Dölker Plott – Die „Amtsprache des Karnevals“

Der Vaterstädtische Verein Dülken wird im kommenden Jahr ein besonderes, jeckes Jubiläum feiern und gibt den Startschuss bereits in dieser Session. Zurückblicken können die Mitglieder dann stolz auf 55 Jahre und eine stetige erfolgreiche Arbeit zugunsten des Karnevals in der Narrenstadt, die fest verbunden ist mit der „Amtssprache des Karnevals“.
Geschrieve von d’r Ex-Prinz Leo Dillikrath

Närrische Kolumne/Viersen-Dülken – Ob sich in Dülken eine eigenständige Sprache oder ein Dialekt im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, welcher häufig fließend gerade von den älteren Generationen gesprochen wird, darüber gibt es die unterschiedlichsten Ansichten und Erkenntnisse. Sicher ist jedoch, dass das Dülkener Plott nicht nur die ,,Amtssprache des Karnevals“ für Außenstehende zu sein scheint, sondern immer noch in fast allen Bereichen des täglichen Lebens in Dülken zu finden ist.
Plott wird den echten Dölker Mädsche on Jong bereits mit in die Wiege gelegt und in Dölker Familien zumindest in den eigenen vier Wänden regelmäßig gesprochen. So jedenfalls bis zur Einschulung. Denn dort erwischt es das echte Dölker Mädsche und den Dölker Jong dann schon mal eiskalt. So stellt man sodann nach einigen Startschwierigkeiten erstmals fest, dass unter anderem ‚gegangen‘ nicht mit drei ‚J‘ geschrieben wird.
Auch wenn im Alltag der weiche und wohlklingende Zungenschlag zunehmend weniger wird, so pflegt man in einigen Dülkener Schulen und vielen Vereinen die Dölker Mundart und gibt diese somit auch an die jüngere Generation weiter. Wer sein sogenanntes ‚Dölkerplottdiplom‘ erlangen möchte, kann dafür an der ‚Narrenakademie för deutsche Sprok‘ die Schulbonk dröcke. Wenn man in der heutigen Zeit der Sprache noch als echten Dülkener bezeichnen kann, ist nicht ganz einfach zu umschreiben. Fest steht aber: ‚ne eschte Dölker bruk kenn Diplom, dat kann man och su’e.‘

Foto: Rheinischer Spiegel

Sein Selbstbewusstsein drückt der Dülkener sehr gerne mündlich aus. Auch wenn es für sein Gegenüber, darunter ‚Viersener‘ nicht immer verständlich klingt und dieser sich von Fall zu Fall vor den Kopf gestoßen fühlt: ‚Der Dülkener bringt mit klaren Aussagen seine Meinung auf den Punkt.‘
Wenn jemand zugewandert ist in Dülken, ist er ein ‚Imitierter Dülkener‘ und wird dann so bezeichnet. Ebenfalls Zugereiste und Dauerbesucher werden dann höflicherweise als ‚Imitierte Legaten‘ aufgenommen. Als „Amtssprache des Karnevals“ hat sich das Dölker Plott zudem bereits entwickelt, bevor Viersen so richtig Viersen wurde.

Denn wussten Sie, dass der Vaterstädtische Verein in seiner Ur-Form länger existiert als die Stadt Viersen. Gelehrte sind sich sicher, dass dies nur auf die hohe Wissenskraft der Dülkener zurückzuführen ist. Diese wird nochmals gestärkt durch das Brauchtum der Monduniversität mit ihren noch älteren Wissenschaften sowie mit hoch examinierten Personen aus der globalen Welt. Der „Vaterstädtische Verein zur Förderung des Rosenmontagszuges“ existiert übrigens bereits seit 1965. Als Vorgänger„verein“ gilt der „Rosenmontags-Ausschuss“, der seit 1948 den Rosenmontagszug plante und organisierte. Ihm gehörten Mitglieder der Narrenakademie, Angestellte der Stadt Dülken und der Karnevalsgesellschaft Orpheum an. Seit 1992 trägt der heutige Verein die Kürzung „Vaterstädtischer Verein Dülken“ als Namen. (ld)


Vom Dülkener Narrenbrunnen blieb nur die Erinnerung