt der Fauth Dance Company Teens, die mittlerweile bei den Veranstaltungen der GVK dazugehören und längst bewiesen haben, dass der Nachwuchs der Tanzschule Fauth gesichert ist. Trainiert von Lisa-Marie Wirtz, Antonia Heitmann und Katarina Therés steht für die Mädels die diesjährige Session ganz unter dem Motto „Airline“.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Sie übergaben das bereits jubelnde Publikum an die Tanzgarde „der Blauen“. Die zehn Damen, die von Mareike Krüger trainiert werden, gehören der Grossen Viersener Karnevalsgesellschaft an und begeistern bereits seit einigen Jahren mit ihren Tänzen. Von fröhlichen Klatschsalven ging es zu mitreißenden Lachern, denn die Bühne nahm der jecke Ami John Doyle ein. Für die Bühnen in Viersen ein neues Gesicht, obwohl der Comedian bereits seit über 25 Jahren im Rheinland wohnt. John Doyle zählt seit Jahren im Bereich Stand-up Comedy zur ersten Liga und ist, wie er bewies, ebenfalls „jeckentauglich“.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Von nur einem einzigen Darsteller wechselte das Bühnenbild zu „brechend voll“, denn das Tanzcorps Fidele Sandhasen der Karnevalsgesellschaft „Die Grosse von 1823“ aus Köln ließ sich an diesem Tag in der Teilnehmerzahl nicht lumpen. Gekonnte Schritte, akrobatische Einlagen und immer ein Lächeln, nicht verwunderlich, dass das Tanzcorps bereit drei Mal Deutscher Meister und vier Mal Deutscher Vizemeister geworden ist. In den Karnevalshochburgen sind sie beliebt und ihre Stimmung schwappte nur zu gerne auch auf „Et Rumpelstilzche“, alias Fritz Schopps, über. Dieser war bereits bei der ersten Herrensitzung der Gesellschaften zu Gast, damals wie am vergangenen Wochenende wusste er genau die Herren zu nehmen. Der Bühnenstar ist übrigens eigentlich Lehrer und gründetet die Musikgruppe Ärm Söck. Als Büttenredner ist er seit 1983 auf den großen Bühnen zu Hause und ist einer der prägendsten Gesichter des Kölner Karnevals.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Damit sich die Lachmuskeln etwas entspannen konnten, gab es, während im Saal 555,55 Euro für den Kinderkarneval in Viersen gesammelt werden konnten, mit den Roahser Mädches erneut etwas fürs Auge. Die sieben Damen unter der Leitung von Trainerin Julia Uebel zählten zu den wenigen heimischen Damen, die an diesem Tag einen Einblick in die Herrensitzung erhaschen konnten. Ihre Darbietung wurde nicht nur von den eigenen Männern jubelnd begleitet. Danach eroberte Comedy-Redner Holger Müller als seine Kultfigur „Ausbilder Schmidt“ die Bühne. „Im Idealfall bist du selber intelligenter, als die Rolle, die du spielst“, so Holger Müller und der Idealfall war an diesem Abend eingetreten.

Der Comedian verstand es gekonnt sein Know-how mit seiner Rolle als Ausbilder Schmidt in eine erfrischende Kombination aus Information und Entertainment zu verpacken. Übrigens: Auf der ausgewaschenen, eng sitzenden, alten Bundeswehruniform stand früher tatsächlich „Müller“ gehörte sie doch dem älteren Bruder, einem Bundeswehr-Reservisten. Sein Publikum begrüßte er mit dem gebrüllten Spruch „Morgen, ihr Luschen!“ und ließ es strammstehen. Die Swinging Funfares waren es, die den Saal erneut zum Kochen brachten. Die Band, die mit ihren Songs mehrfacher Sieger der Hitparade von Antenne Düsseldorf ist, ist mit gut 100 Auftritten im Karneval unterwegs.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

So langsam aber sicher, fand nach ihnen auch das mitreißende Programm der Herrensitzung einen Abschluss, welches die Palm Beach Girls aus Euskirchen einläuten durften. „Cabaret – Show must go on“ heißt ihr diesjähriges Programm und die Mädels, die auf der Bühne nur schwer zu unterscheiden sind, nahmen gerne das Publikum mit auf eine Reise geprägt von Tanz und Akrobatik, bevor dann die Damen von den Herren abgelöst wurden. Alexander Barth, Peter van den Brock, Albert Detmer, Peter Jansen und Benny Weißert heißten die Bandmitglieder, die bekannt sind als die „RABAUE“. 2001 formierte sich die Gruppe, die seit Jahren zu den rheinischen Top Band zählt. Party und Stimmung, das können sie und beides brachten sie gerne mit, um am frühen Abend der Herrensitzung eine verdiente Krone auszusetzten. (dt)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming