Diskussionen um Windkraftanlagen in Niederkrüchten und Boisheim

Nicht unerwartet und trotzdem unverständlich für die Betroffenen entsprach der Ausschuss der Entscheidung des Beirats der unteren Naturschutzbehörde nicht, der sich gegen eine naturschutzrechtliche Befreiung für die Errichtung von Wegen zu zwei der geplanten vier Windkraftanlagen in Niederkrüchten ausgesprochen hatte. Ebenfalls in Boisheim geht der Streit um die Errichtung der Windenergieanlagen in die nächste Instanz.

Foto: Initiative Boisheim wehrt sich

Viersen/Niederkrüchten – Die SL Windenergie GmbH aus Gladbeck plant die Errichtung von vier Windenergieanlagen (WEA) am Standort „Bönnesohl“ westlich von Oberkrüchten, südlich der A52. Sie hat dazu die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erforderliche Genehmigung beim hierfür zuständigen Amt für Technischem Umweltschutz und Kreisstraßen des Kreises Viersen beantragt. Die Windenergieanlagen werden auf intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet, dabei werden insgesamt 1.808 m² Ackerfläche versiegelt. Weitere 5.815 m² werden für die Kranstellflächen und darüber hinaus 1.205 m² Acker für Zuwegungen und Wegeverbreiterungen permanent in Schotter gelegt. In den Abbiegebereichen/Einschwenkbereichen ist geplant, den Boden durch Panzerplatten zu schützen, die nach Beendigung der Arbeiten wieder entfernt werden.

Pläne, die auch eine naturschutzrechtliche Befreiung für die Errichtung von Wegen zu zwei der geplanten vier Windenergiekraftanlagen umfassen – gegen die sich der Beirat der unteren Naturschutzbehörde jedoch gestellt hatte. Nicht unerwartet und trotzdem unverständlich für die Betroffenen entsprach der Ausschuss der Entscheidung des Beirats der unteren Naturschutzbehörde nicht, mit einer Enthaltung stimmte der Ausschuss des Kreises Viersen der Befreiung vom Landschaftsschutz zu. Hält der Kreistag den Widerspruch für berechtigt, muss die untere Naturschutzbehörde die Befreiung versagen. Nun muss heute der Kreisausschuss entscheiden, in den kommenden Tagen der Kreistag. Hält der Kreistag, dem Beschlussvorschlag folgend, den Widerspruch für unberechtigt, entscheidet endgültig die Bezirksregierung Düsseldorf als höhere Naturschutzbehörde über den Widerspruch.

Daneben sei auch der Bau der Windkraftanlagen in der Boisheimer Nette noch nicht entschieden. Nachdem der Bau von vier Windkraftanlagen in der Boisheimer Nette (Viersen) im Dezember 2017 zunächst durch die 28. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf gestoppt worden war, hatte die Kammer durch Beschlüsse im vergangenen Mai nunmehr entschieden, dass die Windkraftanlagen gebaut werden dürfen, ließ jedoch die Möglichkeit der Beschwerde zu. Eine Chance, die die Boisheimer Anwohner nun nutzen – fünfzehn Kläger sind in Widerspruch vor das Oberverwaltungsgericht gegen das erstinstanzliche Urteil gegangen. (Vorlage Kreis Viersen/cs)