Diskussionen um den Tiefensammler: BUND lässt Vorgaben rechtlich prüfen

Kurz vor Beginn der dreijährigen Bauarbeiten an der Freiheitsstraße hat sich der BUND Stadt und Kreis Viersen eingeschaltet und lässt nun rechtlich die Vorgaben um das Projekt Tiefensammler prüfen. Mittlerweile melden sich zudem die ersten Stimmen zu Wort, die von dem Bau direkt betroffen sind und sehen die Möglichkeit rechtlich den BUND Stadt und Kreis Viersen zu unterstützen, sollte die Prüfung positive Tendenzen zeigen das rund 20 Millionen Euro teure Projekt doch noch aufhalten zu können. 

Viersen – Mit einem großangelegten Schreiben an Viersener Bürgermeisterin, die NEW und eine Vielzahl übergeordneter Stellen meldet sich der BUND Stadt und Kreis Viersen zu den geplanten Eingriffen in die innerstädtische Natur beim geplanten Großprojekt Tiefensammler, welches in diese Woche startet. Gefällt werden sollen zurzeit 18 Bäume um Platz für die Bauarbeiten zu schaffen. Der BUND Stadt und Kreis Viersen beklagt, dass die Information über die Fällungen in einer „sehr kurzfristigen und wenig informativen Pressemitteilung“ des städtischen Presseamtes an die Öffentlichkeit gelangte.

„Der BUND Viersen sieht sich aufgrund der von der Stadt Viersen genehmigten Rodungen von 18 Bäumen (und weiterer Bäume im Verlauf der Bauarbeiten) genötigt, rechtlichen Rat und Unterstützung zu suchen. Wir haben nach allen bisher öffentlich gewordenen Informationen berechtigte Zweifel daran, dass die rechtlichen Vorgaben bei den Planungen juristisch korrekt sind“, so Almut Grytzmann-Meister, erste Vorsitzendes des Bundes für Natur und Umwelt in der Region Viersen. „Nach Auskunft einiger Fachleute sind die von der Stadt Viersen genehmigten Baumfällungen durchaus zu vermeiden, wenn man z. B. die „Schächte“ an andere, baumlose Stellen verlegt. Das muss geklärt und sachlich belegt werden.“

Die Bäume an der Parkstraße sind bereits mit einem roten X gekennzeichnet, der Parkplatz wurde eingezäunt. Foto: Rheinischer Spiegel

In diesem Zusammenhang bat der BUND Stadt und Kreis Viersen die Viersener SPD-Bürgermeisterin Sabine Anemüller um einen umgehenden Fällungsstopp „um weitere Eskalationen in dieser Sache zu vermeiden“ – zumindest heute Morgen gingen die Arbeiten im Bereich Parkstraße wie geplant weiter.

Ob die übergeordneten Stellen bis zu einer Prüfung das Projekt pausieren lassen, ist fraglich. Jedoch zeigte sich bereits bei dem geplanten Windpark in Boisheim, wie lange sich ein solches Projekt verschieben kann, wenn die Gerichte eingeschaltet werden. In Boisheim ist bis heute keine endgültige Entscheidung gefallen, zahlreiche Anwohner hatten sich mit rechtlichen Klagen gegen den Bau gewehrt. Auch beim Tiefensammler melden sich nun die ersten Stimmen zu Wort, die von dem Bau direkt betroffen sind und sehen die Möglichkeit rechtlich den BUND Stadt und Kreis Viersen zu unterstützen, sollte die Prüfung positive Tendenzen zeigen das rund 20 Millionen Euro teure Projekt doch noch aufhalten zu können, das komplett aus dem Gebührenhaushalt der Abwasserzahlungen, also von allen Bürgern, bezahlt wird. (dt)

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Ein Kommentar

  1. Ich bin der Meinung das wir den Tiefensammler nicht brauchen. So oft haben wir in Viersen keine Überflutung. Würden die Kanäle regelmäßig gereinigt, wäre das Problem glaube ich schon sehr eingedämmt. Zumal 3Jahre Bauzeit ist schon eine riesen Herausforderung im täglichen Berufsverkehr.

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