Digital Planen und Bauen – Kreis Viersen gibt seine Erfahrungen an Fachplaner weiter

Building Information Modeling – kurz „BIM“: Das ist das Verfahren, das die Planungsphase des Bauens verbessert. Dennoch nutzen aktuell nur wenige Kommunen dieses Verfahren. Um einen Erfahrungsaustausch unter den Kommunen sowie die Verbreitung der Methode zu fördern, hatte der Kreis Viersen bereits im Februar zur ersten Konferenz „Digital Bauen mit BIM: Digital und nachhaltig“ Vertreter der Kommunen eingeladen. Nun gab es eine zweite Veranstaltung, die sich thematisch an Architekten und Planungsbüros richtete.

Kreis Viersen – „Wir haben mit BIM durchweg positive Erfahrungen gemacht“, sagte Landrat Dr. Andreas Coenen bei seiner Begrüßung im Forum am Kreishaus. „Dieses Wissen geben wir gerne weiter. Aktuelle Themen und neue Technologien leben vom Austausch.“ Da der persönliche Austausch in Corona-Zeiten nur bedingt möglich ist, konnten neben den 60 Gästen im Forum auch alle Interessierten per Livestream an der Tagung teilnehmen.

Innerhalb der BIM-Methode werden alle relevanten Bauwerksdaten digital erfasst, modelliert und kombiniert. Alle Fachplaner erstellen dazu Informationsmodelle, welche für die Koordination und Integration in nur einem Modell überlagert werden. Durch die strukturierte Erfassung aller relevanten Informationen entsteht ein „digitaler Zwilling“ des Gebäudes, der über den Bau hinaus auch für den Gebäudebetrieb nutzbar ist. Mit dem Kreisarchiv entsteht aktuell das erste Gebäude des Kreises Viersen, das unter Anwendung dieser Methode geplant wurde.

Die Protagonisten der zweiten BIM-Fachkonferenz des Kreises Viersen um Landrat Dr. Andreas Coenen (2.v.r.) und BIM-Manager Jan van der Fels (r.). Foto: Henning Angerer

„Mit dem Neubau des Kreisarchivs zeigen wir, dass nachhaltiges Bauen mit BIM und nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung in der Praxis gelingt“, so der Landrat. Nachhaltiges Bauen sei ein zentrales Element der Klimastrategie des Kreises – unter anderem mit dem Ziel, im Jahre 2040 als Kreisverwaltung klimaneutral zu sein.
Gute BIM-Erfahrungen aus der Praxis schilderte Martjn in‘t Veld, EGM Architects, aus dem niederländischen Dordrecht. Er stellte die Vorteile der Methode dar, welche sich das Büro in den vergangen 13 Jahren erarbeiten konnte. Schritt für Schritt hatte EGM mit BIM begonnen. Heute kann das Büro nicht nur eine effizientere Aufgabenabwicklung, sondern auch eine stetig steigende Planungs- und Gebäudequalität vorweisen. Angst vor dieser doch noch neuartigen Methode sei nicht angebracht.

Lucia Dizpintos und Mario Munz von ash – sander hofrichter architekten aus Ludwigshafen am Rhein stellten ihre Erfolge bei der Anwendung von BIM vor. „Durch BIM erhalten wir Architekten wieder mehr Zeit für die kreative Arbeit“, stellte Munz abschließend fest.
Jan van der Fels, BIM-Manager des Kreises Viersen, stellte den Teilnehmern die Anforderungen an die Planung vor: „Um wertvolle Rohstoffe und die enthaltene Energie wiederverwenden und somit erhalten zu können, müssen wir die betreffende Information verfügbar machen. Dann werden Planungsteams auch in die Lage versetzt, schon frühzeitig in der Planung Entscheidungen zu treffen, die eine nachhaltige Entwicklung optimal unterstützen.“
Die nächste BIM-Konferenz des Kreises Viersen steht am 9. Dezember an. Der Fachtag richtet sich dann thematisch an Hersteller und ausführende Firmen.